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Stranden Wale wegen Erschöpfung?


Immer wieder erreichen uns Meldungen über Massenstrandungen von Delfinen und Walen.

Gestrandete Kleine Schwertwale in Südafrika (Foto: Kaia Kohrs)

Warum die Tiere an Land geraten, ist nicht bewiesen. Es gibt nur diverse Vermutungen.

Nun kommt eine neue Theorie hinzu: Stranden Wale und Delfine, weil sie erschöpft sind?

Tests im Delfinarium

Forscher um Terrie Williams von der University of California Santa Cruz gingen dieser Theorie nach. Für ihre Tests trainierten sie in menschlicher Obhut gehaltene Delfine.

Sie maßen die Flossenbewegungen und den Luftverbrauch der Tiere beim schnellen und beim langsamen Schwimmen.

Gestresste Schnabelwale

Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler mithilfe von Hochrechnungen auf den Energieverbrauch von Schnabelwalen übertragen und sind zu folgendem Ergebnis gekommen:

Ein vor einem Unterwassergeräusch fliehender Schnabelwal verbraucht 30,5 Prozent mehr Energie als im Normalzustand. Selbst wenn das Geräusch nicht mehr zu hören ist, schwimmen die Schnabelwale bis zu zwei Stunden lang in hohem Tempo weiter. Geraten sie dann in flaches Wasser, fehlt ihnen die Energie, wieder in tiefere Gewässer zurückzukehren.

Die Flucht vor natürlichen Feinden oder mensch-gemachten Störungen kostet die Meeressäuger sehr viel Kraft.

Angesichts der zahllosen gestrandeten Tiere und der zunehmenden menschlichen Einflüsse in den Weltmeeren sollten uns die Ergebnisse jedenfalls zu denken geben, meint Williams.
(Quellen: Journal of Experimental Biology, Den Tieren geht die Luft aus/MDR und science.orf.at )

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