Färöer Inseln

Meeresakrobaten, 17. August 2010 (aktualisiert am 2. September 2014)

Inhalt

*** Seite 1: Vorgeschichte *** Seite 2: So läuft der Walfang ab *** Seite 3: Verteilung des Grindwal-Fleisches *** Seite 4: Umweltgifte im Fleisch *** Seite 5: Vollbeschäftigung auf den Färöer Inseln *** Seite 6: Unterschiede zu unserer Jagd auf Wildtiere *** Seite 7: Es tut sich was …

Mutter mit Kind/Teneriffa (Foto:Rüdiger Hengl)

Grindwal-Mutter mit Kind/Teneriffa
(Foto:Rüdiger Hengl)

Vorgeschichte

GLOBI ist ein halbwüchsiger Grindwal, der in einer großen Herde schwimmt.

Dieser Herde – die man auch Schule nennt – haben sich mehrere Große Tümmler angeschlossen. Genauso wie diese gehört GLOBI zur Familie der Delfine. Da er jedoch keinen „Schnabel“, sondern eine kurze und rundliche Schnauze hat und außerdem um einiges länger wird als die Großen Tümmler, werden er und seine Verwandten zu einer Unterfamilie namens „Globicephalinae“ gezählt.

GLOBI lebt gefährlich

GLOBI wog bei seiner Geburt bereits 75 Kilogramm und war knapp 2 Meter lang. Wenn er ausgewachsen ist, wird er zwischen 1,8 und 3,5 Tonnen schwer und 4 bis 6 Meter lang sein. Die mit ihm schwimmenden Großen Tümmler werden dagegen nur 1,5 bis 4 Meter lang und wiegen zwischen 150 und 600 Kilogramm.

GLOBI lebt sehr gefährlich, denn er schwimmt im Sommer zusammen mit seinen Eltern, Großeltern, Tanten, Onkeln und Geschwistern in der Nähe der Färöer-Inseln. Das ist eine wild-romantische Inselgruppe im Nordatlantik, die zwischen Norwegen, Großbritannien und Island liegt. Dorthin zieht es die Walgruppe, weil ihre Beutetiere – Tintenfische – sich von Juni bis August in Küstennähe aufhalten.

Gestrandete Kleine Schwertwale in Südafrika (Foto: Kaia Kohrs)

Gestrandete Kleine Schwertwale in Südafrika (Foto: Kaia Kohrs)

Die „Schafsinseln“ haben ein dunkles Geheimnis

Die Färöer-Inseln heißen übersetzt „Schafsinseln“. Sie sind wunderschön. Viele Touristen verbringen ihren Urlaub dort, denn die Landschaft mit ihren rauen Felsen, grünen Feldern und tiefen Schluchten ist sehr eindrucksvoll.

Doch leider haben die Bewohner der Färöer – die Färinger – ein dunkles Geheimnis – genauso wie die Delfinfänger in Taiji … Mehrmals im Jahr werden in verschiedenen Fischerorten Grindwalschulen vom Meer in kleine Buchten getrieben, wo die Tiere dann mit Messern und Haken getötet werden.

Blindes Vertrauen führt in den Tod

Grindwale lassen sich leicht fangen. Sie sind nicht scheu, sondern nähern sich sogar neugierig den Booten. Da sie immer einen Anführer haben, werden sie auch Pilotwale genannt. Sie folgen ihrem „Piloten“ überall hin. Sie würden sich nie von ihrer Gruppe und ihrem Leittier trennen.

Leider führt sie dieses blinde Vertrauen manchmal in den Tod. Schon oft hat man von Massenstrandungen gelesen. Diese treffen meist die zur Unterfamilie Globicephalinae gehörenden Arten.

6 Kommentare

  1. Eine Schande für die Europäische Union und für Dänemark! – Aber offenbar sind Glühlampenverbote immer noch leichter durchzusetzen, als die Beendigung barbarischer Traditionen.
    Dabei hat es selbst Spanien inzwischen geschafft, auf die Stierkämpfe (hier kamen Zuchttiere ums Leben!) zu verzichten.
    Wieso kann man dann nicht endlich auch die Grindwal-Abschlachtungen im Mülleimer der Geschichte versenken ??

    Wäre doch mal ein lohnendes Betätigungsfeld für die ganzen "Tierrechts-Aktivisten"!

    geschrieben von Norbert
  2. Soviel Grausamkeit raubt mir den Atem, beendet dieses nutzlose Treiben verrohter Menschen.

    geschrieben von Duplosconradi
  3. Hallo,
    Ich wollte fragen ob es einen Beruf gibt bei dem man Delfine nicht einspert wie in delfinarien sodern so etwas wie eine Reha (Reha Zentern für delfine) nur für meeressäuger. Da geht es ja darum diese Tiere gesund zu pflegen und dann auszuwildern. GIbt es soetwas, oder eine Internetseite wo infos über solch ein beruf stehen?
    Danke

    geschrieben von KerenKoch
    1. In Harderwijk/Niederlande werden Schweinswale gesund gepflegt und anschließend ausgewildert (hier der Link zum Delfinarium und Reha-Center :http://www.dolfinarium.nl/). Siehe dazu auch meinen Artikel http://www.meeresakrobaten.de/2011/10/sos-station
      Auch in Vancouver/Kanada gibt es eine Reha- und Auswilderungsstation. Hiervon habe ich auch den Link: http://www.vanaqua.org/act/direct-action/marine-m
      Es gibt natürlich noch viel mehr. Musst einfach mal googeln, dann findest du bestimmt, was du willst.
      Was den Beruf angeht, so denke ich, dass in den Reha-Stationen viele Praktikanten und Freiwillige arbeiten, außerdem Tierpfleger und Tierärzte.

      geschrieben von Susanne
    2. leider weden nicht alle, nachdem sie gesundgepflegt werden, wieder in die freiheit entlassen, sondern zu show-zwecken an delfinarien weitergegeben (z.b. orca "morgen" von harderwijk). da wildfänge für diese zwecke eigentlich tabu sind, werden die vorschriften so umgangen. wahrscheinlich spielen interne abmachungen, wie hohen spenden an pflegestationen etc. eine rolle.

      geschrieben von Pipa
      1. Das ist richtig, Pipa. Aber dabei handelt es sich um Tiere, die ohne Gruppe gefunden wurden oder die stark verletzt oder so beeinträchtigt waren, dass sie im Meer nicht überleben können (Stichwort: der Große Tümmler "Winter"). Morgan – das Orca-Weibchen – wurde in der Nordsee bei den Niederlanden gefunden und in Harderwijk aufgepäppelt. Sie war untergewichtig. Aus irgendeinem Grund, den keiner weiß, war sie allein, ohne Gruppe. Was du da schreibst, ist unbewiesen und reine Spekulation. Kennst du dich so genau aus, dass du so sicher behaupten kannst, dass Vorschriften umgangen wurden? Ich finde es nicht gut, seine eigene Meinung als bewiesene Tatsache in die Welt zu setzen … Harderwijk hat sich ganz bestimmt nicht darum gerissen, statt eines Wildfangs ein gestrandetes Tier aufzunehmen, wie du vermutest. H. hat für Orcas gar keine Becken, die groß genug sind. Schon x Mal wurden in H. Schweinswale gesund gepflegt und wieder ausgewildert. Das von dir in die Welt gesetzte "Für Show-Zwecke an Delfinarien weitergegeben"-Gerürcht greift einfach nicht.

        geschrieben von Susanne

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