Bedrohungen

Gefährlicher Plastikmüll

Laut der Umweltschutz-Organisation GREENPEACE werden Weltweit jährlich 125 Millionen Tonnen Kunststoff produziert.

Müll bedroht die Meeressäuger. (Foto: Rüdiger Hengl)

Müll bedroht die Meeressäuger. (Foto: Rüdiger Hengl)

Zitat Greenpeace: „Der daraus entstehende Müll landet schließlich zu einem großen Teil im Meer. Plastik löst sich nach der Nutzung als Zivilisationsprodukt jedoch nicht einfach in seine Bestandteile auf. Im Gegenteil: Manche Plastikkomponenten brauchen bis zu 450 Jahre für eine Zersetzung. Laut einer Studie des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) treiben derzeit bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Weltozeane.“

Greenpeace weiter: „Der Plastikmüll stellt für viele Meerestiere eine elementare Bedrohung dar. Meeressäuger verstricken sich in abgerissenen Fischernetzen, Seevögel ersticken in den Plastikringen von Sechserpackträgern. Plastik im Meer wird zudem von Hochseevögeln wie Albatross und Eissturmvogel mit Nahrung verwechselt. Die Tiere verhungern und verdursten, da die Plastikteile ihre Mägen verstopfen und keinen Platz mehr für Flüssigkeit und echte Nahrung lassen. Zudem wird der Plastikmüll an die Nachkommen verfüttert, denen das gleiche Schicksal droht.“

Ein Meer von Müll

Die Meere werden zur Mülldeponie. Dazu gibt es einen interessanten Bericht von Roland Knauer (Tagesspiegel vom 6. Juni 2009).

„Als Kollegen die Herkunft von Müll im Meer untersuchten, stießen sie auf die Berufsschifffahrt“, berichtet Lars Gutow vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven. Da die nächste Mülltonne meist weit weg ist, geht eben vieles über Bord. Speisereste machen da noch die geringsten Schwierigkeiten, weil sie gefressen werden. Plastikabfall ist ein viel größeres Problem. Kunststoffe gehen auch unabsichtlich über Bord. Als ein Handelsschiff im Sturm einen Container mit Plastikenten im Nordpazifik verlor, tauchten die Quietschtiere noch Jahre später an verschiedenen Küsten wieder auf, an die Meeresströmungen sie getrieben hatten.

Den ganzen Bericht findest du unter: „Ein Meer von Müll“

Chemiker entwickeln meerwasserlösliches Plastik

Wie die Tageszeitung „Die Welt“ am 28. März 2007 berichtete, haben US-Chemiker ein neuartiges Plastik entwickelt, das sich im Meer in ungiftige Substanzen auflöst. Vielleicht kann man auf diese Weise das zunehmende Plastikmüllproblem der Weltmeere zumindest teilweise in den Griff bekommen.

Es geht dabei um ein abgewandeltes Polyurethan, das zum Beispiel als Abdeckplane oder Essgeschirr auf Schiffen sowie für Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden könnte. Der neuartige Kunststoff kann sich bereits innerhalb von 20 Tagen auflösen, wie Forschungsgruppenleiter Robson Storey auf der Jahrestagung der Amerikanischen Chemikergesellschaft ACS berichtete. Zudem sei das meeresfreundliche Plastik schwerer als Wasser, so dass es tendenziell bis zu seiner Zersetzung auf den Boden sinke. Die US-Marine teste den wasserlöslichen Kunststoff zurzeit. Der Stoff ist aber noch nicht marktfähig.

Für den meeresfreundlichen Kunststoff ergänzten die Forscher der Universität von Süd-Mississippi in Hattiesburg das Polyurethan durch einen biologisch abbaubaren Stoff, der etwa auch für selbst auflösende Operationsfäden in der Medizin benutzt wird. Beim Kontakt mit Meerwasser zersetze sich das Plastik zu ungiftigen, natürlichen Verbindungen wie etwa Milchsäure, berichtet das Blatt.

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