Meeresakrobaten, 26. September 2026
80 Jahre IWC
Vor 80 Jahren wurde die Internationale Walfangkommission (IWC) gegründet.
Und seit 40 Jahren schützt ein Moratorium die Großwale vor kommerzieller Jagd.
Tagung in Australien
Vom 27. September bis 2. Oktober 2026 findet in Hobart (Australien) die diesjährige IWC-Tagung statt. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Ausweisung eines Walschutzgebiets im Südatlantik, Maßnahmen gegen Schiffskollisionen und die Frage, wie kleinere Walarten besser vor der Jagd geschützt werden können.
IWC stand für 40 Jahre Blutvergießen
Die 1946 gegründete IWC stand zunächst für 40 Jahre Blutvergießen. Zwischen 1946 und 1985 wurden fast zwei Millionen Großwale im kommerziellen Walfang getötet.
Seit 1986 Walschutz
Darauf folgten 40 Jahre, in denen der Institution einer der eindrucksvollsten Erfolge des Artenschutzes gelang.
Das globale Moratorium wurde 1982 von der IWC beschlossen und trat 1986 in Kraft. Es führte zu einem drastischen Rückgang der Waltötungen.
In den 40 Jahren seit Inkrafttreten des Moratoriums fielen rund 46.000 Wale dem kommerziellen Walfang zum Opfer. Das sind etwa 45-mal weniger als in den vier Jahrzehnten zuvor.
Drei Länder betreiben weiterhin Walfang
Hunderttausende Wale blieben vom qualvollen Tod durch Harpunen verschont, Bestände erholten sich. Dennoch halten drei Länder daran fest: Norwegen und Island haben sich vom Moratorium ausgenommen, Japan jagt seit seinem Austritt 2019 außerhalb des Gremiums.
Dieses Jahr wurden 418 Zwergwale in Norwegen und 93 Finnwale in Island getötet, Japans Quote liegt bei 412 Walen.
Wandel ist möglich
Doch Wandel ist möglich: Australien, Gastgeber der IWC70 und einst Walfangnation, setzt sich für eine umfassende Umsetzung des kommerziellen Walfangverbotes ein.
„Das weltweite Verbot des kommerziellen Walfangs ist eine der größten Errungenschaften des modernen Artenschutzes. Dennoch ist jeder Wal, der für kommerzielle Zwecke einer Explosivharpune zum Opfer fällt, einer zu viel. Umso wichtiger ist es, dass das Moratorium vollständig bestehen bleibt und nicht ausgehöhlt wird“, sagt Fabienne McLellan, CEO von OceanCare.
Schutz von Kleinwalen rückt in Fokus
Auch der Schutz von Kleinwalen soll bei der IWC-Tagung stärker in den Fokus gerückt werden. Mehr als 100.000 Delfine und andere Kleinwale werden weltweit gezielt getötet. Zudem gibt es eine hohe Anzahl von Meeressäugern, die als Beifang in Fischernetzen verenden.
Alte Gefahren
Antigua und Barbuda, dessen Position seit Langem mit der Walfangnation Japan in Verbindung gebracht wird, hat mit Unterstützung einer Handvoll weiterer Staaten eine Resolution eingereicht, die den Walfang wieder erlauben soll. Wird sie angenommen, könnte sie zur Aushöhlung des Moratoriums führen.
Eingereicht wurde der Antrag trotz Widerstands im eigenen Land: Eine im Juli veröffentlichte unabhängige Meinungsumfrage ergab, dass 64 Prozent der Inselbevölkerung gegen den kommerziellen Walfang sind und 60 Prozent auch die Einbringung der Resolution durch ihr Land ablehnen.
68 Prozent der Befragten wussten gar nicht, dass ihre Regierung diese Position überhaupt vertritt.
Alte und neue Bedrohungen: Klimawandel, Schiffe und Hunger
Weltweit sind Forschende zunehmend alarmiert, weil sie Wale dokumentieren, die sichtbar dünner sind, als sie sein sollten. Südkaper vor Südafrika zeigen Anzeichen einer deutlich verschlechterten körperlichen Verfassung.
Vielerorts schrumpft das Nahrungsangebot aufgrund der Erwärmung der Meere. Es gibt Hinweise darauf, dass auch Grauwale im östlichen Nordpazifik leiden, weil Veränderungen in ihren arktischen Nahrungsgründen das Futterangebot verringern. Der Klimawandel verändert marine Ökosysteme schneller, als sich Walpopulationen anpassen können.
Und wo Schifffahrtsrouten Nahrungs- oder Fortpflanzungsgebiete kreuzen, sind zudem Schiffskollisionen zu einer der Haupttodesursachen von Großwalen geworden.
Intensive Fischerei führt zu Beifang und zum Verheddern in Fischereigerät, woran jedes Jahr Tausende Klein-, aber auch Großwale sterben.
Hinzu kommt die Verschmutzung durch Plastik, Chemikalien oder Unterwasserlärm, die weltweit eine ernste Bedrohung für die Wale darstellt.
OceanCare ist vor Ort in Hobart
OceanCare nimmt seit 1992 an den IWC-Tagungen teil und appelliert an die Staaten, weltweit ihre Anstrengungen zu verstärken, um Wale besser vor Bedrohungen zu schützen und das Moratorium zu verteidigen.
Was die IWC70 erreichen könnte
Der Wandel der IWC hin zu einer Organisation, die sich den vielfältigen Bedrohungen für Wale widmet, hat bereits begonnen. Doch es muss noch mehr passieren.
(Quelle: OceanCare)






