Berichte

Mit Frank auf Grizzly- und Orca-Suche


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Frank Blache/17. November 2008

Gibt es ein Wiedersehen mit Princess Angeline (J17), Keet (J33) und Skeena (A13), die ich vor vier Jahren während meiner Kanada-Tour beobachten konnte? Diese Frage stellte ich mir im August diesen Jahres, bevor ich in den Flieger nach Vancouver einstieg. Die Aussichten standen nicht schlecht, immerhin lautete das Motto der Reise: Grizzlys und Wale!

Frank in Vancouver Island (Foto: Frank Blache)

Um es vorwegzunehmen: Princess Angeline, Keet und Skeena schwammen mir dieses Mal nicht vor die Linse, aber das Motto der Reise hielt dennoch, was es versprach … dazu später mehr…

Bär in Sicht!

In Vancouver werden wir nicht mit Sonnenschein, sondern mit Regenschauern und dunklen Wolken begrüßt. Doch wie heißt es so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Um uns auf die marine Tierwelt Vancouver Islands einzustimmen, besuchen wir zuerst das weltberühmte Aquarium. Aktueller „Star“ ist TIQA – ein erst im Sommer diesen Jahres (in dritter Generation) geborenes Beluga-Baby. (Mehr unter: Vanaqua)

Eine Stadtrundfahrt durch Vancouver rundet den Tag ab, bevor es bereits am nächsten Morgen mit dem Flugzeug in den äußersten Norden der Insel geht. Unser Ziel ist Port Hardy. In der Nähe liegt die Hidden Cove Lodge – unsere gemütliche Unterkunft für die nächsten zwei Tage. Bereits auf dem Weg dorthin sehen wir unseren ersten Schwarzbären; er trottet gemächlich einen Hang hinunter und nähert sich unserem Kleinbus bis auf wenige Meter.

Schwarzbär (Foto: Frank Blache)

Ich sitze bei offener Tür auf den Bus-Stufen und fotografiere… – dann höre ich aber unsere Reiseleiterin sagen, dass es Zeit wird, die Tür zu schließen, bevor der Bär noch seine Nase hereinsteckt;o))) Auch wenn Schwarzbären nicht die Größe von Grizzlybären erreichen, geben sie doch – mit einer Schulterhöhe von 80 bis 130 cm – eine stattliche Erscheinung ab. Männchen können bis 150 kg, Weibchen bis 90 kg auf die Waage bringen, und auch die Kopfrumpflänge von 130 bis 180 cm kann sich sehen lassen.

Die Lebenserwartung der Schwarzbären liegt bei ca. 32 Jahren. Nicht nur die jugendlichen Tiere sind hervorragende Kletterer, sondern auch die Erwachsenen. In erster Linie bevorzugen die „Schwarzen“ pflanzliche Kost wie Gräser, Kräuter und Früchte. Es stehen aber auch Aas und kleine Wirbeltiere – im Frühjahr auch Fisch – auf ihrer Speisekarte.

Wale!!!

Die nächsten beiden Tage stehen im Zeichen der Wale – den Orcas! Nach einem hervorragenden Abendessen und einer gemütlichen Nacht in der Hidden Cove Lodge werden wir am nächsten Morgen mit der „Lukwa“ direkt vor der „Haustür“ abgeholt. Die „Lukwa“ ist neben der „Gikumi“ das zweite Boot von Jim Borrowmann, der bereits vor fast 30 Jahren in Telegraph Cove das Whale-Watching-Unternehmen Stubbs Island Charters gründete – eines der ersten Walbeobachtungs-Unternehmen in British Columbia.

Orcas (Foto: Frank Blache)

Auf unserer ersten Tour können wir ca. 25 Orcas beobachten! Es handelt sich um drei Familien des A-Clans, die sich in den frühen Morgenstunden zusammengefunden haben und gemütlich ihres Weges ziehen. Auch wenn die Schwertwale nicht zu nah ans Boot kommen, ist allein die große Anzahl ein atemberaubender Anblick, der bei mir für eine Gänsehaut sorgt! Der A-Clan ist der am besten erforschte und dürfte mittlerweile mehr als 120 Wale umfassen.

Von Sattelflecken, Finnen und Narben

An Bord der „Lukwa“ ist auch die Meeresbiologin Lea, die uns viele Informationen über das marine Ökosystem um Vancouver Island und natürlich über die Orcas vermittelt. Anhand von Schautafeln erzählt sie zum Beispiel etwas über die einzelnen Familienmitglieder und wie sie mittels unterschiedlicher Sattelflecke, Finnen und individueller Narben auseinander gehalten werden können. Lea berichtet aber auch über die Gefährdungen der Wale, wie etwa die Giftstoffe, die die Orcas mit der Nahrung aufnehmen und die sich in ihren Körpern mehr und mehr anreichern. Dieses Jahr sind die Lachse ausgeblieben und auch das könnte zum Problem für die Schwertwale werden.

Auf der Rückfahrt besuchen wir noch eine große Kolonie der Stellerschen Seelöwen, die sich hier zur „Sommerfrische“ aufhalten und lautstark auf sich aufmerksam machen. Wir fahren noch am Orca-Lab von Dr. Paul Spong vorbei, bevor unsere erste Wal-Tour zu Ende geht und uns der Kapitän der „Lukwa“ zurück zur Lodge bringt.

Jim und Lea holen uns ab

Für den nächsten Tag ist eine weitere Ausfahrt geplant, und nachdem unsere Reiseleiterin mit Jim Borrowmann gesprochen hat – die beiden kennen sich schon seit ein paar Jahren -, wird unsere kleine Gruppe gegen 08:00 Uhr in der Früh mit der inzwischen schon legendären „Gikumi“ abgeholt.

Stellersche Seelöwen (Foto: Frank Blache)

Jim und Lea halten Ausschau nach Walen (Foto: Frank Blache)

Am Ruder steht Jim persönlich und auch Lea ist wieder mit von der Partie. Weitere Whale-Watcher werden dieses Mal nicht mit an Bord genommen, und so haben wir das gemütliche Boot für uns alleine.

Nach einer längeren Fahrt treffen wir schließlich wieder Mitglieder des A-Clans. Dieses Mal kommen sie auch etwas näher ans Boot heran, und emsig werden die Auslöser der Fotoapparate gedrückt… Klick, Klick, Klick…

Abends genießen wir ein weiteres leckeres Abendessen in der gemütlichen Hidden Cove Lodge, bevor uns unsere Reise am nächsten Tag weiter nach Campbell River führt. Dort erwartet uns ein Wasserflugzeug, das uns zur schwimmenden Knight-Inlet Lodge auf dem Festland bringen wird.

Die nächsten drei Tage gehören den Grizzlys! Mehr dazu im Teil 2 meines Berichts.

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