Berichte

Mit FINN im Tiergarten


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DELFINE: Sowohl über als auch unter Wasser sind sie der Hingucker.

Springfreudige Delfine (Foto: Rüdiger Hengl)

Springfreudige Delfine
(Foto: Rüdiger Hengl)

Trotz Regens ließen es sich die Zoobesucher nicht nehmen, den acht Großen Tümmlern beim Springen, Salto-Schlagen, Auf-der-Fluke-Gehen usw. zuzusehen. Immer wieder ging ein Raunen des Erstaunens durch die Zuschauer. Sie waren von den Darbietungen der Delfine wie auch von den Erklärungen der Tierpfleger sehr angetan.

Nach den Vorstellungen (an diesem Tag waren es drei) wurden alle Schleusen geöffnet, sodass die acht Delfine und sieben kalifornischen Seelöwen alle sechs Außenbecken nutzen konnten.

In der „Blauen Lagune“ kann man Delfine nicht nur sehen, sondern auch hören

Das, was oberhalb der Lagune zu sehen war, war bereits grandios. Aber unter Wasser kann man noch mehr beobachten und auch hören. So kann man mithilfe von Unterwassermikrofonen die Kommunikation der Delfine belauschen. Das ist vielleicht ein Gezwitschere und ein Geplapper. Die Großen Tümmler geben ihr ganzes Laut-Repertoire von sich.

Im „Blauen Salon“ steht man vor einer riesigen Panoramascheibe und ist von den Tieren knapp 30 Zentimeter entfernt. Es fühlt sich so an, als ob man sich körperlich im Reich der Delfine befinden würde. Man hört über die Hydrophone (Unterwassermikrofone) außer den Delfinen so gut wie keinen Laut. Nicht einmal die leistungsstarken Pumpen, mit denen das Wasser umgewälzt wird, sind wahrzunehmen. Wenn ich da an die wilden Tiere in den Ozeanen denke, die einer enormen Lärmkulisse ausgesetzt sind, leben die Großen Tümmler hier wie in einem Wellness-Zentrum.

Die Tiere schwimmen teilweise ganz nah an die Scheibe und schauen dem Betrachter direkt ins Gesicht.

In der Lagune (Foto: Rüdiger Hengl)

In der Lagune
(Foto: Rüdiger Hengl)

Panoramascheibe  (Foto: Rüdiger Hengl)

Panoramascheibe
(Foto: Rüdiger Hengl)

Die Delfine sind hier gut aufgehoben

Ich habe wieder etliche Stunden bei den Delfinen verbracht und festgestellt, dass die Großen Tümmler hier sehr gut aufgehoben sind. Genauso wie ihre neun Artgenossen im Duisburger Zoo erfahren sie eine opitmale Betreuung.

Nach meinen Beobachtungen gehören Große Tümmler zu den Tieren, die am besten in Zoos gehalten werden können. Vorausgesetzt die Einrichtung wird ihren Bedürfnissen – sowohl was die Wasserqualität als auch was den Umgang mit ihnen betrifft – gerecht. In Nürnberg und Duisburg sind diese Voraussetzungen gegeben, in anderen europäischen Einrichtungen selbstverständlich auch. Mehr dazu unter Delfinarien.

Große Tümmler sind bekanntermaßen sehr neugierig, anpassungs- und lernfähig. Deshalb fassen sie auch sehr schnell Vertrauen zu ihren Betreuern oder auch zu anderen Tierarten. In Nürnberg sind es kalifornische Seelöwen, mit denen die Delfine im Verband schwimmen.

Kalifornischer Seelöwe (Foto: Rüdiger Hengl)

Kalifornischer Seelöwe
(Foto: Rüdiger Hengl)

Nimmt man sich einmal Zeit und beobachtet Mensch und Tier über und unter dem Wasser, so stellt man sehr schnell fest, dass zwischen den Delfinen und ihren Pflegern eine innige Verbundenheit herrscht. Die Vorstellungen sind immer durch eine Leichtigkeit geprägt. So bringt der kleine Kai Zuschauer und Betreuer immer wieder zum Lachen, wenn er seine Eigenkreationen vorführt und sich nicht an den Übungsplan hält.

Jeder Delfin entscheidet, ob er bei den Vorführungen mitmacht oder nicht. Seine Futterrationen erhält er selbstverständlich in jedem Fall.

Mensch wird als „Kumpel“ akzeptiert

Das von mir beobachtete Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Delfin kann nicht bei jeder Tierart im Zoo beobachtet werden. So ist es weitaus schwieriger, einem scheuen Huftier oder einem einzelgängerisch lebenden Eisbären oder Tiger nahe zu kommen. Zu tief ist das Flucht- bzw. Angreifverhalten in den Genen dieser Tiere verankert. Eine Begegnung mit Delfinen verläuft dagegen in den meisten Fällen harmonisch ab, vor allem dann, wenn die Tiere in menschlicher Obhut geboren wurden. So wie zwölf von 17 in Deutschland lebenden Großen Tümmlern. Obwohl es sich auch bei ihnen um Raubtiere handelt, was man keineswegs vergessen darf. Vor allem nicht, wenn man ihnen im offenen Ozean begegnet …

2 Kommentare

  1. Naja Du hast ja auch nicht alle naslang Deine Eintrittskarte in den Rasen gelegt und fotografiert ;-)

    Mal im Ernst: Ich erinnere mich noch sehr gut, wie es am ersten richtig warmen und schönen Wochenende zu platzen drohte im Tiergarten. In der Tat fällt vor allen dann auch viel Müll an, aber soll ich Dir was sagen? 9,5 von 10 Leuten sind so diszipliniert und werfen es vor allen in die Mülleimer, auch wenn sie schon überzulaufen drohen.

    Ansonsten ein seeeeeeeehr schöner Bericht. Und vielleicht rennen wir uns ja auch noch irgendwann über den Weg :-)

    geschrieben von Stephan Koch
  2. Genau so habe ich den Tag auch empfunden. Ein ganz großes Lob für diesen herausragenden Bericht! Da müssen wir auf jeden Fall wieder hin.

    geschrieben von Rüdiger Hengl

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