Berichte

Aus der Delfinwelt von 2009


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Meeresakrobaten, 7. Juni 2019

Da es die MEERESAKROBATEN schon so lange gibt (nämlich seit 2001), geraten manche Artikel und interessanten Forschungsergebnisse über die faszinierenden Delfine (und Wale) im Lauf der Zeit in Vergessenheit.

Nicht invasive Forschungsmethode
(Foto: Susanne Gugeler)

Ich habe einmal ein paar Artikel herausgesucht, die ich vor zehn Jahren online gestellt habe und die es auch heute noch wert sind, gelesen zu werden.

Zu jedem Beitrag gibt es einen Link, der euch zum Originaltext von 2009 führt.

Forschung

Im Mai 2009 habe ich die Vor- und Nachteile verschiedener Forschungsmethoden beleuchtet.

Invasive Techniken greifen in das Leben der Tiere ein (zum Beispiel Beschuss mit Senderpfeilen) und können deren Verhalten ändern.

Zu den nicht invasiven Methoden gehört die Beobachtung vom Land oder vom Boot aus. Wobei Ausfahrten mit dem Ziel der Foto-Identifikation bereits als Störung angesehen werden müssen. Schließlich machen Motorboote laute Geräusche und verschmutzen das Wasser.

Bei jedem Eingriff in den Lebensraum der Meeressäuger müssen der Nutzen der Forschung und die Beeinträchtigung der Tiere genau gegeneinander abgewogen werden.

Biophilie

Auch wenn jede Bootsausfahrt ein potenzieller Störfaktor für Wale und Delfine darstellt, kann man die Freude am Whale-Watching sehr gut nachvollziehen. Sie hängt zusammen mit der Biophilie (= Liebe zum Lebendigen).

Cuvier-Schnabelwale
(Foto: WhalewatchGenova)

Menschen fühlen sich eben nun mal von Natur aus zu anderen Lebewesen hingezogen.

Laut Sozialbiologe Edward O. Wilson ist diese Eigenschaft angeboren. Wir wollen Leben um uns haben, deshalb begnügen wir uns auch nicht mit Abbildern aus der Natur oder mit Plastikpflanzen im Büro.

Reisebericht aus Sansibar

Zum Thema Biophilie passt Rüdigers Reisebericht über seine Delfin-Erlebnisse in Sansibar.

Er hat auf einer abenteuerlichen Ausfahrt tatsächlich Delfine gesehen. Auch wenn die Betreiber der Ausflugstouren sich nicht immer an die vom Ministerium für Fischerei und Marinewirtschaft erlassenen Richtlinien halten, hatte Rüdiger nicht den Eindruck, dass sich die Delfine von den schwerfälligen, untermotorisierten Booten beeindrucken ließen.

Anatomie

Ein bisschen unappetitlich mutet der Anatomie-Teil über die Speicheldrüsen der Delfine an, den ich im März 2009 online gestellt hatte. Man sieht dort Fotos, die vom Wal-Experten Günther Behrmann stammen.

Delfine auf Sansibar (Foto: Rüdiger Hengl)

Er hatte bereits vor Jahren einen Eintrag in Brehms Tierleben widerlegt. Dort steht nämlich im Band „Säugetiere“: „Die Zunge der Wale ist außerordentlich groß. Speicheldrüsen fehlen.“

Tatsächlich hat Behrmann bei histologischen Schnitten durch die Zunge eines toten Weißschnauzendelfins und eines Schweinswals auch Speicheldrüsen gefunden.

Er schrieb mir: „Zungenspeicheldrüsen habe ich nicht gefunden, auch keine Rudimente. … Speicheldrüsen auf dem Zungengrund habe ich allerdings entdeckt.“

„The Cove“

Nicht nur unappetitlich, sondern grausam ist die jährliche Delfin-Treibjagd in Taiji.

Am 22. Oktober 2009 startete der Dokumentarfilm „The Cove“ (auf Deutsch: „Die Bucht“) in Deutschland. Ich hatte mir den Film im Kino angesehen und eine Rezension darüber geschrieben.

Leider hat sich auch zehn Jahre nach Aufrütteln der Öffentlichkeit durch den Film und vielen Protesten nichts geändert. Die Schlachtungszahlen in der Datenbank von CetaBase beweisen es.

So und nun wieder zurück in die Gegenwart. Alles, was sich in letzter Zeit rund um den Delfin/Wal abgespielt hat, erfahrt ihr unter Aktuelles.

Ein Kommentar

  1. Danke für den Blick ins Archiv. Werde ir in den kommenden Tagen diese Berichte mal näher ansehen

    geschrieben von Oliver

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