Japan – Land der blutenden Buchten
Blutrot ist der Punkt mitten in Japans Flagge. Blutrot färben sich auch einige Buchten an Japans Küste – und zwar immer zwischen September/Oktober und April. Der Grund: Aus einer alten Tradition heraus werden in diesen Monaten Tausende Delfine und andere Kleinwale in seichte Gewässer getrieben und dort anschließend mit Messern und Lanzen abgestochen.
Land der blutenden Buchten
Das Ausmaß dieser Tierschändung ist kaum zu beschreiben … Die Meeresakrobaten informieren auf dieser Sonderseite sowie in den aktuellen Berichten seit vielen Jahren über das Massaker in Taiji (etwa 700 km südlich von Tokio gelegen).
Der ehemalige Delfintrainer Ric O’Barry reist seit mehreren Jahren nach Taiji, um dort die grausame Misshandlung von einer hoch-intelligenten Spezies zu dokumentieren. Seinem Engagement ist es auch zu verdanken, dass der Dokumentarfilm The Cove gedreht und 2009 in vielen Kinos auf der ganzen Welt gezeigt wurde. In diesem Film wird das gut gehütete Geheimnis einiger japanischer Fischer aus Taiji an die Öffentlichkeit gebracht. Das Geheimnis ist blutrot und hat bisher ein Leichentuch über viele, viele Tausend Delfine gedeckt …
Presse und Film machen Massaker publik
Seit 2007 – dem “Jahr des Delfins” – wird auch in Deutschland in sehr vielen Zeitungen und im Internet über das “Massaker in Japan” berichtet. Es gab und gibt viele Unterschriftenlisten mit Appellen an die japanische Regierung, diesem fürchterlichen Treiben doch endlich ein Ende zu setzen. Doch die japanische Regierung befürwortet und unterstützt die Delfin-Tötungen an den Küsten Japans sowie auch den Walfang auf offenem Meer. Die Japaner berufen sich auf ihr “Recht”, Meeressäuger töten zu dürfen – selbst wenn dies auf so grausame Weise wie in Taiji geschieht …
Was sich in Taiji abspielt
Sobald ab September ein Delfinschwarm in Küstennähe gesichtet wird, fahren etwa ein Dutzend Fischerboote hinaus aufs Meer. Die Boote sind alle mit Metallstangen versehen. Auf diese schlagen die Fischer mit Hämmern, was unter Wasser einen Höllenlärm verursacht. Die Delfine, die ein sehr empfindliches Gehör haben, werden durch diese Maßnahme orientierungslos gemacht. Gänzlich verwirrt lassen sich die Tiere in eine vom Land kaum einsehbare Bucht dirigieren. Die Bucht wird mit Netzen geschlossen. Viele Delfine verheddern sich in den Maschen der Netze beim Versuch, ihren Peinigern zu entkommen. Aus unbekannten Gründen versucht keines der Tiere, über die Netze zu springen, obwohl die Meeressäuger dazu durchaus in der Lage wären.
Den Delfinen werden Stricke um die Schwanzflossen (Fluken) gebunden. Dann werden sie mithilfe von kleinen Booten in die Bucht gezerrt, wo sie auf brutalste Weise mit Messern und Lanzen getötet werden. Auf der Fahrt in ihren Tod werden etliche von ihnen von den Booten überfahren und verletzt. Manchmal wird ihnen ein Holzpflock in die Nähe des Blaslochs gerammt, was ein zu starkes Ausbluten verhindern soll. Wohlgemerkt: Auch diese Quälerei geschieht bei lebendigem Leib.
Das Fleisch der getöteten Tiere wird in Supermärkten Taijis und in der Umgebung verkauft.
Nicht alle Delfine werden getötet. Ein kleiner Prozentsatz – das sind meist weibliche und junge Große Tümmler sowie andere Arten, die kaum Narben aufweisen – wird an Delfinarien in Asien verkauft.
Verseuchtes Fleisch
Dass das Delfinfleisch stark mit Quecksilber verseucht ist, stört offenbar niemanden. Bei einer Untersuchung kam heraus, dass die Werte den erlaubten Quecksilberanteil um das 10- bis 16-Fache übersteigen. Ein Vertreter des japanischen Gesundheitsministeriums sieht keinen Grund zur Aufregung. Man habe ja schließlich im Internet und Flyern auch Schwangere hinreichend vor dem Verzehr des Delfinfleischs gewarnt.
Das eigentliche Problem ist die überfischung der Meere
O’Barry und andere Delfinschützer befürchten, dass die Japaner dauerhaft versuchen werden, die Delfine auszurotten, weil sie angeblich den Fang der Fischer dezimieren. Er weist darauf hin, dass die Überfischung der Meere das Hauptproblem der Menschheit sei.
Weitere Infos zur japanischen Delfin-Treibjagd
27. Februar 2011: Die Delfinjagd ist zu Ende!!!
November 2010: Nutztier statt Schutztier
Oktober 2010: Die Rechnung geht nicht auf
September 2010 bis Februar 2011: Cove Guardians in Taiji
März 2010: OSCAR für “The Cove”
Oktober 2009: “The Cove” – Der Film
sowie unter dem Stichwort Taiji.




