Eine Mitteilung der Gesellschaft zur Rettung der Delfine (GRD):
“Türkische Delfinarien stehen seit Jahren in der Kritik wegen ihrer meist katastrophalen und auf maximale Ausbeutung ausgerichteten Haltungsbedingungen. Deutsche Reiseveranstalter haben einige Anlagen bereits aus ihrem Programm genommen. Jetzt sind vier Delfine in einem Delfinarium bei Alanya gestorben.
Die Zustände in türkischen Delfinarien sind für die betroffenen Tiere die reinste Qual. Deshalb hat z.B. die TUI das “Dolphin Land” in Antalya bereits aus ihrem Programm gestrichen. Das Gleiche gilt für den Park “Troy” in Belek. Bei beiden Anlagen sind die Becken viel zu klein, die Delfine werden mit lauter Musik beschallt, die hygienischen Verhältnisse sind miserabel.
Nun meldet die türkische Presse den Tod von vier von elf Delfinen im Sealanya Yunus Park in Alanya. Dazu vermeldet der Leiter des Landwirtschaftsamts Antalya, dass je einer der aus Japan importierten Delphine am 6., 9., 10. und 14. Februar starb. Die Kadaver werden im zuständigen Amt für Gerichtsmedizin in Konya einer Autopsie unterzogen, um die Todesursachen zu klären. Außerdem wird nun das Wasser in den Delfinbecken überprüft.
Mittlerweile regt sich auch in der Türkei der Protest gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft zu Showzwecken. So protestiert der Vorsitzende der türkischen Föderation für die Rechte der Tiere Ahmet Kemal Åenpolat: “Diese Tiere, die ihren Müttern entrissen und in die Türkei gebracht werden, sterben im Grunde bereits auf ihrer Reise in psychologischer Hinsicht.” “Sie werden in den Anlagen zu Verhaltensweisen gezwungen, die ihrer Natur widersprechen”, fügte er hinzu.
Åenpolat forderte weiter, dass eine den Bestimmungen widersprechende Haltung und ein Misshandeln der Tiere in der Türkei unter Strafe gestellt wird. Bislang werden diese Tatbestände lediglich als Ordnungswidrigkeit mit geringen Strafen geahndet. Das größte Problem für die Betreiber von Delfinarien in der Türkei dürfte somit bisher die Tatsache sein, dass der Tod eines der bis zu 50.000 Euro teuren Tiere eine erhebliche wirtschaftliche Einbuße darstellt.”
(Quellen: GRD und tourexpi.com)


