Japan - Land der blutenden Buchten

Berichte, Online-Aktionen und Aktuelles zum Delfin-Massaker in Japan

Programmhinweis: Am 11. September 2010 wird "Die Bucht" um 20:15 Uhr in VOX ausgestrahlt.

Das Thema "Japan - Land der blutenden Buchten" wird ständig aktualisiert und ergänzt. Am 7. März 2007 ging zunächst die Start- und die Aktionen-Seite online. Weitere Berichte, Interviews und Online-Aktionen siehe am Ende dieser Seite ...

Japan - Land der blutenden Buchten

Blutrot ist der Punkt mitten in Japans Flagge. Blutrot färben sich auch einige Buchten an Japans Küste - und zwar immer zwischen September/Oktober und April. Der Grund: Aus einer alten Tradition heraus werden in diesen Monaten Tausende Delfine und andere Kleinwale in seichte Gewässer getrieben und dort anschließend mit Messern und Lanzen abgestochen.

Das Ausmaß dieser Tierschändung ist kaum zu beschreiben ... Die Meeresakrobaten wollen auf dieser Sonderseite (bzw. diesen Sonderseiten) über das Massaker in Japan informieren. Als Hauptquelle wird dabei auf Ric O'Barrys Dokumentationen sowie Fotos zurückgegriffen, die auch auf folgender Campaign-Website zu finden sind: SaveJapanDolphins


Ein ehemaliger Delfin-Trainer greift ein

Richard O'Barry (seine Freunde nennen ihn Ric) war in den 1960er-Jahren sechs Jahre lang Cheftrainer für die populäre Fernsehserie "Flipper". Er dressierte alle fünf weiblichen Delfine, die nacheinander den Delfin-Hauptdarsteller Flipper verkörperten. Als 1970 Rics Lieblingsdelfin Kathy in seinen Armen starb - sie hatte bewusst aufgehört zu atmen - , wurde Ric bewusst, welchen Qualen viele gefangen gehaltene Delfine ausgesetzt waren. Der Tod von Kathy bewirkte, dass sich Ric fortan persönlich für Hunderte von eingesperrten Delfinen und "Flipper-Kopien" auf der ganzen Welt verantwortlich fühlte.

Sechs Tage nach Kathys Tod, Ric nennt den Zeitpunkt "Tag der Erde", startete Ric zu seiner ersten Befreiungsmission auf die Bahamas. Seither hat er einige Delfine aus engen Tanks befreit - mit allen negativen Konsequenzen für sich selbst. Immer wieder wurde Ric O'Barry wegen seiner Aktionen verhaftet.

Bald wurde Ric klar, dass das "Delfin-Schlachten aus Tradition", das Jahr für Jahr in abgelegenen Buchten Japans (z.B. in Taiji, rund 700 km südlich von Tokio gelegen) stattfindet, auch von der (vor allem asiatischen) Delfinarien-Industrie "am Leben gehalten wird". Denn aus den vielen tausend Delfinen, die in enge Buchten getrieben werden, werden ein paar wenige Tiere ausgesondert und an Delfinarien verkauft. Die "restlichen" Tiere werden brutal mit Messern und Lanzen getötet oder verletzt und anschließend von einem Pkw ins Schlachthaus geschleppt.

Ric O'Barry reist seit mehreren Jahren nach Taiji, um dort die grausame Misshandlung von einer hoch-intelligenten Spezies zu dokumentieren. Seinem Engagement ist es auch zu verdanken, dass der Dokumentarfilm "The Cove" gedreht wurde und seit Anfang 2009 in amerikanischen, australischen und - ab 22. Oktober 2009 - deutschen Kinos gezeigt wird. In diesem Film wird das gut gehütete Geheimnis einiger japanischer Fischer aus Taiji an die Öffentlichkeit gebracht. Das Geheimnis ist blutrot und hat bisher ein Leichentuch über viele, viele Tausend Delfine gedeckt ...

Presse macht Massaker publik

Auch wenn sich in Japan die Presse kaum für das Massaker in Taiji und anderen Küstenorten interessiert, so ist "der Rest der Welt" alarmiert. Dafür haben vor allem Ric O'Barry und mehrere Tierschutzorganisationen mit ihrem aufrüttelnden Filmmaterial im Internet und seit neustem mit ihrem Dokumentarfilm "The Cove" in den Kinos gesorgt.

Seit 2007 - im "Jahr des Delfins" - wurde z.B. in Deutschland in sehr vielen Zeitungen und im Internet über das "Massaker in Japan" berichtet. Es gab und gibt viele Unterschriftenlisten mit Appellen an die japanische Regierung, diesem fürchterlichen Treiben doch endlich ein Ende zu setzen. Doch die japanische Regierung befürwortet und unterstützt die Delfin-Tötungen an den Küsten Japans sowie auch den Walfang auf offenem Meer. Die Japaner berufen sich auf ihr "Recht", Meeressäuger töten zu dürfen - selbst wenn dies auf so grausame Weise wie in Taiji geschieht ...

Ric O'Barry beschreibt, was sich in Taiji abspielt

(Folgender Text ist ein Auszug aus dem Pressebericht der "Journal Society GmbH Presseagentur/Mediengesellschaft" aus Hagen vom 10. April 2007.)
Die Orientierung der Delfinschwärme wird durch Hämmern auf Metallstangen lahm gelegt und sie so in die Lagune bei Taiji getrieben. Viele versuchen den Netzen zu entkommen und ertrinken noch in den engen Maschen. Delfintrainer sortieren die schönsten Exemplare im Auftrag von Unterhaltungsparks für Shows und für Aquarien aus. "Die millionenschwere Delfin-Industrie unterstützt die Treibjagd, indem sie die Fischer für ihr grausames Verhalten entlohnt", so O’Barry. Ein Großteil des Fangs wird an Seilen gefesselt von Motorbooten bei Wendemanövern überfahren und getötet. Andere werden in die Lagune getrieben und mit Lanzen getötet, oder es wird ihnen die Kehle durchschnitten.
(Anmerkung der Meeresakrobaten: Vertreter der Delfin-Industrie, wie zum Beispiel Stefan Meister, argumentieren ganz anders: Sie sehen sich keinesfalls als Mitschuldige am Tod von vielen Tausend Delfinen an, sondern sie betonen, dass sie dafür Sorge tragen würden, dass wenigstens ein kleiner Prozentsatz der Tiere überleben kann.)

Die japanische Regierung gibt den Fischern genaue Anweisungen, um die Zeit des Tötens zu verkürzen, erklärt Hideki Moronuki, zuständiger Sprecher der Fischereibehörde in Tokio (Stand 2007). Allerdings würden sich die Fischer nicht immer daran halten und die Meeressäuger tagelang den Qualen aussetzen. Offenbar wollen die Delfintrainer dabei prüfen, wer von den Delfinen am längsten unter schwierigsten Bedingungen überlebt. Denn der Transport zu den Delfinarien in aller Welt ist für die Meeressäuger qualvoll und strapaziös.

Verseuchtes Fleisch

Dass das Delfinfleisch für die japanischen und auch norwegischen Supermärkte stark mit Quecksilber verseucht ist, stört offenbar niemanden. Ein Vertreter des japanischen Gesundheitsministeriums sieht keinen Grund zur Aufregung. Man habe ja schließlich im Internet und Flyern auch Schwangere hinreichend vor dem Verzehr des Delfinfleischs gewarnt.

Sicherheitsbedenken über die Ernährung von Schulkindern mit dem Fleisch von Grindwalen (die auch zur Familie der Delfine gehören) wurden im März 2007 laut, was eine Inspektion des Fleisches durch das Gesundheitsministeriums zur Folge hatte. So wurde Fleisch von im Mai und Juni 2007 getöteten Grindwalen auf ihren Giftstoffanteil getestet. Das Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass das Fleisch der Grindwale 10 bis 16 Mal mehr Quecksilber und 10 bis 15 Mal mehr Methyl-Quecksilberanteile enthielt, als die nationalen Bestimmungen erlauben. (Weitere Informationen dazu unter Meeresakrobaten-News vom 12. Juli 2007.)

Das eigentliche Problem ist die Überfischung der Meere

O'Barry befürchtet, dass die Japaner dauerhaft versuchen werden, die Delfine auszurotten, weil sie angeblich den Fang der Fischer dezimieren. Er weist darauf hin, dass die Überfischung der Meere das wirkliche Problem sei. Der "Baiji"-Delfin ist inzwischen bereits durch Umweltverschmutzung als Spezies ausgelöscht.

Weitere Infos zur japanischen Delfin-Treibjagd

März 2010: OSCAR für "The Cove"*** Oktober 2009: "The Cove" - Der Film*** 3. September 2008: Dolphin Day*** 20.826 Delfine sollen getötet werden*** Stellungnahme der japanischen Regierung*** 25. September 2007: Dolphin Day*** Delfin-Fleisch ist mit Quecksilber belastet*** Ein mutiger Journalist berichtet über das Delfin-Massaker*** Stefan Meister von Oceanworld billigt Delfin-Treibjagd*** Delfine aus Japan in der Dominikanischen Republik?*** Interview mit ehemaligem "Flipper"-Trainer Ric O'Barry*** Schockierendes Delfinschlachten in Japan*** Filmmaterial, Fotos und Presseartikel

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