Berichte

Besuch bei Senior-Delfin Moby


Themen:

Bericht über das Nürnberger Delfinarium von Susanne (Meeresakrobaten), 1. August 2002
(Letzte Aktualisierung am 31. Juli 2011, siehe Ende des Berichts)

Ich habe mir schon immer gewünscht, einmal hinter die Kulissen eines Delfinariums blicken zu dürfen. Und dieser Wunsch ging für mich am 17. Juli 2002 in Erfüllung. Bei einem sogenannten “Nachmittag mit Delfinen”, der in meinem Fall allerdings auf einen Vormittag fiel, ermöglicht der Tiergarten in Nürnberg interessierten Besuchern in Begleitung einer erfahrenen Delfintrainerin zu erleben, wie der Alltag für Mensch und Tier in einem Delfinarium aussieht.

Ein Blick in die “Delfinküche”

Punkt 11.30 Uhr werden wir (4 Erwachsene und 2 Kinder) von Gabi Voth am vereinbarten Treffpunkt vor dem Delfinarium abgeholt. Die sympathische Delfintrainerin wird uns die nächsten 2,5 Stunden durch das Gelände führen und uns sämtliche Fragen beantworten. Neben ihrer Fachkompetenz (Gabi arbeitet bereits seit ca. 20 Jahren im Nürnberger Delfinarium) stellt die “Delfinfrau” auch ihre pädagogischen Fähigkeiten unter Beweis, denn es gelingt ihr vortrefflich, die beiden jüngsten Teilnehmer der Veranstaltung (ein Kleinkind und ein Kindergartenkind) zu beschäftigen und bei Laune zu halten. So bringt sie zum Beispiel den kleinen Maximilian – nach dessen anfänglichem Sträuben – doch tatsächlich dazu, in der “Delfinküche” einen toten Fisch mit Süßwasser zu präparieren. Dies geschieht mithilfe einer Art Wasserpistole, die mit normalem Trinkwasser gefüllt wird. Vorne an der “Pistole” befindet sich eine dünne Nadel, durch die das Wasser in den Fisch gespritzt wird.

Zur Erklärung: Delfine trinken nicht. Sie nehmen das lebensnotwendige Süßwasser nur über die Nahrung auf. Deshalb ist es wichtig, dass der Futterfisch immer einen genügend hohen Wassergehalt aufweist. Die Futtertiere (Makrele, Sprotten, Tintenfische) der in Gefangenschaft gehaltenen Delfine werden bis zu 3 Monate lang eingefroren und verlieren durch diese Maßnahme nicht nur lästige Parasiten, sondern auch Wasser. Und aus diesem Grund wird der reduzierte Wassergehalt bei einem eingefrorenen Fisch durch das Einspritzen von Trinkwasser wieder ausgeglichen.
Der Futterfisch wird – kurz bevor er dem Delfin zum Fressen gegeben wird – jedoch nicht nur mit Wasser “gefüllt”, sondern außerdem mit Vitaminpräparaten versehen, damit die Delfine auch in dieser Hinsicht keinen Mangel erleiden.


Moby und Eva

Während unserer Besichtigung des Delfinariums II (zu dem Besucher normalerweise keinen Zutritt haben) erzählt uns Gabi Voth viel über die beiden dort lebenden Senioren Moby und Eva. Moby ist mit seinen 44 Jahren der älteste in europäischen Delfinarien gehaltene Große Tümmler. Er bildet zusammen mit der etwa 30-jährigen Eva das Elternpaar aller in Nürnberg geborenen Jungdelfine. Früher haben die beiden Tiere noch beim Vorführprogramm der jüngeren Artgenossen mitgemacht. Ihre Ruhephasen nahmen im Lauf der Zeit jedoch einen immer größeren Teil ihres Tagesablaufs ein, sodass sie dann schließlich (mithilfe eines Tiefladers und einer Trage) vom Delfinarium I ins Delfinarium II gebracht wurden.

Das Delfinarium II dient jedoch nicht nur als “Altenheim”, sondern hin und wieder auch als “Kreissaal” und “Kinderstube”. Gabi war bei der Geburt von Evas jüngster Tochter (das liegt nun etwa 4 Jahre zurück) dabei. Sie erzählt uns, wie spannend dieses Ereignis für sie war und wie sehr sie um das Leben des Delfinkalbs gebangt hat, bis dieses dann endlich nach vielen Stunden den ersten Schluck Milch bei seiner Mutter getrunken hat.


Mobys Nieren funktionieren seit einiger Zeit nicht mehr einwandfrei. Er bekommt daher zusätzlich zur Flüssigkeit, die sich im Futterfisch befindet, ab und zu (über einen Schlauch, den er gelernt hat, ein Stück weit zu schlucken) Fencheltee eingeflößt.

Eine außergewöhnliche Freundschaft

Nachdem wir einen Abstecher bei den Kalifornischen Seelöwen gemacht haben und den Bullen Mike streicheln und füttern durften, geht’s ins Delfinarium I – zum Vorführbecken. Dort leben 5 Große Tümmler (1 Bulle – Noah – und 4 Kühe – Naomi, Nynke, Jenny und Anke). Neben dem großen länglichen Vorführbecken gibt es noch ein zweites, etwas kleineres rundes Becken, in das die Delfine entschwinden können, wenn sie mal für sich sein wollen. Außerdem ist das Tor zum Seelöwenbecken meist geöffnet, was die Tiere zu gegenseitigen Besuchen gerne nutzen. Zwischen dem Seelöwenbullen Mike und der aus einem Schweizer Delfinarium stammenden Delfindame Jenny hat sich sogar eine dicke Freundschaft entwickelt, die sich dadaurch zeigt, dass die beiden Meeressäuger über lange Zeit eng aneinander geschmiegt ihre Runden drehen.

Ansprache – sei es von anderen Tieren oder von Menschen – ist sehr wichtig für die Delfine. Sie wollen immer gefordert werden, lernen gerne neue übungen und vergnügen sich mit Bällen, Stöcken, Ringen, Kanistern, Schläuchen und so genannten “Fischfallen”. Letztere sind große Plastikkanister, die mit Löchern versehen werden. Dort hinein gibt der Trainer bzw. die Trainerin Fische und stellt die Kanister dann am Beckenrand ab. Die Großen Tümmler schubsen ihre “Beute” ins Wasser und angeln sich die Leckerbissen mit viel Taktik und Geschick aus der Plastikfalle.

9 Trainer/Trainerinnen kümmern sich abwechselnd um die Tiere und steigen auch hin und wieder – zum Beispiel, wenn die Beckenwände von Algen befreit werden müssen – zu den Großen Tümmlern ins Wasser. Blutabnahmen sowie Impfungen (gegen Pneumokokken und Rotlauf) erfolgen im Zusammenhang mit dem Dressurprogramm.



Große Planungen

Das Nürnberger Delfinarium gibt es schon seit 1971. Damit die dort lebenden Delfine und Seelöwen einen noch größeren Bewegungsfreiraum bekommen, wird bis 2006 eine Freibeckenanlage – die Lagune 2000 – gebaut werden. Sie soll 50 m lang und 6 m tief werden. Aus Spenden- und Finanzmitteln der Stadt Nürnberg ist dieses millionenschwere Projekt allerdings nicht zu verwirklichen. Deshalb wird das Vorhaben auch noch vom Land Bayern mitgetragen.

Kann ein Delfin behinderten Kindern helfen?

Im Nürnberger Delfinarium wird viel Forschung betrieben. Seit ca. 3 Jahren läuft zum Beispiel ein Therapieprojekt, das Aufschluss darüber geben soll, was an den oft vermuteten Heilkräften, die offenbar von Delfinen ausgehen (siehe hierzu auch die Seiten vonDelphintherapieDolphin-Aid und Tanjas Homepage zur Delfintherapie), objektiv gesehen, dran ist. Das Forschungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit der Uni Würzburg unter der Leitung von Dr. Erwin Breitenbach läuft, soll im Jahr 2006 abgeschlossen werden.

So sieht die Delfintherapie in Nürnberg aus: Autistische und andere körper- bzw. geistigbehinderte Kinder werden in einem 20-minütigen übungsprogramm mit den Großen Tümmlern in Kontakt gebracht. Diese Interaktion wird mit Videokameras aufgenommen. Die behinderten Kinder sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Es gibt einmal die so genannte “Familiengruppe”, in der die Kinder zusammen mit ihren Familienangehörigen eine Art einwöchigen Urlaub mit den Delfinen erleben. Als Kontrollgruppe dient die “Muschelgruppe”. Hier kommen die Kinder einmal in der Woche zusammen mit ihren Lehrern wie zu einer Art Schulstunde ins Delfinarium und absolvieren das gleiche übungsprogramm wie die Kinder aus der Familiengruppe.

Anhand der Kontrollgruppe soll festgestellt werden, ob die zu beobachtende positive Veränderung bei den behinderten Mädchen und Jungen – die auch von den Bezugspersonen der Kinder bestätigt wurde – ausschließlich vom Kontakt mit den Tieren herrührt oder ob der Therapieerfolg auch maßgebend davon abhängt, dass die engsten Bezugspersonen bei den übungen mit anwesend sind.
Da alle Begegnungen zwischen den Kindern und den Delfinen gefilmt werden, kann eine objektive Interpretation dieser Interakionen gewährt werden.
Nicht jeder Delfin eignet sich gleich gut für die Therapie. Es hat sich mit der Zeit herausgestellt, dass das Delfinweibchen Anke sehr gutmütig auf tastende Kinderhände reagiert und sich gerne auch um die kleinen Besucher kümmert.

Rechtzeitig anmelden!

Mit diesem Blick (bzw. diesen Blicken) in die Zukunft des Nürnberger Delfinariums sowie einer Vorführung von Seelöwen und Großen Tümmlern endet der Besuch bei meinen Lieblingstieren. Und ich sage nicht nur “Danke, Anke” für deine sanftmütige Art, mit behinderten Kindern umzugehen, sondern ich spreche auch Gabi Voth meine große Anerkennung für die sehr interessante Führung hinter die Kulissen des Nürnberger Delfinariums aus.

Weitere Informationen über einen “Nachmittag mit Delfinen” im Tiergarten Nürnberg. Wichtig: Frühzeitig anmelden!

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Im Anschluss findest du aktuelle Meldungen aus dem Nürnberger Delfinarium

31. Juli 2011
Unter den Delfinen
Am Eröffnungstag der Lagune hatte ich das große Glück, einmal die technische Anlage der Delfin-Lagune besichtigen zu können. Vielen Dank an Dr. Lorenzo von Fersen für die interessante Führung! Mehr dazu hier: Unter den Delfinen

24. Mai 2011
Lagune wird am 30. Juli 2011 eröffnet
Der Neubau der Delfin-Lagune im Tiergarten der Stadt Nürnberg wird planmäßig fertiggestellt. Die erste Freianlage für Delfine in Deutschland öffnet zusammen mit dem Manatihaus am Samstag, 30. Juli 2011, für die Besucherinnen und Besucher ihre Pforten.
In der Lagune können die Nürnberger Delfine um Delfin-Senior Moby und die Seelöwengruppe aus dem Delfinarium erstmals Sonne, Wind und Regen erleben. Für die Tiere und die Gäste entsteht mit der Lagune eine ganz neue naturnahe Wasserwelt, die umgeben von begrünten Hügeln dem Landschaftscharakter des Tiergartens Nürnberg verpflichtet ist und mit mehr als 5,4 Millionen Liter Meerwasser und einer Wassertiefe zwischen 50 Zentimetern und 7 Metern den Tieren einen strukturierten Lebensraum schafft. Die Gäste können durch eine großzügige Unterwasser-Panoramascheibe oder im Freien von einer einmaligen Landschaftstribüne aus die Tiere beobachten.
Im Manatihaus, dem ersten wirklichen Tropenhaus des Tiergartens Nürnberg, wird das Wappentier des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V., die auch als Manati bezeichnete Seekuh, seine Heimat finden. In einem tropischen Dschungel mit mehr als 50 südamerikanischen Pflanzenarten können die Besucher auch weitere Amazonas-Bewohner wie Affen (Weißgesichtssakis), Blütenfledermäuse, Kleinvögel und viele farbenfrohe Schmetterlinge entdecken. Eine zoologische Besonderheit werden die Blattschneiderameisen sein, die die Besucher bei ihren Tätigkeiten beobachten können. Bei den Seekühen im Wasser werden auch Enten, Schildkröten und verschiedene Fischarten zu sehen sein. Mit zunehmendem Pflanzenbewuchs kann die Anzahl der Tierarten durchaus noch ansteigen, zum Beispiel mit Zwergseidenäffchen, Pfeilgiftfröschen und kleinen Echsen.

21. September 2010
Nynke und ihrem Sohn geht es gut

Das Nürnberger Delfinweibchen Nynke hat am 21. August 2010 im Delfinarium der niederländischen Stadt Harderwijk einen gesunden Sohn zur Welt gebracht (siehe dazu auch MA-News vom 28. August 2010). Der Nachwuchs wurde auf den Namen Kai getauft und hat die ersten vier Wochen gut überstanden. Der Vater des Jungtiers ist noch nicht bekannt und wird mit Hilfe einer DNA-Analyse bestimmt. Mehr dazu unter MA-News vom 19. September 2010.

4. Juli 2010
Lagune der Hoffnung
Michael Miersch schreibt in WELT ONLINE über den Delfinforscher Lorenzo von Fersen und dessen Hoffnung, dass die Delfinhaltung in der zurzeit im Nürnberger Tiergarten entstehenden “Open-Air-Anlage” verbessert wird. Laut von Fersen überleben mittlerweile 78 Prozent der Jungtiere in amerikanischen Delfinarien. Im Meer sind es nur 48 Prozent. Den Artikel findest du unter WELT ONLINE.

19. Mai 2010
Delfinarium kommt in Zukunft ohne Chlorierung aus
Der Bau der Delfin-Lagune im Tiergarten der Stadt Nürnberg kommt gut voran. Vor kurzem wurde eine aus vier Filtern bestehende Wasseraufbereitungsanlage eingebaut. Sie wird in der zukünftigen Delfin-Lagune und dem dazu gehörenden Tropenhaus für die Seekühe, dem Manatihaus, für beste Wasserqualität sorgen.
Die Filter sollen stets ein sauberes, klares und den hygienischen Anforderungen entsprechendes Beckenwasser zur Verfügung stellen und damit zur artgerechten Tierhaltung beitragen. Die aufwändige neue Filtertechnologie ersetzt die Chlorierung des Wassers. Weitere Einzelheiten unter: “Weiterer Fortschritt in der Delfin-Haltung”.

24. August 2009
Betagt, aber noch ganz schön sportlich
Der Delfin-Bulle Moby lebt seit 38 Jahren im Nürnberger Delfinarium. Sein Geburtsjahr wird auf 1960 geschätzt. Moby könnte also 2010 das halbe Jahrhundert voll machen.
Obwohl er schon recht betagt ist und auch die Nieren nicht mehr so richtig wollen (daher bekommt er täglich mehrere Liter Wasser über einen Schlauch eingeflößt, den Moby gelernt hat zu schlucken), macht der Senior immer noch bei allen Vorstellungen mit. Das Publikum ist begeistert von seinen hohen Sprüngen.
Dr. Lorenzo von Fersen, Chef des Delfinariums, kennt nur einen Großen Tümmler in Europa, der noch älter ist als Moby: Der 54-jährige Sam lebt in Portugal. Ein ausgefallener Zahn von Moby soll nun darüber Aufschluss geben, wie alt Moby tatsächlich ist.
Mit seinen 3,04 Metern und rund 260 Kilogramm ist er deutlich größer und schwerer als sein Sohn Noah oder aber die Weibchen Sunny und Jenny, mit denen er zusammen im Delfinarium I lebt.
Moby stammt aus dem Atlantischen Ozean. Inzwischen verzichtet der Tiergarten bekanntlich auf Wildfänge und versucht, eine selbsterhaltende Population aufzubauen.
Moby ist durch eine charakteristische weiße Narbe auf dem Kopf für alle Besucher leicht zu erkennen. Diese rührt offenbar aus einem Zwist mit einem anderen Delfin, der vor vielen Jahren in einem Nachbarbecken gehalten wurde. Moby wurde wütend und ist mit seinem Kopf gegen die Mauer gerauscht, erinnert sich ein ehemaliger Delfin-Trainer. Doch das ist schon sehr lange her. Heute ist der vitale Moby vor allem wegen seiner Gutmütigkeit sehr beliebt unter den Delfin-Trainern und den Besuchern.
(Quelle: Nürnberger Zeitung)

23. Juli 2009
Zwei Meeressäuger sind kurz hintereinander gestorben
Am 20. Juli verstarb der Seelöwenbulle Mike und am 22. Juli das Delfinweibchen Eva. Mike wurde 19 und Eva 40 Jahre alt. Eva hat im Tiergarten viermal für Nachwuchs gesorgt: Sie brachte die drei männlichen Delfine Nemo, Nando und Noah sowie das weibliche JungtierNaomi zur Welt, die alle im Tiergarten aufwuchsen. Zusammen mit Moby (er ist mittlerweile ca. 50 Jahre alt) bildete Eva das Seniorenpaar im Nürnberger Delfinarium.

3. Juli 2009
Klimaschutz und Nachhaltigkeit


Der Bau der Delfin-Lagune ist schon weit fortgeschritten.

Der Tiergarten der Stadt Nürnberg setzt beim Bau der Delfin-Lagune und des dazu gehörenden Tropenhauses für die Seekühe (Manatihaus) auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit und strebt einen Energie-Standard nahezu wie für Passivhäuser im Schwimmbadbereich an. Dafür wird der Wärmeschutz der Gebäudehülle ebenso optimiert wie der Energieverbrauch für die Beheizung, Belüftung und Beleuchtung des Hauses. Gegenüber der ersten Planung nach gängigem Standard sollen der Heizenergiebedarf um rund 62, der Strombedarf um etwa 54 Prozent verringert werden. Mehr dazu unter: idw.online

17. April 2009
Umweltminister Söder besucht Delfinarium
Der bayrische Umweltminister Markus Söder, der gestern das Nürnberger Delfinarium sowie die Baustelle der geplanten Lagune besuchte betonte, dass die neue Lagune, die für 24 Millionen Euro gerade gebaut wird, für die Stadt “ein attraktives und richtiges” Projekt sei. Außerdem betonte er mehrfach seine tiefe Verbundenheit mit dem Tiergarten. Zoos böten unersetzliche Eindrücke, die ein Verständnis für Tier- und Artenschutz förderten, so Söder. Zoologisches Wissen zu vermitteln, sei sehr wichtig. Viele Kinder glaubten heutzutage ja, Kühe seien lila, sagte er. Mehr zum Söder-Besuch unter: Nürnberger Zeitung

18. Januar 2009
Ein Nachmittag mit Delfinen – Film
Im September 2008 hatte ich ein tolles Erlebnis im Nürnberger Delfinarium. Fast 3 Stunden lang durfte ich die dort beherbergten 8 Großen Tümmler füttern, streicheln, mit ihnen spielen und sie beobachten. Dazu gibt es nun einen Film, der einen kleinen Eindruck von meinen Erlebnissen vermitteln soll.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch noch einmal herzlich bei der Delfin-Trainerin Monika Lechermeier bedanken, die mich durch diesen unvergesslichen Nachmittag begleitet hat.

21. September 2008
Die Vorarbeiten für die Delfin-Lagune sind in vollem Gange


Bei meinem jüngsten Besuch in Nürnberg konnte ich mit eignen Augen sehen, dass mit den Vorarbeiten für den Bau der Delfin-Lagune begonnen wurde. Neben dem großen Areal, das unter freiem Himmel entstehen soll, bleibt das überdachte Delfinarium weiterhin bestehen, in das die Delfine dann durch einen Verbindungsgang hinein- und hinausschwimmen können.

13. Juli 2008
Startschuss für Delfin-Lagune
Der Weg für die Delfin-Lagune im Tiergarten dürfte endgültig frei sein: Am 11. Juli 2008 lehnte der Kulturausschuss einen Antrag der öDP auf ein Ratsbegehren ab, mit dem die Umweltpartei den Bau noch hatte stoppen wollen.

öDP-Stadtrat Thomas Schrollingers Besorgnis wegen 14 Delfin-Wildfängen, die aus japanischen Gewässern stammen und angeblich nach Deutschland importiert werden sollen, entgegnete Tiergarten-Chef Dag Encke, dass laut Verordnung des Weltzooverbandes wegen der dortigen Fangmethoden keine Tiere aus Japan importiert werden dürften; außerdem habe sich Nürnberg mit Stadtratsbeschluss von 2002 ohnehin gegen Wildfänge ausgesprochen.
(Mehr dazu unter: Nürnberger Zeitung)

5. Juni 2008
Bau der Lagune soll im September beginnen
Anfang Mai war bekannt geworden, dass OB Ulrich Maly den Baubeginn für die Lagune, der eigentlich schon in diesem Frühjahr hätte erfolgen sollen, auf den Herbst verschoben hat. Die Gründe: Maly wollte die Koalitionsverhandlungen mit den Grünen nicht belasten und es hätte nicht gut ausgesehen, wenn mitten in der Brutzeit im Tiergarten Bäume für den Bau d er Lagune gefällt werden. Außerdem stand der Besucheransturm von Flocke bevor.

Der Baubeginn wird nach den Sommerferien am 16. September 2008 sein. Ab 2011 sollen dann die acht Großen Tümmler, die derzeit im Nürnberger Delfinarium untergebracht sind, in die großzügig gestaltete Freiluftanlage umziehen können.
(Quelle: Nürnberger Zeitung)

28. Juni 2007
Auch Jennys Kalb überlebt nicht
In der Nacht zum Dienstag kam Jennys Kalb im Nürnberger Delfinarium auf die Welt. Doch es hat nur eine Stunde gelebt, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Als Ursache für den Tod des Neugeborenen vermuten Experten die Unerfahrenheit von Delfin-Mutter Jenny. Erstgebärende seien meist nicht in der Lage, ihr Kalb auf Anhieb zu versorgen. Bei einer Obduktion des Delfin-Babys ergab sich zudem eine Muskelgeneration, die den schnellen Tod erklären könnte. (Quelle: Augsburger Allgemeine)

12. Juni 2007
Delfin-Baby ist gestorben
Laut Pressemitteilung des Nürnberger Zoos ist der am Donnerstag, 7. Juni 2007, geborene Große Tümmler am Sonntag, 10. Juni, verstorben.

Im Laufe des Samstags, 9. Juni, beobachteten die Mitarbeiter des Tiergartens unregelmäßige Saugintervalle, die in der darauffolgenden Nacht stark zunahmen. Obwohl mit Hilfe der Unterwasserkamera wiederholt Milchwolken zu sehen waren, waren sich die Mitarbeiter nicht mehr sicher, ob das Jungtier genug getrunken hat. Deshalb entschieden sie sich zur Messung des Blutzuckers.

Beim Herausheben des Tieres konnte nur noch der Tod festgestellt werden. Die sofort erfolgte Messung des Blutzuckers bestätigte den Verdacht der Betreuer: Der Blutzuckerwert war extrem niedrig, was darauf hinweist, dass das Jungtier in den letzten Stunden seines Lebens beim Andocken an die Zitzen der Mutter keine oder auf jeden Fall zu wenig Milch aufgenommen hat, obwohl die Mutter Sunny einwandfrei Milch produziert.

Mittlerweile kristallisieren sich einige Gemeinsamkeiten der Umstände der letzten Todesfälle heraus:
- Die Delfinmütter haben in der Regel (Ausnahme: Nynke, 2004 und 2006) ihre Jungtiere vorbildlich angenommen, geführt und getränkt. Das heißt, bei diesen Tieren konnten keinerlei Verhaltensweisen beobachtet werden, die den Kälbern hätten schaden können.
- Das Verhalten der Kälber war ebenfalls bis wenige Stunden oder sogar Minuten vor ihrem Tod einwandfrei und ohne jegliche Auffälligkeiten.

Seit dem letzten Jahr sucht der Tiergarten intensiv unter anderem durch die Hinzuziehung internationaler Experten nach einer Systematik der Sterbefälle. Deutlich wurde bislang, dass Verhaltensfehler oder -insuffizienzen der Mütter und auch der Kälber als Todesursachen ausscheiden. Der Tiergarten beabsichtigt, eine wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben. Sie soll die Frage klären, inwieweit den unterschiedlichen Sterbefällen, denen nur ein zeitliches Muster (Tod innerhalb der ersten zehn Lebenstage) gemein ist, eine bisher nicht erkannte Ursache zugrunde liegt.

Die Mitarbeiter des Tiergartens und insbesondere die Betreuerinnen und die Betreuer der Delfine sind tief betroffen von dem neuerlichen Verlust eines Jungtiers.

9. Juni 2007
Nachwuchs im Delfinarium
In den frühen Morgenstunden des 7. Juni 2007 wurde im Delfinarium des Tiergartens Nürnberg ein Großer Tümmler geboren. Die Geburt verlief problemlos. Trotz ihres jungen Alters zeigt die erst achtjährige Sunny gute Mutterqualitäten: Von Anfang an führt sie das Jungtier sehr gut. Für Mutter Sunny ist es die erste Geburt. Sie wurde im Delfinarium des Heidepark Soltau am 16. Mai 1999 geboren und kam am 11. September 2005 nach Nürnberg. Vater des Jungtieres ist entweder der 47-jährige Moby, der seit 1971 im Tiergarten Nürnberg lebt, oder Noah, der am 23. November 1993 im Delfinarium des Tiergartens Nürnberg geboren wurde.
Das Verhalten von Mutter und Jungtier zeigt typischen, normalen Verlauf. Bereits kurz nach der Geburt konnte das synchrone Schwimmen beider Tiere beobachtet werden. Nach rund zwölf Stunden hat das Jungtier zum ersten Mal getrunken. Um das Jungtier zu säugen, verlangsamt Sunny ihre Schwimmgeschwindigkeit bis zu vier Mal pro Stunde. Mutter und Jungtier weisen eine sehr stabile Bindung auf, bisher verläuft alles normal und erfolgreich.(Quelle: Tiergarten Nürnberg)

2. Juni 2007
Auf eine Anfrage hin hat der stellvertretende Zoo-Direktor von Nürnberg Herr Dr. Helmut Mägdefrau bestätigt, dass die acht Großen Tümmler, die derzeit im Nürnberger Delfinarium leben, nicht aus der alljährlich stattfindenden Treibjagd in Japan (siehe dazu “Japan – Land der blutenden Buchten”) stammen. Seines Wissens kommt auch keiner der in anderen europäischen Delfinarien gehaltene Delfin aus Japan.

17. April 2007
Im Nürnberger Tiergarten kündigt sich zweifacher Delfin-Nachwuchs an. Das erste Kalb der achtjährigen “Sunny” wird ab dem 18. April 2007 erwartet. Und auch die 26-jährige “Jenny” gehört zu den Erstgebärenden. Ihr Junges soll im Juni oder Juli auf die Welt kommen.

Nach den katastrophalen Misserfolgen im vergangenen Jahr steht man in Nürnberg unter extremem Erfolgsdruck: 2006 starben drei Delfin-Kälber und ein Muttertier. Von 13 Tümmlern, die seit 1971 in Nürnberg zur Welt kamen, haben lediglich fünf überlebt.

Laut den Nürnberger Nachrichten stellen sich die Mitarbeiter auch dieses Mal auf heftige Probleme ein: Da beide Säugetiere bislang noch nicht trächtig waren, ist die Gefahr sehr groß, dass der Tümmler-Nachwuchs nicht durchkommt.

“In der freien Natur gehen bei verschiedenen Tierarten über 50 Prozent der Geburten von Erstgebärenden schief. Daher sind wir bei Erstgeburten generell sehr pessimistisch”, erklärt der stellvertretende Tiergarten-Direktor Helmut Mägdefrau.

Die Betreuer der Delfine wollen den unerfahrenen Delfinen zur Seite stehen, so gut es eben geht. So stubsen sie die Milchschlitze der Muttertiere mit Handschuhen an, um das spätere “Andocken” der Kälber zu simulieren. “Denn da die Tümmler an diesen Stellen sehr empfindlich sind, kann es geschehen, dass die Tümmler ihren Nachwuchs abwimmeln. Schon jetzt trennt man die trächtigen Delfine regelmäßig von der Gruppe ab: Der Schieber im Becken wird heruntergelassen. Die Tiere sollen dies als etwas ganz Normales erfahren. Wenn man sie erst kurz vor der Geburt abriegeln würde, könnten sie dies als Stress empfinden.”(Zitat Nürnberger Nachrichten)

Auch Ersatzmilch steht bereit, falls eine der Delfinekühe ihr Junges nicht annehmen sollte. Außerdem gibt es eine Delfin-Attrappe: Denn die Jungen schwimmen immer unterhalb des Muttertiers (oder was sie dafür halten), um im Strömungsbereich zu bleiben.

Die ungeborenen Delfine werden mit Hilfe von Ultraschall-Geräten untersucht – ganz so wie ein menschlicher Embryo. Es wird der Herzschlag kontrolliert und die Lage des Delfinkalbes festgestellt. Wenn es sich in Richtung Geburtskanal dreht, steht das Ereignis dicht bevor. Auch das Absinken der Körpertemperatur des Muttertiers gibt Aufschluss darüber, dass es bald “so weit ist”. Natürlich hoffen die Tiergarten-Mitarbeiter, dass es gelingt, beide Kälber durchzubringen.

25. Juni 2006
Am vergangenen Sonntag – 18. Juni – sind im Nürnberger Delfinarium das Delfinweibchen “Daisy” und ihr ungeborenes Kind gestorben. Nach Vermutungen der Zoo-Leitung hatte sich bei der Mutter ein Teil der Plazenta gelöst. Das Jungtier sei wahrscheinlich an Nahrungs- und Sauerstoffmangel gestorben.

Laut Dag Encke, Leiter des Nürnberger Zoos, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der im Tiergarten gehaltenen Delfine mit 24,5 Jahren nur leicht unter der in Freiheit lebender Artgenossen. Encke räumte Probleme bei der Aufzucht von Delfin-Babys ein. Nur fünf der in den vergangenen Jahren geborenen 13 Delfin-Jungen hätten überlebt.

18. Juni 2006
Mit dem Bau der Lagune soll Ende 2006 begonnen werden, so eine Sprecherin des Zoos. Derzeit liefe noch die europaweite Ausschreibung für die neue Technik, in wenigen Wochen solle das jedoch abgeschlossen sein. 10,3 Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt, eine halbe Million ist bereits durch Spenden zusammen gekommen. Eröffnet werden soll die neue Delfin-Lagune im Jahr 2009, als Erweiterung des bereits bestehenden Schwimmareals für Meeressäuger.

Sie ist so konzipiert, dass die Besucher die Delfine dann auch unter Wasser beobachten können. Außerdem soll die Anlage wissenschaftlich genutzt werden. Die Universität Würzburg erhofft sich neue Erkenntnisse über die Wirkung der Delfintherapie, mit der Schwerkranke geheilt werden können. Eigens dafür werden neue Räumlichkeiten geschaffen. Der Nürnberger Tierpark hätte damit europaweit die einzige Einrichtung, in der regelmäßig solche Therapien stattfinden könnten. (Quelle: Franken-TV.de)

6. Januar 2006
Noch mehr Fotos von den Meeresakrobaten aus Nürnberg findest du bei den Spielen unter“Steckbrief”.

3. März 2004
Viele Erfahrungen im Umgang mit Delfinen konnte Verena Pecsy während ihrer Praktikantenzeit in Duisburg und Nürnberg sammeln. Ihre Berichte findest du auf ihrerHomepage.