Japan

Brief an den derzeitigen (Stand Februar 2016) außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter von Japan in der Bundesrepublik Deutschland Herrn Takeshi YAGI.

Sehr geehrter Herr Takeshi YAGI!

Delfine sind nicht nur Sympathieträger, sondern auch wissenschaftlich sehr gut erforscht. Es handelt sich um intelligente Meeressäugetiere, denen sogar ein Selbstbewusstsein nachgesagt wird.

Es schmerzt mich sehr, wenn ich Bilder oder Filme über die Delfin-Treibjagd in Taiji (Wakayama) sehe. Die Tiere winden sich oft minutenlang in großem Schmerz, bevor sie mit Booten ins Schlachthaus oder (ein paar wenige) als Lebendfänge in Meeresgehege abtransportiert werden.

Doch die Qual beginnt bereits weit draußen im Meer. Nämlich beim Zusammentreiben der Delfine. Die Jäger schlagen mit einem Hammer auf Metallstangen, die ins Wasser gelassen wurden. Dort entsteht ein enormer Lärm, der für die sich akustisch orientierenden Tiere eine riesige Pein darstellt. Sie verhalten sich panisch. Mütter werden von ihren Babys getrennt.

Seit 15 Jahren informiere ich über Delfine. Meine Website www.meeresakrobaten.de ist in deutschsprachigen Ländern äußerst beliebt – nicht zuletzt deshalb, weil sich die Besucher auch über das Leid der Delfine ein Bild machen können und erfahren, wie sie ihrem Protest Ausdruck verleihen können.

Ein großer Fortschritt wurde im letzten Jahr erreicht, als sich der Weltzooverband WAZA, dem auch der japanische Landeszooverband JAZA angehört, zur neuen Auflage für die Mitgliedschaft gemacht hat, dass in der entsprechenden Einrichtung keine Delfine aus dem sogenannten Dolphin Drive in Taiji bezogen werden dürfen.

Es wäre schön, wenn auch Sie sich für die wunderbaren Meeressäuger einsetzen würden. Es handelt sich um Wildtiere, deren Reproduktionsrate äußerst gering ist im Vergleich zu derjenigen anderer gejagter Wildtiere.

Mit freundlichen Grüßen und großer Hoffnung auf Ihre Hilfe!
Susanne Gugeler