Die anhaltend tiefen Temperaturen wurden nun auch einem Schweinswal zum Verhängnis. Seit Ende Januar saß das Tier im Limfjord (nördliches Dänemark) in einem Wasserloch fest, das von Eis umgeben war.

Unter “Nachrichten über Wale und Delfine bei cetacea.de” habe ich dazu folgenden Bericht gefunden:
“Für Meeressäuger, die regelmäßig an die Wasseroberfläche kommen müssen, um Luft zu atmen, ist das eine bedrohliche Situation. Obwohl Schweinswale eigentlich nicht im Limfjord vorkommen, gibt es doch hin und wieder einzelne Sichtungen …
Der Schweinswal nutzte ein wenige Meter großes Eisloch etwas nördlich der Virksundbrücke, um zu atmen. Thyge Jensen, Herausgeber von Hvaler.dk, hat anhand der eingesandten Fotos feststellen können, dass das Tier in keinem guten Ernährungszustand ist. Bei einem späteren Besuch im Limfjord konnte er beobachten, dass die Atemfrequenz zwischen den Tauchgängen erhöht ist. Ein Video (WMV) kann man bei Hvaler.dk sehen. Bei aufgedrehter Lautstärke ist der Blas des Tieres zu hören.
Am zweiten Februar sind Wissenschaftler des Dänischen Instituts für Umweltforschung (DMU) der Universität Aarhus hinzugezogen worden, die große Erfahrung mit dem Fang von Schweinswalen zur Besenderung haben. Susi Edrén, Jonas Teilmann (Wal und Mensch Gast 1999) und Jakob Tougaard fanden ein stark geschwächtes Tier in schlechtem Gesundheitszustand vor. “Das Tier war abgemagert und hatte viele Hautwunden und -ratscher vom Kontakt mit dem Eis. Wir dachten, dass das Tier keine große Chance zum überleben hat, wenn es in diesem Eisloch gefangen bleibt”, erzählt Susi Edrén.
Primäres Anliegen der Forscher war es, die Lautäußerungen des Tieres aufzunehmen. Sie planten aber auch, den Schweinswal zu fangen, je nach Gesundheitszustand mit einem Sender zu versehen und dann in der Nordsee wieder auszusetzen.
Am Morgen des vierten Februars versuchten die Forscher den Schweinswal mit einem Netz zu fangen. Dabei verschwand der Schweinswal und tauchte nicht wieder auf. Nun ist zu hoffen, dass der kleine Wal ein anderes Luftloch nutzen konnte. Falls nicht, ist zu befürchten, dass er ertrunken ist. Die aufgezeichneten Vokalisationen sind für die drei Wissenschaftler eine kleine Sensation. Die Forscher vermuten, dass es sich um Stress- oder Alarmlaute handelt, die von Schweinswalen bisher nicht dokumentiert sind.”
(Quelle: cetacea.de)
Anmerkung MA: Auch wenn der Schweinswal den Wissenschaftlern wertvolles Wissen gab, so finde ich das ursprüngliche Vorhaben, das stark geschwächte Tier mit einem Sender zu bestücken, nicht in Ordnung. Es stand durch seine missliche Lage bereits unter enormem Stress, da müssen menschliche Interessen, auch wenn sie der Wissenschaft dienen, einfach zurückstecken. Nun kam es ja nicht dazu, da der Schweinswal wahrschenlich vor lauter Angst abgetaucht und ertrunken ist.


