Berichte

Wale und Delfine auf Briefmarken


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Gastbeitrag von Oliver Schmid, 16. April 2017

Statt vielen bunten Ostereiern gibt es heute bei den Meeresakrobaten viele bunte Briefmarken. Gesammelt hat sie der Biologe Oliver Schmid. Wir freuen uns, dass er seinen „Schatz“ hier auf der Website vorstellt.

Wal- und Delfin-Briefmarken
(Foto: Oliver Schmid)

Liebe Meeresakrobaten-Freunde,

gewiss, Briefmarkensammeln ist in Zeiten von E-Mail, Facebook, Twitter und Whatsapp nicht mehr unbedingt ein zeitgemäßes Hobby und wird – wenn überhaupt – oft nur noch von Männern im Rentenalter betrieben. Auch ich widme mich nur noch selten meiner Sammlung (in der Regel an verregneten Sonntagen, wenn alle Freunde bereits ausgebucht sind).

Eigentlich schade, denn die kleinen Bildchen spiegeln immer auch ein wenig das Land wider, aus dem sie kommen.

Ich hab in den vergangenen beiden Jahren auf Tauschtagen mal gezielt nach Briefmarken mit Walen und Delfinen Ausschau gehalten und möchte euch nun ein paar Marken aus der Sammlung vorstellen.

Schweden, San Marino

Die schwedische Marke von 1991 (1) ist dem Delfinarium in Kolmarden gewidmet. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Motiv vielleicht den Unmut von einigen Delfin-Freunden auf sich zieht. Zeigt sie doch die Delfine als dressierte Tiere, die Kunststücke aufführen, und man könnte annehmen, dass hier die reine Show im Vordergrund steht.

Nun weiß ich nicht viel über dieses Delfinarium, aber ich habe gelesen dass dort auch Delfinforschung betrieben wird, es sich also – zumindest heute – um eine wissenschaftliche Anlage handelt. O.K., man muss auch bedenken, dass die Marke immerhin über ein Vierteljahrhundert alt ist und sich in dieser Zeit doch viel getan hat.

Die Delfinmarke aus San Marino (2) von 1966 ist nicht nur die älteste Marke meiner Sammlung, sie ist auch deshalb bemerkenswert, weil San Marino weder am Meer liegt noch ein Delfinarium besitzt …

Sowjetunion, Island, Färöer Inseln

Auch die sowjetische Marke mit den zwei hübschen springenden Delfinen (4) hat schon über 45 Jahre auf dem Buckel

Island (3) hat gleich mehrere Marken mit Delfinen herausgebracht. Hier ein Weißschnauzendelfin, der im Nordatlantik zu Hause ist.

Noch mehr Marken, nämlich mindestens acht Stück, haben die Färöer-Inseln herausgegeben – darunter auch Motive von unbekannteren Arten wie den Sowerby-Zweizahnwal (5).

Sowerby-Zweizahnwal auf Briefmarke der Färöer Inseln (Quelle: Wikipedia)

Ich finde es bemerkenswert, dass auch Länder / Gebiete, in denen Wale und Delfine nach wie vor gejagt werden, diesen Tieren „postalische Denkmäler“ setzt.

Großbritannien, Frankreich, China

Sehr schön finde ich auch den freundlich wirkenden Delfin der britischen Kanalinsel Guernsey (6).

Der „französische Tümmler“ (7) wirkt auf dem Bild hingegen durch seinen Blick und die kleinen spitzen Zähnchen auf mich fast ein wenig bedrohlich – eine Erinnerung daran, dass Delfine Raubtiere sind…?

Die Chinesischen weißen Delfine, die man auch „Rosa Delfine“ nennt, sind in Natur jedoch nicht so intensiv rosa, wie es die Marke aus Singapur (8) suggeriert.

Afrika, Australien

Eine meiner Lieblingsbriefmarke zum Thema „Wale & Delfine“ stammt aus Südwestafrika (9). Die Marke mit dem Blauwal beeindruckt schon durch ihr ungewöhnliches Format. Der Taucher zeigt, wie riesig dieses Tier ist.

Cool finde ich auch den Buckelwal (10) aus Australien. Man kann sich direkt vorstellen, wie er gleich ins Wasser zurückplatscht und alles nass spritzt!

Wal- und Delfin-Briefmarken
(Foto: Oliver Schmid)

Zu Australien habe ich noch zwei weitere Marken ausgesucht: einen majestätischen Pottwal (11) und zwei Große Tümmler (12).

Einen meiner Lieblingsdelfine seht ihr auf der Marke von Benin (13). Im Gegensatz zu anderen Walen / Delfinen können sie richtige „Grimassen“ schneiden und geben die herrlichsten Töne von sich. Man nennt sie nicht umsonst die „Kanarienvögel der Meere“. Kurios ist allenfalls, dass Belugas in polaren und subpolaren Gebieten beheimatet sind, der Staat Benin jedoch in Westafrika liegt.

Asien

Kambodscha hat als Motiv den beliebten Großen Tümmler (14) gewählt, Vietnam hat auf einer der vier Marken, die ich aus diesem Land habe, einen Finnwal (15) abgebildet.

Nordkorea ist eines der isoliertesten Staaten der Welt – doch auch von dort habe ich einige Marken ergattert. Hier ein hübsch gezeichneter Orca (16).

Kanada, Südamerika, Karibik

Kanada hat sich als Motiv den charakteristischen Narwal (17) ausgesucht. Ich finde diese Tiere evolutionsbiologisch ganz interessant, denn solch ein riesiger „Stoßzahn“ ist beim Schwimmen sicher hinderlich.

Sehr wuchtig hingegen der Wal auf der brasilianischen Marke (18). Ich gebe zu, dass ich bis vor kurzem den „Südkaper“, wie die Art heißt, auch nicht gekannt habe. Diese Wale sind wohl sehr neugierig und zutraulich gegenüber uns Menschen und seit 1935 geschützt.

Aus Kuba zeige ich euch wieder zwei Marken: den Gemeinen Delfin mit seiner schönen Zeichnung (19) sowie einen Rundkopfdelfin (20), der hier offensichtlich gerade gefüttert wird.

Neuseeland, Antarktis

Den kleinen Hector-Delfin (21) gibt es nur rund um Neuseeland. Kein Wunder, dass die Neuseeländer diesen Delfinen eine Marke gewidmet haben.

Marke 22 zeigt noch mal die beliebten Großen Tümmler – hier ein Weibchen mit Jungtier.

Zuletzt noch eine Marke aus der Antarktis mit einem Orca bzw. Schwertwal (23). Die hier verwendete Bezeichnung „Killerwal“ halte ich für etwas unglücklich, denn sie unterstellt dem Tier gewissermaßen „boshafte Absichten“ bei der Beutejagd.

Passend zu Ostern noch eine Suchaufgabe: Im Foto unten seht ihr ein buntes Briefmarken-Sammelsurium. Darunter ein paar oben nicht vorgestellte, aber auch einige oben beschriebene Marken. Findet ihr sie?

Wal- und Delfin-Briefmarken
(Foto: Oliver Schmid)

Waltiere sind überall auf der Welt beliebt

Ich denke, meine kleine Sammlung zeigt zumindest zwei Dinge:

  • Beim Briefmarkensammeln kann man viele (neue) Arten kennenlernen.
  • (Fast) überall auf der Welt liebt man die Meeressäuger.

Nur in Deutschland sind bislang keine Delfin-Briefmarken erschienen. Zumindest nicht, dass ich wüsste. Aber vielleicht kennt jemand von euch ja eine Delfinmarke – dann dürft ihr uns gerne schreiben!

7 Kommentare

  1. Juchhuuuu! Meine Anregung für die Schweinswal-Sonderbriefmarke ist in die Vorschlagsliste zur Programmplanung 2019 aufgenommen worden! Im Herbst 2017 werden die eingereichten Themen vom unabhängigen Programmbeirat beim Bundesministerium der Finanzen erörtert.

    geschrieben von Susanne
    1. Hallo Susanne,
      herzlichen Glückwunsch, damit wäre die erste Hürde geschafft. Ich drücke die Daumen, dass das Motiv angenommen wird und wir dann in zwei Jahren Schweinswale auf die Briefe kleben können. UMweltschutzmarken sind ja oft Zuschlagsmarken, deren Zuschlag dann oft an ein entsprechendes Hilfs- oder Forschungsprojekt geht. Ich wäre gerne bereit, einige Cent mehr zu bezahlen, um den Schweinswalen (mir gefällt nach wie vor der Name „Kleiner Tümmler“ besser) zu helfen

      geschrieben von Oliver
  2. Ich habe heute mal an das Finanzministerium (das ist zuständig für Briefmarken) geschrieben und den Vorschlag gemacht, mal einen Schweinswal auf eine Briefmarke zu drucken. Das wäre bestimmt für den Artenschutz hilfreich. Falls ihr auch schreiben wollt, hier ist die Adresse:
    Poststelle@bmf.bund.de

    geschrieben von Susanne
    1. Hallo Susanne! Ich denke, dass ein Vorschlag für ein bestimmtes Briefmarkenmotiv ein bestimmtes Ereignis oder ein Jubiläum würdigt, also z.B. wenn das „Jahr des Schweinswals“ gefeiert wird oder ein Tierpark / Zoo 100 Jahre alt wird. Da die Motive weit im Voraus ausgesucht werden, müsste man sich jetzt bereits Gedanken um Ereignisse des Jahres 2019 machen. Das Ministerium schreibt hierzu:

      „Der Programmbeirat tagt einmal im Jahr – im Regelfall im Herbst – um dann jeweils die Themen für das übernächste Jahr festzulegen. So sollen die Themen für das Jahr 2019 im Oktober 2017 beraten werden. Vorschläge, die noch berücksichtigt werden sollen, müssen also spätestens bis 15. September 2017 im Bundesministerium der Finanzen eingehen.“

      Wenn man nicht so lange warten möchte, gäbe es noch die Möglichkeit, eigene Briefmarken zu entwerfen:
      https://www.post-individuell.de/showstart.do
      Allerdings lässt sich die Post diesen Service gut bezahlen. EIn Bogen mit 20 Briefmarken à 70 Cent kostet dann knapp 30 Euro, d.h. man zahlt dann pro Brief 1,50 €. Aber dafür hat man dann Briefmarken, die absolut einmalig sind ;-)

      geschrieben von Oliver
      1. Hallo Oliver, ich hatte vor vielen Jahren eine Meeresakrobaten-Briefmarke geschenkt bekommen. Leider habe ich kein Foto davon. :o(

        geschrieben von Susanne
  3. Wenn keiner was schreibt, will ich’s mal versuchen:

    1. Reihe: –19– / fehlt / fehlt / fehlt
    2. Reihe: fehlt / fehlt / fehlt / –12–
    3. Reihe: fehlt / –20–/fehlt/fehlt

    Ic h hoffe, ich blamiere mich nicht gar zu sehr :)

    geschrieben von Rüdiger
    1. Super, Rüdiger! Stimmt alles!

      geschrieben von Susanne

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