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Beim Flussdelfin im Duisburger Zoo


Wieder hat die Gruppe Zoos-Media einen unterhaltsamen und informativen Film ins Netz gestellt. Dieses Mal geht es um den Amazonas-Flussdelfin BABY (er wird auch Orinoco oder Butu genannt) aus dem Duisburger Zoo. Neben BABY ist im Film die Tierärztin Dr. Kerstin Ternes zu sehen, die über den über 40 Jahre alten Delfin erzählt.

Seit 1975 im Zoo

BABY wurde 1975 als ganz junges Tier (daher der Name BABY) zusammen mit seiner Mutter im Rio Apure (Venezuela) gefangen. Außerdem zogen ein sehr alter, äußerst seltener Albino, der schon keine Zähne mehr hatte, sowie zwei weitere männliche Flussdelfine ins Delfinarium ein.

Schon in den 1970er-Jahren war die Umwelt nicht mehr in Takt, wie uns Kerstin erzählt. Als das Zoo-Team die Muttermilch zur Untersuchung an die Uni in Utrecht gab, wurde dort nämlich herausgefunden, dass sie voll mit Schadstoffen belastet war. Man solle das Jungtier besser künstlich ernähren, lautete damals der Rat.

Alter der Flussdelifine

Leider verstarben drei der Flussdelfine im Laufe der Zeit. BABY war jedoch noch lange mit APURE zusammen, der Ende 2006 im hohen Alter von 51 Jahren starb. In freier Wildbahn werden Amazonas-Flussdelfine 16 bis 18 Jahre alt.

Da Flussdelfine sowohl in kleinen Gruppen als auch als Einzelgänger leben, ist die Haltung von BABY im Rio-Negro-Haus des Zoos unproblematisch.

Flussdelfine sind nicht blind

Lange Zeit wurde behauptet, dass die Amazonas-Flussdelfine blind seien. Doch das stimmt nicht, sagt Kerstin. Forscher haben im Duisburger Zoo nachgewiesen, dass sie sehr wohl sehen, obwohl sie nur ganz kleine Augen haben. Doch der Hauptsinn, den sie zum Jagen einsetzen, ist – wie bei den anderen Delfinarten auch – das Sonar.

Der einzige Flussdelfin außerhalb Südamerikas

BABY ist der einzige südamerikanische Flussdelfin weltweit, der außerhalb Südamerikas gehalten wird.

Mythos

Früher wurde der Amazonas-Delfin von den Ureinwohnern sehr geschätzt. Für sie war er der Verzauberte. In Legenden wird erzählt, dass Flussdelfine Musik lieben und sich bei einem Fest in Menschen verwandeln würden. Sie trugen dann eine Melone auf dem Kopf, damit ihr Blasloch nicht erkannt wurde. Wann immer eine nicht verheiratete Frau schwanger geworden ist, mutmaßte man, dass ein Flussdelfin der Vater war.

Bedrohungen

Flussdelfine sind in ihrer Heimat sehr stark bedroht. Zum einen macht ihnen die zunehmende Umweltverschmutzung zu schaffen, die bereits in den 1970er-Jahren gegeben war (siehe oben).

Außerdem machen Fischer Jagd auf den Delfin. Sein Fleisch wird zerhackt und als Köder für Welse eingesetzt.

Auch die Heilmagie und der Schamanismus haben den Tieren zu schaffen gemacht, kann man von Kerstin im Filmbeitrag erfahren.

Lesetipps

* Flussdelfine sterben für Fischköder
* Flussdelfine im Rio Negro

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