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Sind viele Kleinwale bald ausgestorben?


Wird mit einer Harpune auf Delfine oder Wale geschossen, so ist der Aufschrei in der Öffentlichkeit verständlicherweise groß. Denn die kommerzielle Jagd auf Wale hat manche Art an den Rand des Aussterbens gebracht.

Toter Delfin in Netz, LWL Münster  (Foto: Rüdiger Hengl)

Toter Delfin in Netz, LWL Münster
(Foto: Rüdiger Hengl)

Doch die meisten Meeressäuger sterben heute nicht an der Wasseroberfläche durch Menschenhand, sondern unsichtbar in industriellen Fischernetzen. Ihr Tod wird im Allgemeinen nicht von der Öffentlichkeit bemerkt, da weit draußen im Meer keine Kameras installiert sind, die den Erstickungstod vor allem von Kleinwalen dokumentieren.

Der Baiji ist bereits verschwunden

Ein Zahnwal – der Chinesische Flussdelfin (auch Baji genannt) – gilt bereits seit 2007 als ausgestorben. Weitere werden folgen. So stehen auf der Gefährdungsliste jetzt schon vier weitere Zahnwale ganz oben: der Irawadi-Delfin, der Kalifornische Schweinswal (auch Vaquita oder Hafenschweinswal genannt), der Hector-Delfin und der Maui-Delfin.

Irawadi-Delfin (Illustration: Jörg Mazur)

Irawadi-Delfin (Illustration: Jörg Mazur)

Der Irawadi-Delfin kommt vor allem im 4.900 Kilometer langen Mekong-Fluss in Südostasien vor. Der WWF schätzt die Population im kambodschanischen Teil des Mekongs auf gerade mal 85 Tiere.

Gibt es in drei Jahren keine Vaquitas mehr?

Der Vaquita (was aus dem Spanischen übersetzt „Kleine Kuh“ bedeutet) könnte 2018 bereits verschwunden sein. Gerade mal 100 Tiere sollen sich noch im Golf von Kalifornien aufhalten. 2012 wurden noch doppelt so viele Tiere geschätzt. Es wurde zwar ein Schutzgebiet eingerichtet, doch wie so oft existieren solche Schutzgebiete nur auf dem Papier … Fischereibeschränkungen lassen sich kaum kontrollieren.

Hafenschweinswal (Illustration: Jörg Mazur)

Hafenschweinswal (Illustration: Jörg Mazur)

Auch für den Hector und den Maui wird es brenzlig

Der kleine Hector-Delfin lebt in den Küstengewässern Neuseelands. Auch er wird häufig Opfer der Fischerei. „Anfang der 1970er-Jahre sollen vor Neuseelands Küsten noch zwischen 21.000 und 29.000 Tiere geschwommen sein, inzwischen ist der Bestand auf weniger als 7.500 geschrumpft“, schreibt Kerstin Viering in ihrem Artikel Ende im Fischernetz auf spektrum.de.

Hector-Delfin  (Illustration: Jörg Mazur)

Hector-Delfin
(Illustration: Jörg Mazur)

Der Maui-Delfin ist eine Unterart des Hector-Delfins. Von ihm gibt es an der Nordinsel Neuseeland gerade mal noch 55 Exemplare.

Kerstin Viering informiert in ihrem Spektrum-Beitrag über Schutzmaßnahmen und was sie bisher gebracht haben. Du findest den Bericht hier.
(Quellen: Augsburger Allgemeine und Ende im Fischernetz)

Welchen Gefährdungen (außer Fischernetzen) Wale und Delfine ausgesetzt sind, erfährst du unter Bedrohungen.

Lesetipps zum Thema

* Bestand der Küsten-Delfine nimmt rasant ab
* Es gibt immer weniger Delfine
* Wale und Delfine sind stark durch Beifang gefährdet

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