Berichte

Chicco und die Wale oder ein kleiner Hund auf großer Fahrt


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(Susanne / Meeresakrobaten, 25. Juni 2006)

Schon seit fast 6 Jahren beobachtet Chicco sein Frauchen Susanne dabei, wie sie Tag für Tag über Delfine spricht, schreibt, liest und vor allem wie sie von „ihren Meeresakrobaten“ schwärmt.

Mit Silvia verstehe ich mich gut (Foto: Rüdiger Hengl)

In jedem Sommer besucht Susanne die Delfine und Wale im Ligurischen Meer (Italien). Dabei hat sich eine enge Freundschaft zu Silvia entwickelt. Silvia ist gebürtige Deutsche mit italienischer Abstammung und lebt seit 12 Jahren in San Remo an der Italienischen Riviera (auch Blumen-Riviera genannt). Das weiß Chicco alles aus den Erzählungen von Frauchen Susanne.

Wen wundert es, dass Chicco neugierig geworden ist, zumal er erfahren hat, dass Delfine weitläufig mit Hunden verwandt sind – zumindest sind sie Säugetiere wie Chicco und dessen vierbeinige Freunde (siehe auch „Anatomie der Delfine“). Gründe also genug, um selbst einmal ans Ligursche Meer zu fahren und nach Delfinen Ausschau zu halten.

Am 4. Juni 2006 ist es dann soweit: Für eine Woche begleitet Chicco Frauchen Susanne und Herrchen Rüdiger auf deren Reise in die Wale-Welt (Delfine gehören übrigens auch zu den Walen – zu den Zahnwalen -, hat Chicco gelernt). Im Folgenden berichtet Chicco über seine Erlebnisse in Italien:

Ankunft in Diano San Pietro

Susanne und Rüdiger haben sich ein romantisches Quartier mitten im Olivenhain in Diano San Pietro (in der Nähe von Diano Marina) ausgesucht. Da werden wir für die nächste Woche wohnen. Zwar ist mir die enge Wendeltreppe im Oliventurm etwas unheimlich und ich muss nach oben zu meiner Schlafstätte getragen werden, aber sonst ist „die Bude“ in Ordnung.

Vor unserem Quartier (Foto: Rüdiger Hengl)

Gleich nach unserer ersten Übernachtung besuchen wir Silvia in San Remo. Sie freut sich sehr, mich zu sehen, was mich natürlich enorm ehrt ;o) Silvia lädt mich sogar zu einem Rundgang auf dem Whale-Watching-Schiff DIANA II ein. überall treffe ich dort auf Informationen, Fotos und sogar Spiele, die Frauchen und Herrchen im Laufe der Zeit für Silvia angefertigt haben. Auf dem weichen Sofa im Innenraum der DIANA II fühle ich mich besonders wohl ;o) Aber ich darf auch hinauf in den Kapitänsausguck. Da ich nur etwa 30 Zentimeter groß bin, hebt mich Susanne hoch, sodass ich über das Steuer hinweg aufs Wasser schauen kann. Ganz schön spannend auf so einem Schiff. Die DIANA II ist schon 23 Jahre alt und wiegt 161 Tonnen (ich wiege gerade mal dreieinhalb Kilogrämmchen).

Ein Blauwal kann fast so schwer werden wie die DIANA II und auch was die Länge angeht, steht er dem Schiff in nichts nach: Ca. 30 Meter messen sowohl der Blauwal als auch die DIANA II!

Im Kapitänsausguck (Foto: Rüdiger Hengl)

Silvia erklärt uns, dass das Schiff mit etwa 10 Knoten zu den Walen und Delfinen hinaus aufs Meer fährt. Bei dieser Geschwindigkeit sind die Meeressäuger in keinster Weise gefährdet, von den Schiffsschrauben verletzt zu werden. Sie haben nämlich genügend Zeit, dem Metall-Koloss auszuweichen.
In der Seefahrt wird die Geschwindigkeit in Nautischen Meilen pro Stunde gemessen. Man nennt diese Einheit Knoten. 1 Nautische Meile entspricht 1,852 Kilometer.

Die Blumenriviera ist sehr abwechslungsreich

Natürlich kann man in einer Urlaubswoche nicht jeden Tag aufs Meer. Die DIANA II fährt nämlich nicht nur ausschließlich wegen eines kleinen Hundes hinaus zu den Walen und Delfinen. Es müssen schon mindestens 25 Zweibeiner Interesse an einem Whale-Watching-Ausflug zeigen und ein Ticket kaufen. (Eine Ausfahrt dauert übrigens fünfeinhalb Stunden, und man bekommt sogar ein leckeres Essen auf dem Schiff. Das sollte einem doch 35 Euro wert sein. Kinder ab 6 Jahren kosten nur 17 Euro und ganz kleine Wichte – so wie ich – fahren umsonst mit ;o) Es kann außerdem vorkommen, dass die See sehr rau ist (das heißt: Es gibt sehr hohe Wellen), und das verträgt nicht jeder Passagier … Deshalb bleibt die DIANA II an solchen Tagen lieber im Hafen.

Aber auch an der Küste und im Hinterland Italiens kann man viel erleben! Hier ein paar Eindrücke von meinen „Sichtungen an Land“:

Land-Erkundung (Foto: Rüdiger Hengl)

Damit fahren also die Italiener (Foto: Rüdiger Hengl)

DELFINE!

Das war der absolute Hammer. Bei einer Ausfahrt aufs Meer Richtung Südosten sprangen, purzelten und schwammen ca. 50 Streifendelfine (ich nenne sie „Flämmchen“, da sie an der Seite eine Zeichnung haben, die wie eine Flamme aussieht) um unser Schiff herum. Diesen Dienstag (6.6.06) werde ich wohl nie vergessen! Da kann ich gar nicht viel darüber erzählen – das muss man einfach selbst gesehen haben! Daher hier einige Fotos, die Herrchen gemacht hat, während ich mich eng an Frauchen drückte vor lauter Aufregung …

Streifendelfin (Foto: Rüdiger Hengl)

Mit Frauchen auf der DIANA II (Foto: Rüdiger Hengl)

WALE!

Und dann am Samstag (10.6.06) noch ein Highlight mehr: Etwa 40 Kilometer (kannst du ausrechnen, wie viele Meilen das sind ;o)) vom Land entfernt trafen wir auf drei Finnwale. Diese Burschen sind fast so groß wie Blauwale – sie können maximal 27 Meter lang werden – und gehören wie ihre Verwandten zu den Bartenwalen. Sie haben also keine Zähne, sondern viele dünne Hornstäbe (Barten), die aus dem Oberkiefer ragen. Diese funktionieren wie eine Art Netz, in dem winzig kleine Krebschen und Fische hängen bleiben, wenn der Wal sein Maul schließt. Seine Beute schluckt er dann auf einmal hinunter in seinen gigantisch großen Magen. Mein lieber Bello, war das ein Abenteuer! Etwa 20 Minuten lang haben wir die Finnwale begleitet. Dann hat unser Schiff den Heimweg angetreten, um die Tiere in ihrem Lebensraum nicht allzu sehr zu stören.

Zum Glück hat mich Frauchen ganz fest gehalten, sonst hätte ich vor den Kolossen Angst bekommen, obwohl ich von Frauchen weiß, dass die Riesen des Meeres keiner Menschen- oder Hundeseele etwas zuleide tun. Leider kann man das anders herum nicht behaupten, denn durch den Menschen sterben jährlich allein in Fischernetzen etwa 300.000 Wale und Delfine.

Finnwale (Foto: Rüdiger Hengl)

Ach ja, da fällt mir ein, Finnwale nennt man auch „Windhunde des Meeres“, da sie die schnellsten Bartenwale sind. Sie können bis zu 30 Kilometer in der Stunde schwimmen. So schnell bin ich natürlich nicht, aber ich bin ja auch nur ein kleiner Yorkie … Doch auf dem Schiff kann sogar ich sehr gut mit ihnen mithalten, denn die Wale haben ihr Tempo etwas gedrosselt ;o)

Gut, dass Susanne immer genügend Informationsmaterial dabei hat, so kann sie zum Beispiel interessierten Kindern genau erklären, um welchen Wal oder Delfin es sich bei den einzelnen Sichtungen handelt, wie groß die Tiere werden usw. und so fort … Die 10-jährige Paula aus München hat sich aber nicht nur für die Wale interessiert, sondern vor allem für mich. Huch, tat mir das gut!!!!! Sie will nun auch unbedingt einen Hund haben … Sie meinte nämlich, einen Delfin kann man ja nicht in der Badewanne halten – mich aber auch nicht! Als Abschiedsgeschenk hat Paula dann noch Susannes und Rüdigers Daumenkino bekommen. Das kann man auf der DIANA II zwar auch selbst basteln, aber Susanne hatte ein fertiges Exemplar an Bord und überreichte es der begeisterten Paula. (Falls du dir auch so ein Daumenkino mit springenden Delfinen basteln möchtest, dann kannst du dir die Vorlage dazu hier herunterladen: Daumenkino.)

Ciao bella Italia, ciao Silvia, ciao i Delfini e le balene!

Ja, ein bisschen Italienisch habe ich während meines Wale-Urlaubs auch gelernt … Und ich habe schon jetzt wieder Sehnsucht nach einem neuen Erlebnis in Italien. Hoffentlich heißt es bald wieder: „Kleiner Hund auf großer Wal-Fahrt“ … Ciao, ciao!

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