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Leidtragende sind die Delfine


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Betreiben Tierrechtler Tierschutz fürs Klo?
(Foto: Rüdiger Hengl)

Warum gibt es immer noch keine betreute Meeresbucht?

Zunächst einmal ist wohl die Frage, die sich den meisten bei näherer Betrachtung stellt: Warum gibt es immer noch keine einzige betreute Meeresbucht?

In den sozialen Netzwerken fand ich sogar eine Abwandlung dieser Frage, die wirklich sehr viel Sinn macht: Warum haben die Aktivisten es bisher nicht geschafft, eine einzige Meeres-Einrichtung für Delfine zu bauen, obwohl doch die Delfinarien weltweit jährlich mehrere neue aufmachen?

Natürlich kann diese Frage erst einmal mit dem Mangel an Fachwissen und Personal beantwortet werden, der die Aktivistengruppen auszeichnet. Allerdings weiß auch jeder, dass primär die finanziellen Mittel die Höhe der Sprünge bestimmen, die eine Organisation machen kann. Und letztendlich kann man auch Fachwissen und Experten mit dem nötigen Kleingeld bezahlen. Also liegt es vielleicht am Geldmangel?

Ja und Nein. Sicherlich stehen hinter den Neubauten von Delfinarien weltweit meist große Konzerne. Doch dies allein als Grund anzuführen, würde nur das gerne von Tierrechtlern verbreitete Klischee der allmächtigen und skrupellosen Geschäftemacher fördern.

Diese „betreute Meeresbucht“ gibt es wirklich – und zwar im Delfinarium in Harderwijk
(Foto: Rüdiger Hengl)

Nur Träumereien

Unbedeutende kleine Tierrechtsgruppen benutzen betreute Meeresbuchten gerne als Träumerei, mit denen sie ihre Kampagnen gegen Delfinhaltung befeuern und oft auch gerne noch ein paar extra Spenden eintreiben, doch die Finanzkraft solcher Konstrukte reicht natürlich bei Weitem nicht aus, um den Traum tatsächlich verwirklichen zu können. Das wird selbstverständlich verschwiegen, denn die Unterstützer würden die Spendenbereitschaft deutlich herunterfahren, wüssten sie die Wahrheit.

Ein Teil der bislang nie über die „Gedankenspiel-Phase“ hinausgekommenen Projekte geht also klar auf das Konto unzureichender Finanzkraft oder sogar ganz bewusster Täuschung der Spender.

Profit landet nicht im Tierschutz

Anders ist der Fall bei den großen internationalen Tierrechts-Unternehmen. Diese Multi-Millionen-Geschäfte erreichen durchaus einen Jahresumsatz, der es erlauben würde, zehn betreute Meeresbuchten jährlich zu finanzieren.

Der Haken an der Sache: Vom durchaus üppigen Profit wird dort nichts in den eigentlichen Tierschutz investiert. Das meiste geht für Marketing und Personalkosten wieder drauf, vor allem für die zwei oder drei mächtigen Entscheidungsträger, die üblicherweise im Vorstand solcher Organisationen sitzen.

Unterm Strich tun alle diese Tierrechtsverbände weniger für die Tiere als ein kleiner, aber engagierter Verein, der für den Tierschutz mühsam Spenden sammeln muss und dessen Mitarbeiter ehrenamtlich unterwegs sind.

Das Whale Sanctuary Project

Was ist denn nun mit dem Whale Sanctuary Project? Dies scheint ja zumindest vom Namen her ein Verband zu sein, der sich tatsächlich ausschließlich darum kümmert, eine Meeresbucht zu bauen und zu betreiben.

Das stimmt sicherlich. Und ebenso stimmt es, dass bereits eine industrielle Großspende von über einer Million Euro an dieses Projekt gegangen ist. Das war bereits vor vielen Jahren. Und doch haben die Verantwortlichen bis jetzt nichts zu präsentieren außer einer jahrelang andauernden Standortsuche.

Großzügig angelegte Lagune in Harderwijk
(Foto: Rüdiger Hengl)

Trotz der leeren Hände war es aber dann dieser Verband, der durch massive Lobbyarbeit in Kanada ein Gesetz auf den Weg gebracht hat, das die Haltung und Zucht von Walen in Menschenhand illegal macht. Ohne überhaupt eine Alternative zu haben. Zumal man sich mit dem Verbot auch selbst schaden würde. Da ist es umso dümmer, dass die Standortsuche für die eigene Meeresbucht sich genau auf dieses Land beschränkt.

Tierrechtler haben sich selbst „ein Ei gelegt“

Was wollen die Verantwortlichen des Whale Sanctuary Projects also überhaupt? Auf der eigenen Webseite wird es tatsächlich deutlich. Dort wurde der politische Fortschritt des „Anti-Delfin-Gesetzes“ gefeiert. Man erwarte nun „große Probleme für das Marineland, die Zucht von den Belugas zu stoppen“, bei dessen Verstoß würde ja jeweils eine sechsstellige Strafsumme fällig.

Da läuft der Hase also. In keinem Wort wurde hier erwähnt, dass man die Wale gerne in die eigene betreute Meeresbucht bringen möchte. Weil das erstens ja auch gar nicht mehr erlaubt ist und zweitens diese Einrichtung gar nicht existiert, ja nicht mal ernsthaft überhaupt das Ziel des Verbandes ist.

Das Whale Sanctuary Project ist nichts weiter als ein Mittel, lobbyistisch gegen die Haltung von Walen in Menschenhand vorzugehen und dabei kräftig Spenden zu kassieren.

In diesem Fall ist es sogar äußerst praktisch, sich selbst durch ein Gesetz verbieten zu lassen und so lange in einer Dauerschleife „Standortsuche“ zu verbleiben. Man kann schön herumreisen, Bilder machen, ohne Mühe schnell neue Berichte veröffentlichen und den Spendern dadurch vorgaukeln, es würde ja vorangehen.

Hier geht es weiter.

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