Färöer Inseln

Volksfest

Früher wurde nach der Jagd ein traditionelles Fest mit Tanz (grindadnasur) durchgeführt.

Getötete Grindwale auf den Färöer Inseln (Foto: Project Blue Sea)

Getötete Grindwale auf den Färöer Inseln (Foto: Project Blue Sea)

Dieses Fest findet heute kaum noch statt. Aber die Kinder bekommen in manchen Fällen schulfrei, um dem Schlachten der Wale beiwohnen zu können. Kleinere Kinder spielen nach der Jagd mit den toten Walen, größere Kinder – ab 12 Jahren – nehmen bereits an der Jagd teil.

Vermessen, verarbeiten, verteilen

Nach der Jagd werden die Tiere am Strand aufgereiht und gezählt. Die erlegten Wale werden vom Auge bis zur Afteröffnung vermessen und durch Einritzen einer arabischen Zahl in den Kopf nummeriert.

Aufgrund des Umfangs und der Länge werden die „Skins“ – Einheiten von 75 kg – berechnet und in römischen Ziffern auf die Finne (Rückenflosse) des Wals geritzt.

Das Verarbeiten des Wals findet meist bereits am Strand oder am Kai statt. Die Gedärme werden entfernt, um ein Verderben des Fleisches zu verhindern. Haut und Speck (Blubber) des Wals werden zunächst auf einer Seite entfernt, danach wird das Fleisch vom Knochen gelöst.

Anschließend wird der Wal gedreht und die ganze Seite verarbeitet. Haut, Speck und Fleisch werden in „Skins“ proportioniert und verteilt. Kopf, Schwanz und Skelett – manchmal auch überschüssiges Fleisch – werden ins Meer geworfen oder verrotten am Strand. Das Fleisch wird meist gefroren, manchmal auch luftgetrocknet und zu gesalzenem Fisch gegessen. Der Speck wird mit frischem oder gesalzenem Fisch gegessen.

Walfleisch (Foto: Rüdiger Hengl)

Walfleisch (Foto: Rüdiger Hengl)

Jeder bekommt einen Anteil

Der Polizeichef des jeweiligen Walfangortes ermittelt die Anteile. Kinder und Säuglinge werden mit einem ganzen Anteil einbezogen. Sonderportionen werden verteilt an:
– den Erspäher der Walschule (finningarvalur); er darf entweder den größten Wal aussuchen oder das entsprechende Gewicht an kleineren Walen wählen;
– den Schätzer des Schadens an den Booten usw.: bis zu 6 Skins;
– die Wachen (vaktarhald): 1/2 Skin/Tagwache, 1 Skin/Nachtwache;
– den Vermesser (metingarmenn): 2 Skins/100 gefangene Wale;
– den Polizeichef (syslumadur): 2 Prozent des gesamten Fangs;
– den Leiter der Jagd (grindaformenn): 1 Prozent des gesamten Fangs;
– alle Teilnehmer der Jagd und des anschließenden Schlachtens. Dieser Anteil ist abhängig von der Fanggröße;
– die restlichen Mitglieder der Gemeinde, je nach Größe des Fangs.

6 Kommentare

  1. Eine Schande für die Europäische Union und für Dänemark! – Aber offenbar sind Glühlampenverbote immer noch leichter durchzusetzen, als die Beendigung barbarischer Traditionen.
    Dabei hat es selbst Spanien inzwischen geschafft, auf die Stierkämpfe (hier kamen Zuchttiere ums Leben!) zu verzichten.
    Wieso kann man dann nicht endlich auch die Grindwal-Abschlachtungen im Mülleimer der Geschichte versenken ??

    Wäre doch mal ein lohnendes Betätigungsfeld für die ganzen "Tierrechts-Aktivisten"!

    geschrieben von Norbert
  2. Soviel Grausamkeit raubt mir den Atem, beendet dieses nutzlose Treiben verrohter Menschen.

    geschrieben von Duplosconradi
  3. Hallo,
    Ich wollte fragen ob es einen Beruf gibt bei dem man Delfine nicht einspert wie in delfinarien sodern so etwas wie eine Reha (Reha Zentern für delfine) nur für meeressäuger. Da geht es ja darum diese Tiere gesund zu pflegen und dann auszuwildern. GIbt es soetwas, oder eine Internetseite wo infos über solch ein beruf stehen?
    Danke

    geschrieben von KerenKoch
    1. In Harderwijk/Niederlande werden Schweinswale gesund gepflegt und anschließend ausgewildert (hier der Link zum Delfinarium und Reha-Center :http://www.dolfinarium.nl/). Siehe dazu auch meinen Artikel http://www.meeresakrobaten.de/2011/10/sos-station
      Auch in Vancouver/Kanada gibt es eine Reha- und Auswilderungsstation. Hiervon habe ich auch den Link: http://www.vanaqua.org/act/direct-action/marine-m
      Es gibt natürlich noch viel mehr. Musst einfach mal googeln, dann findest du bestimmt, was du willst.
      Was den Beruf angeht, so denke ich, dass in den Reha-Stationen viele Praktikanten und Freiwillige arbeiten, außerdem Tierpfleger und Tierärzte.

      geschrieben von Susanne
    2. leider weden nicht alle, nachdem sie gesundgepflegt werden, wieder in die freiheit entlassen, sondern zu show-zwecken an delfinarien weitergegeben (z.b. orca "morgen" von harderwijk). da wildfänge für diese zwecke eigentlich tabu sind, werden die vorschriften so umgangen. wahrscheinlich spielen interne abmachungen, wie hohen spenden an pflegestationen etc. eine rolle.

      geschrieben von Pipa
      1. Das ist richtig, Pipa. Aber dabei handelt es sich um Tiere, die ohne Gruppe gefunden wurden oder die stark verletzt oder so beeinträchtigt waren, dass sie im Meer nicht überleben können (Stichwort: der Große Tümmler "Winter"). Morgan – das Orca-Weibchen – wurde in der Nordsee bei den Niederlanden gefunden und in Harderwijk aufgepäppelt. Sie war untergewichtig. Aus irgendeinem Grund, den keiner weiß, war sie allein, ohne Gruppe. Was du da schreibst, ist unbewiesen und reine Spekulation. Kennst du dich so genau aus, dass du so sicher behaupten kannst, dass Vorschriften umgangen wurden? Ich finde es nicht gut, seine eigene Meinung als bewiesene Tatsache in die Welt zu setzen … Harderwijk hat sich ganz bestimmt nicht darum gerissen, statt eines Wildfangs ein gestrandetes Tier aufzunehmen, wie du vermutest. H. hat für Orcas gar keine Becken, die groß genug sind. Schon x Mal wurden in H. Schweinswale gesund gepflegt und wieder ausgewildert. Das von dir in die Welt gesetzte "Für Show-Zwecke an Delfinarien weitergegeben"-Gerürcht greift einfach nicht.

        geschrieben von Susanne

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