Berichte

Mit Frank auf Grizzly- und Orca-Suche


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Auf dem Weg nach Campbell River begegnen wir wieder einigen Schwarzbären. Gegen Mittag erreichen wir den Ort und nachdem die Formalitäten erledigt und unsere reduzierten Gepäckstücke in den Schwimmern verstaut sind, sitzen wir kurze Zeit später im Wasserflugzeug mit dem Ziel: Knight Inlet Lodge, die in dem ca. 160 km langen Knight Inlet Fjord liegt.

Im Wasserflugzeug (Foto: Frank Blache)

In der Reisebeschreibung steht dazu: „Diese unberührte Wildnis ist die Heimat vieler Grizzlys und Schwarzbären. Die schwimmende und gemütliche Lodge ist im Glendale Cove verankert, einem geschützten Gebiet des Knight Inlet Fjords, das eines der größten Vorkommen von Grizzlys in Britsh Columbia hat. Die Lodge besteht aus mehreren Plattformen, auf denen sich die aus Holz erbauten Gästehäuser befinden“.

Mit dem Wasserflugzeug zu den Grizzlys

Der Flug dauert nur ca. 25 Minuten und nach unserer Landung bekommen wir erst mal eine kulinarische Stärkung. Anschließend beziehen wir unsere Zimmer – und wir haben es eilig, denn die erste Erkundungstour steht bereits auf dem Programm.

Für die Exkursionen stehen verschiedene Boote zur Verfügung: kleine, leichte Aluminium-Boote für ca. 6 Personen, ein etwas größeres Pontonboot (mit bequemen Drehsitzen ausgestattet) für 12 Personen und kleine Speedboote für längere Touren in den Fjord. Unsere erste Tour unternehmen wir mit dem gemütlichen, überdachten Potonboot. Wir fahren den Küstensaum des wunderschönenen Knight Inlet-Fjords entlang und können bereits erste Beobachtungen machen.

Weißkopfseeadler (Foto: Frank Blache)

Eine Gruppe von Schwarzwedelhirschen zupft gemächlich – aber stets wachsam – frische Blätter von den Bäumen, immer wieder sieht man Weißkopfseeadler in den Wipfeln sitzen, Robben ruhen sich auf im Wasser treibenden Baumstämmen aus und erwecken den Eindruck, als ob mitten im Fjord eine Sandbank wäre … – so weit schauen ihre Körper aus dem Wasser heraus (der Stamm ist dabei unsichtbar unter ihnen); eine Gänsesägermutter schwimmt mit ihren neun Jungen in sicherer Ufernähe und ganz kurz können wir im Gebüsch einen Nerz vorbeihuschen sehen. Dann steuert unser Guide das Boot zurück zur Lodge, wo uns bereits ein leckeres Abendessen erwartet.

Jede Tour wird übrigens von einem erfahrenen Naturführer begleitet, was speziell bei den Grizzly-Beobachtungen unabdingbar ist. Für die Grizzly-Touren gibt es zwei Varianten: mit dem Boot am Ufer entlang, wo besonders in den Morgenstunden – und bei Ebbe – die Bären bei der Nahrungssuche beobachtet werden können, und zu zwei Hochsitzen, von denen man einen fantastischen Blick auf die Tiere beim Lachsfang genießen kann.

Da sind sie!

Unsere erste Bären-Tour führt uns am nächsten Tag zu den Hochsitzen. Mit dem Boot setzen wir auf die andere Seite des Fjords über. Bevor wir dort an Land gehen, sucht unser Naturführer das Gelände nach Bären ab, die sich hier ja überall aufhalten können. Nach einem kurzen Fußweg erreichen wir einen alten, geländefähigen Kleinbus, der uns zu den Hochsitzen bringen soll. über eine holprige Schneise – die früher von Holzfällern benutzt und angelegt wurde – kommen wir nach ca. 25 Minuten an den Hochsitzen an. Da es zwei Hochsitze gibt, wird unsere Gruppe aufgeteilt, sodass jeder Turm mit sechs Leuten und einem Guide besetzt ist.

Bärenmutter mit Kind (Foto: Frank Blache)

Grizzlys beim Lachsfang (Foto: Frank Blache)

Die Beobachtungen, die wir hier machen können, sind wirklich einmalig schön. Mehrere Grizzlys stehen im Fluß – einer sitzt auch mitten drin – und versuchen ihr Glück beim Lachsfang. Eine Bärenmutter, die ein Junges bei sich hat, ist besonders erfolgreich und hat schon mehrere Lachse aus dem Fluss gefischt. Der Nachwuchs kann es dann kaum abwarten, seinen Teil der Beute zu bekommen. Einige Grizzlys – darunter auch eine weitere Mutter mit zwei Jungen – stehen an der Böschung und versuchen von dort einen „Überraschungsangriff“ auf die vorbeiziehenden Lachse zu starten. Es herrscht reges Treiben unter den Bären und keiner von uns kann seine Augen von den eindrucksvollen Tieren lassen. Natürlich stehen auch die Fotoapparate nicht still …

Nach ca. drei Stunden müssen wir die Hochsitze verlassen, da noch eine weitere Reisegruppe in den Genuss von wundervollen Bärenbeobachtungen kommen möchte. Auf umgekehrtem Weg geht es zurück zur Lodge, wo in der Zwischenzeit ein leckeres Essen für uns angerichtet wurde. Am Abend gibt es dann einen Dia-Vortrag über die Grizzlybären, bei dem wir auch ein paar Unterschiede gegenüber den Schwarzbären erfahren. Mehr dazu im Teil 3 meiner Reise.

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