In seiner Abhandlung “Japan’s Whaling Triangle – The Power Behind the Whaling Policy” schreibt Midori Kagawa-Fox (University of Adelaide, Australia) von den Hintergründen des japanischen Walfangs und warum die japanische Regierung den Wal eher als Nutztier denn als Schutztier (im Sinne von schützenswertem Tier) ansieht.
Auf den Artikel aufmerksam gemacht hat mich der Japanologe Heiko Lang, dem ich ganz herzlich für den Lesetipp danke!
Dass mit dem Walfang nicht eine Tradition aufrecht erhalten werden soll und dass er auch nicht vorrangig der Nahrungsbeschaffung, sondern vor allem der Befriedigung einiger Interessensgruppen dient, soll im Folgenden aufgezeigt werden.
Geschichte des Walfangs in Japan
Vor dem 12. Jahrhundert wurden Wale noch mit Pfeil und Bogen sowie mit Netzen gejagt. Aber am häufigsten wurden gestrandete Wale verarbeitet. Erstmals im 12. Jahrhundert wurden Wale mit Handharpunen getötet. Die Verteilung und der Verzehr des Fleisches erfolgte nach strengen religiösen Riten.
Im 17. Jahrhundert wandelte sich die Einstellung zum Walfang entscheidend, als dieser in die sich entwickelnde Fischereiindustrie integriert wurde. Eingeläutet wurde diese änderung 1636 mit dem Bau des ersten Leuchtturms in Tomyo Misaki – nahe Taiji (dem heute bekanntesten Delfintötungsort der Welt). Der Küsten-Walfang wurde durch diese technische Errungenschaft sehr erleichtert.
Ende des 19. Jahrhunderts setzten die japanischen Walfänger Harpunenkanonen ein. Sie töteten die Wale nun nach der sogenannten “norwegischen Methode”.




