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Zoobesuche verstärken Naturverbundenheit


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Ausschnitte aus einer Pressemitteilung der Goethe-Universität , 10. August 2026

Delfin im Nürnberger Tiergarten
(Foto: Rüdiger Hengl)

Wer an einem Bildungsprogramm in einem Zoologischen Garten teilnimmt, fühlt sich anschließend der Natur näher – insbesondere dann, wenn sie oder er zuvor nicht besonders naturverbunden war.

Daten von 20 Zoos wurden ausgewertet

Dies ergab eine Studie der Goethe-Universität, für die Daten aus 20 zoologischen Einrichtungen in Europa ausgewertet wurden.

Tierkontakt sowie Natur- und Artenschutzthemen verstärken den Effekt zusätzlich.

Orte der Begegnung

Zoologische Gärten sind Orte der Begegnung mit Tieren und Natur. Darüber hinaus dienen sie Artenschutz, Forschung und Erholung.

Für das Selbstverständnis moderner Zoos spielen Bildungsprogramme eine große Rolle. Ein zentrales Ziel ist es dabei, Besucherinnen und Besucher stärker mit der Natur in Verbindung zu bringen.

Junger Löwe im Nürnberger Tiergarten
(Foto: Rüdiger Hengl)

Doch wie gut gelingt das? Und welche Personengruppen profitieren besonders von Führungen, Workshops oder mehrtägigen Programmen?

Diesen Fragen ist eine Studie aus der Biologiedidaktik an der Goethe-Universität gewidmet.

Einfluss von Bildungsprogrammen

In Kooperation mit 20 zoologischen Einrichtungen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Portugal untersuchte das Team unter Leitung von Prof. Paul Dierkes, wie sich das Gefühl der Naturverbundenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch ein Bildungsprogramm verändern kann.

„Wir wollten wissen, ob Zoobildungsprogramme Menschen wirklich näher an die Natur heranführen können und welche Rolle dabei die Ausgangslage der Teilnehmenden spielt“, erklärt Dierkes, Inhaber der Opel-Zoo Stiftungsprofessur für Zootierbiologie und Leiter der Abteilung Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität.

Delfin-Lagune im Nürnberger Tiergarten
(Foto: Susanne Gugeler)

Direkter Kontakt zu Tieren

Es zeigte sich, dass Bildungsprogramme die Naturverbundenheit vieler Teilnehmender kurzfristig erhöhten.

Besonders deutlich war der Effekt bei Menschen, die sich zu Beginn als mittelmäßig naturverbunden beschrieben. „Unsere Daten zeigen, dass Zoobildungsprogramme gerade diejenigen erreichen können, die sich vorher weniger stark mit der Natur verbunden fühlten“, sagt Dr. Matthias Kleespies, Mitautor der Studie. „Das ist aus Sicht der Umweltbildung eine wichtige Erkenntnis, weil ihre Angebote diese Zielgruppe besonders im Blick haben“, so Kleespies weiter.

Programme für gering oder mittelstark naturverbundene Teilnehmende waren insbesondere dann wirksam, wenn sie einen direkten Kontakt mit Tieren beinhalteten, Natur- und Artenschutz thematisierten oder über einen längeren Zeitraum stattfanden.

Weißgesichts-Saki im Regenwald-Haus
(Foto: Susanne Gugeler)

Häufiger Zoobesuch

Bei Menschen, die häufiger Zoos besuchen, fielen die Effekte teilweise stärker aus als bei solchen, die nur selten in Zoos gehen.

Auch das Alter spielte eine Rolle. Besonders Kinder mit geringer oder mittlerer Naturverbundenheit zeigten deutliche Zuwächse.

Auch das Geschlecht hat offenbar Relevanz: Frauen verzeichneten etwas größere Steigerungen als Männer.
(Quelle: Pressemitteilung der Goethe-Universität)

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