Delfin-Nachwuchs in Harderwijk


Das 27-jährige Delfinweibchen Nynke aus dem Nürnberger Tiergarten, das seit 2008 im Rahmen einer Zuchtgemeinschaft vorübergehend in Harderwijk/Holland untergebracht ist, ist Mutter geworden. Am 23. August kam ihr Junges auf die Welt. Ob es sich dabei um ein männliches oder weibliches Tier handelt, ist noch nicht bekannt. Die Betreiber des Delfinariums wissen bisher auch noch nicht, wer der Vater des Neugeborenen ist. Das soll eine DNA-Analyse klären. Mit Nynkes Baby leben nun 30 Große Tümmler in Harderwijk.


Nynke hat ein Baby bekommen.
(Foto: Verena Pecsy)

Kinder, die eine Nacht im Delfinarium verbracht hatten, wurden Zeugen der Geburt. Sie werden dieses Erlebnis bestimmt ein Leben lang nicht vergessen.

Ein weiteres Delfinweibchen – Naomi -, das aus Nürnberg stammt und auch dort geboren wurde, ist trächtig. Die Geburt ihres Babys wird im Oktober erwartet.
(Quelle und Fotos von Nynke und ihrem Baby unter: www.ad.nl)

Anke, Nynke und Naomi fühlen sich in Lagune wohl
Im September 2008 reisten im Rahmen der Zuchtgemeinschaft die drei Delfinweibchen Anke, Nynke und Naomi aus Nürnberg in die Niederlande und leben seither im Delfinarium Harderwijk, einer weitläufigen Lagune unter freiem Himmel.

“Allen drei Tieren geht es in Harderwijk sehr gut”, bilanziert Nürnbergs Delfinariumsleiter Armin Fritz seinen zehntägigen Besuch dort im März 2010. “Die Tiere fühlen sich wohl und haben in Harderwijk viel Neues kennengelernt”, freut sich der Delfinexperte. Im biologisch gefilterten Meerwasser leben die Delfine erstmals draußen, beobachten die Möwen über sich, spielen mit Algen und schwimmen um die im Wasser lebenden Fische. “Diese Fische fressen die Delfine aber nicht”, so Fritz. “Sie haben das Jagen gar nicht gelernt.” Eine Besonderheit für die Nürnberger Tiere waren auch die Boote, mit denen sich die Delfintrainer ihren Schützlingen nähern.

Ankes Baby starb an Missbildung der Luftröhre
Im März diesen Jahres brachte Anke (ebenfalls ein Nürnberger Delfin) in Harderwijk ein Junges auf die Welt, das jedoch nur kurz überlebte. Bei der Geburt gab es Komplikationen: Das Jungtier kam verkehrt herum, also mit dem Kopf voran, zur Welt. (Anmerkung MA: Delfine kommen normalerweise mit den Schwanz voran auf die Welt. So wird gewährleistet, dass sie nach der abgeschlossenen Geburt gleich an die Wasseroberfläche schwimmen und ihren ersten Atemzug nehmen können.) Die Atmung war unregelmäßig, das Tier wirkte leicht apathisch. 15 Minuten nach der Geburt starb der junge Delfin.

Im Delfinarium in Harderwijk liegt inzwischen der Obduktionsbericht des männlichen Jungtiers vor. Demnach wies die Luftröhre an der Gabelung zu den Lungen eine angeborene Missbildung mit einer massiven Verengung des Querschnitts auf. Als Folge hatten sich die beiden Lungenflügel nicht vollständig mit Atemluft füllen können. Diese Obduktionsbefunde erklären die Vorgänge kurz nach der Geburt, etwa dass das Junge zwar nach einer Minute zum ersten Mal atmete, die Einatmung jedoch sehr schwach war. Ein Zusammenhang der Missbildung mit dem sehr niedrigen Geburtsgewicht von 11,9 Kilogramm konnte nicht festgestellt werden.
(Quelle: Tiergarten Nürnberg)

Moby feiert seinen 50. Geburtstag mit einem guten Freund
Seniordelfin Moby hat zu seinem 50. Geburtstag im Nürnberger Delfinarum eine Fischtorte erhalten. Außerdem besuchte ihn sein langjähriger Freund Hans-Jürgen Klinckert, der den Delfinbullen nun schon seit fast 40 Jahren kennt. Moby ist einer der ältesten Großen Tümmler der Welt. Mehr zu Mobys Geburtstag auf der Website des Nürnberger Tiergartens.

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  • http://www.doris-t.de Doris

    Wieder ein Gefangener mehr, der sein Dasein unter traurigen Bedingungen fristen muss und niemals die Weite des Ozeans, die Kraft der Gezeiten, die Freiheit der sozialen Bindungen, kennenlernen wird. Was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen, könnte man als “pro” Argument hernehmen. Aber ist das eine Entschuldigung? Armes “Wurm”. “Zucht”, wenn ich das schon höre bei diesen inteligenten Tieren. – Nein, Delfinarien sind eine überholte Einrichtung. Nach den heutigen Kenntnissen über Delfine kann niemand mehr behaupten, dass man sie auch nur annähernd artgerecht halten kann und dass dieses Hin- und Hergeschiebe der Tiere zwischen den Einrichtungen im Hinblick auf die Bindung der Tiere zueinander noch vertretbar ist. Doch die teuren Einrichtungen müssen sich rechnen, die Lagune braucht gesicherten Nachschub. Entweder es klappt mit der Nachzucht…oder….jedenfalls muss die Kohle wieder reinkommen, egal wie. Sie haben viel geleistet, die Delfinarien, viel für die Popularität der Delfine getan. Das möchte ich keinesfalls abstreiten. Nur in Zeiten der Reisefreudigkeit der Menschen, der eindrucksvollen Dokumentation und Möglichkeiten von 3D Filmen kann man darauf verzichten, die Tiere zu quälen und einzusperren.

  • http://www.meeresakrobaten.de Susanne

    Doris, ich glaube ganz sicher nicht, dass die Delfine in Harderwijk (oder Nürnberg) “gequält” werden und ich bin außerdem der überzeugung, dass sie die Weite des Ozeans nicht vermissen. Das ist meiner Meinung nach eine vermenschlichende Sichtweise, die bei Tierhaltungsgegnern allgemein gerne angewandt wird. Konsequenterweise müssten dann aber sämtliche Lebewesen von der Käfig- oder Gehegehaltung ausgenommen werden, denn in solchen mensch-gemachten “Behältnissen” wird jedem Tier seine Freiheit genommen.

    Die genommene Freiheit versucht man in gut geführten Tiergärten oder in einigermaßen artgerechter privater Tierhaltung durch Beschäftigung mit den Tieren und vor allem durch ihre Fütterung wieder wett zu machen. Futtersuche ist ja das, was Gnus, Geparde, Haie, Wale usw. riesige Strecken zurücklegen lässt. Sie tun das nicht, weil sie nur eben mal spazieren laufen oder schwimmen wollen …

    Ich muss dir aber recht geben, dass kein Delfinariumsbesuch ein Whale-Watching-Erlebnis toppen kann. Begegnungen mit Delfinen in freier Wildbahn habe ich schon einige gehabt und somit auch schon viele Glückmomente, die diese Tiere in einem auslösen. Aber genau das könnte auch zu ihrem Verhängnis werden, denn die Reisefreudigkeit der Menschen wird immer größer, wie du ja auch schreibst. In der Zeitschrift PM gibt es dazu eine interessante Betrachtung von Steffi Geihs, die genau wie ich in den 1990er-Jahren bei Projekten der Schweinswal-Erforschung (von Land aus!) teilgenommen hat. Wenn es dich interessiert, der Artikel heißt “Können Schnappschüsse töten?”

    Lass doch den Menschen, die sich keine Reisen und kein Whale-Watching zusammen mit ihrer großen Familie leisten können, die Freude, Delfine in gut geführten Anlagen (Harderwijk hat sogar bei Delfinariumsgegnern einen guten Ruf) zu beobachten.

  • http://www.doris-t.de Doris

    Ich möchte dich fragen, ob diese “Glückmomente, die diese Tiere in einem auslösen” auch bei dir ausgelöst werden, wenn du die Delfine in den Becken siehst. Hast du dasselbe Gefühl? Verspührst du dort, wo du sie mit Kommandos “präsentiert” bekommst, tatsächlich die selbe Lebensfreude, Freiheit und fühlst dich genaus geehrt, dass du sie sehen darfst? – - zu dem Artikel, den ich mir gerade angeschaut habe: Ich bin auch für Regeln beim Whale-Watchen und die wurden auf Pico eingehalten. Sie stehen groß für jeden Whale-Watcher auf dem Weg zu den Booten. Das Problem, so meine Beobachtung in den USA und Kanada damals, waren die privaten Boote, die sich nicht daran hielten. Auf Pico gab es solche Boote nicht, wahrscheinlich liegen die Azoren einfach zu abseits.

  • http://www.kalialover90.deviantartcom Alexandra

    hi,
    schöne nachricht :)
    freut mich, dass nynke auch mal erfolg hatte
    ich habe gehört, das es sich bei dem kalb um einen jungen handeln soll.
    das nur am rande.
    glückwunsch nyke.

  • http://www.meeresakrobaten.de Susanne

    Doris, also noch einmal: “Ich muss dir aber recht geben, dass kein Delfinariumsbesuch ein Whale-Watching-Erlebnis toppen kann. Begegnungen mit Delfinen in freier Wildbahn habe ich schon einige gehabt und somit auch schon viele Glückmomente, die diese Tiere in einem auslösen.” (Zitat aus meinem ersten Kommentar)

    Was die Großen Tümmler im Nürnberger Delfinarium angeht, so habe ich schon mehrmals die Gelegenheit gehabt, die Delfine auch ohne Kommandos “präsentiert zu bekommen”. Die Atmosphäre war eine ganz ruhige und entspannte. Die Großen Tümmler kamen zu mir, forderten mich zum Spielen auf, ließen sich streicheln … Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut. Wenn auch, wie schon mehrfach geschrieben (!!!), die Begegnung mit einem im Meer lebenden Delfin ein viel beeindruckender Moment in meinem Leben war als die Begegnung mit Moby, Sunny & Co. Ich hoffe, ich werde auch in Zukunft noch ein paar Mal die Möglichkeit haben, Delfine in freier Wildbahn zu erleben. (Allerdings werde ich es wahrscheinlich nie auf 13 Whale-Watching-Touren innerhalb von 14 Tagen bringen; das bleibt für mich weiterhin guinnessbuch-verdächtig, Doris ;o))

    Ich glaube, die Azoren sind längst kein Geheimtipp mehr, sondern haben sich längst als das Whale-Watching-Gebiet schlechthin etabliert. Schließlich werben diverse Reiseveranstalter reichlich mit der Wal- und Delfinvielfalt, die es dort gibt. Man sieht das u.a. an der großen Anzahl an privaten Youtube-Filmchen, die alle auf den Azoren gedreht wurden. Es gibt sogar eine wissenschaftliche Abhandlung über die “Nachteile für Cetaceen durch Bootsaufkommen auf den Azoren”. Der Wal-Tourismus boomt regelrecht. Natürlich nicht nur auf den Azoren, sondern in allen Whale-Watch-Gebieten weltweit.

    Was die Regeln angeht, so ist die Frage, wer kontrolliert, dass die Regeln eingehalten werden?

  • Robin

    Hallo Susanne,
    zum einen find ich es super gut, dass Nynke ihren Nachwuchs bis jetzt erfolgreich groß zieht und vorallem auch annimmt, was sie bei den letzten beiden Geburten nicht tat. Auserdem ist das ein guter Beweis dafür, dass Delfine in einem artgerechten Delfinarium gehalten werden können, wie z.B. in Harerwijk. Zudem macht mir dieser Nachwuchs auch Hoffnungen dass, es auch bald in Nürnberg in der neuen Delfinlagune klappen wird :-). Gegen die monderne Delfihaltung, wie sie ja in den meisten europäischen Delfinarien, vorallem mit Freianlage, betrieben wird kann man sowieso nicht sehr viel einwenden. Zwar ist das Meer oder allgemein die Freiheit immer besser doch muss man sich dazu die Frage stellen: Wie lange noch ?!. Den wenn die Massenschlachtungen wie in Japan oder der rüchsichslose Fischfang so weiter gehen wie bisher, wird es dem Großen Tümmler in Freiheit bald nicht mehr so gut gehen…
    Zum anderen möchte ich auch mal erwähnen dass, du eine super Internetseite gestaltet hast und das deine Berichte so wie viele andere Infos über Delfine immer sehr interessant sind. Mach weiter so :-)
    Mfg

  • http://www.meeresakrobaten.de Susanne

    Vielen Dank, Robin, für das nette Kompliment!!!