Berichte

Im Land der Pharaonen und Delfine


Themen:

Meeresakrobaten-Bericht, 17. Mai 2010.

Angefangen hat alles mit einem E-Mail-Kontakt vor zwei Jahren.

Melanie und Samir hatten mir von ihren Delfin-Touren im Roten Meer berichtet und mich damals richtig neugierig auf die „ägyptischen Tümmler“ gemacht. Nachdem ich im Februar 2008 Melanie und Samirs „Sim-Sim-Reisen“ bei den Meeresakrobaten vorgestellt hatte, war es nun an der Zeit, mich einmal selbst ins Land der Pharaonen und Delfine zu begeben.

Auf nach Ägypten

Begleitet werde ich von meinem Sohn, der auch Webmaster der Meeresakrobaten ist. Mein Mann Rüdiger und unser Hund Chicco „hüten das Haus“. Statt zu den Delfinen zieht es Rüdiger immer mal wieder zu den „Big Five“ in die Serengeti und Chicco zu den Hundedamen hier in der Umgebung ;o))

Frühmorgens geht es mit dem Zug Richtung Airport Stuttgart-Echterdingen, von wo aus unser Flugzeug pünktlich um 12.30 Uhr abhebt.

Nachdem wir 30 Minuten vor der Zeit gelandet sind und alle Formalitäten erledigt sowie unser Gepäck geschnappt haben, erwartet uns bereits Nazeeh von „Sweet Home“. Der Ägypter empfängt uns in bestem Deutsch und kurvt uns sicher ins etwa 12 km entfernte Quartier in Hurghada.

Strand am Sweet Home (Foto: Susanne Gugeler)

Auch ein Swimmingpool gehört dazu (Foto: Susanne Gugeler)

Das „Sweet Home“ verspricht viel und hält alles. Es steht unter der Leitung von Erika Huck, die hier vor sieben Jahren die kleine Oase für Urlauber errichtet hat.

Vom „Sweet Home“ aus ruft Erika für uns bei „Sim-Sim-Reisen“ an und vermittelt mich an Samir weiter. Die Freude ist auf beiden Seiten des Telefons riesengroß, dass wir uns nun endlich einmal persönlich kennenlernen werden.

Die Pyramiden von Giseh

Bevor es zu den Delfinen ins Wasser geht, schließen wir uns einer Tour nach Kairo an. Um 2:30 Uhr in der Nacht werden wir pünktlich von den beiden Fahrern von Sim-Sim-Reisen abgeholt. Im Kleinbus dösen bereits fünf Gäste. Wir haben reichlich Platz und machen uns auf die Reise in die ca. 450 km entfernte Hauptstadt Ägyptens.

Vor dem Weltwunder „Cheops-Pyramide“ zu stehen, ist schon etwas ganz Besonderes. Voller Ehrfurcht betrachten wir auch die goldene Maske von Tutenchamun im ägyptischen Museum. Außerdem besuchen wir noch einen typischen arabischen Bazar und erfahren vom in Kairo zugestiegenen Reiseleiter während einer Stadtrundfahrt eine Menge über die vielen Tausend prunkvollen Moscheen, aber auch über die Millionen armer Menschen, von denen einige aus Geldmangel ihre Wohnstätte sogar bei den Gräbern auf den Friedhöfen errichtet haben …

Auf dem Weg nach Kairo (Foto: S. Gugeler)

Die berühmten Pyramiden (Foto: Susanne Gugeler)

Am nächsten Tag tauschen wir unsere Wüsten-Sandalen gegen Schnorchel-Flossen. Endlich geht es zu meinen Lieblingstieren …

Hinaus zu den Delfinen

Dieses Mal können wir sogar etwas ausschlafen ;o)) Wir werden „erst“ um 6:15 Uhr von einem netten Fahrer von Sim-Sim-Reisen direkt vor unserer Unterkunft abgeholt. Noch ein paar weitere Gäste schließen sich an, und gegen 7:00 Uhr können wir endlich Samir begrüßen, der uns schon im kleinen Hafen von Hurghada erwartet.

Nachdem die etwa 20 Gäste an Bord sind, werden Tabletten für potenziell Seekranke ausgeteilt und der Ablauf der etwa zehnstündigen Schnorcheltour erklärt. Zwei bis drei Riffs werden wir anfahren und mit etwas Glück (95-prozentige Wahrscheinlichkeit) Delfine sehen und mit ihnen schwimmen. Die Vorfreude ist riesig. Hoffentlich nützt mir mein Crash-Schnorchel-Kurs etwas, den ich noch im Tauch-Center in Deutschland absolviert hatte.

Es ist recht windig und auch kühl. So beschließe ich beim ersten Schnorchel-Stopp lieber nicht ins Wasser zu gehen, zumal ich aus Deutschland eine Erkältung mitgebracht habe. Aber was die beiden Tauchguides und einige „Mutige“ so alles unter Wasser entdecken, ist schon sehr erstaunlich!

Mit Samir auf Delfinsuche (Foto: S. Gugeler)

Voller Vorfreude (Foto: S. Gugeler)

Die „kleinen Großen Tümmler“

Die Großen Tümmler, die uns während unserer ersten Ausfahrt über einen langen Zeitraum begleiten, sind etwas kleiner als ihre Verwandten im Atlantik. Werden Letztgenannte bis zu 4 Meter lang, bringen es die ägyptischen Artgenossen gerade mal auf 2,50 Meter. Manchmal werden sie deshalb auch „Kleine Tümmler“ genannt. Allerdings ist ihre Rückenflosse – die Finne – proportional größer und an der Basis breiter als bei den anderen Delfinen. Außerdem haben die Delfine im Roten Meer eine weiße Schnauzenspitze und die erwachsenen Tiere sind am Bauch gesprenkelt. Man nennt diese Unterart auch Indopazifischen Tümmler und auf Lateinisch/Griechisch Tursiops aduncus. „Tursio“ (lateinisch) bedeutet: „delfinähnliches Tier“, „ops“ (griechisch) steht für: „Gesicht, Aussehen“ und „aduncus“ (lateinisch) für: „gekrümmt“, was sich auf die Form der Schnauze bezieht.

Auch Jungtiere können wir vom Schiff aus beobachten. Die Baby-Delfine flitzen durchs Meer, dass man mit den Augen kaum hinterher kommt. Und während wir die Delfine beobachten, haben wir den Eindruck, dass wir gleichzeitig von ihnen betrachtet werden.

Neugeborene Delfine sind ca. 1 Meter lang und wiegen zwischen 9 und 21 Kilogramm. Weibliche Delfine bekommen etwa alle 4 bis 6 Jahre ein Jungtier. Die Indopazifischen Großen Tümmler können 40 Jahre alt werden.

Delfine aus der Ferne … (Foto: SimSim-Reisen)

… und ganz nah (Foto: SimSim-Reisen)

Mir ist aufgefallen, dass die Delfine sehr lange untergetaucht bleiben (im Vergleich zu den Streifendelfinen, die ich schon mehrfach im Ligurischen Meer/Italien beobachtet habe). Ob sie geruht oder sich „versteckt“ haben (schließlich war es kurz vor Ostern ;o), weiß ich allerdings nicht.

Wir haben das große Glück, den Delfinen gleich mehrmals zu begegnen – sowohl über als auch (bei unserem zweiten Ausflug am 4. April) unter Wasser. Die größten Momente sind für mich jedoch, als sich die munteren Meeresakrobaten neben dem Schiff blicken lassen und uns eine Zeitlang begleiten.

Tierfreundliche Begegnung

Samir wirbt auf seiner Website „Delfine Rotes Meer“ für eine tierfreundliche Unterwasser-Begegnung mit Delfinen. Nachdem ich zwei Touren mitgemacht habe, kann ich nur bestätigen, dass Samir sehr darauf bedacht ist, den Delfinen nicht zu nahe auf die Pelle zu rücken und auch nicht zu lange in ihrem Revier zu bleiben. Trotz dieser „Einschränkungen“ sind alle Gäste an Bord glücklich.

Riff-Schnorcheln

Nicht nur die Erlebnisse mit den Großen Tümmlern sind toll, sondern auch die Schnorchelausflüge an verschiedenen Riffs. Wir werden von zwei erfahrenen Tauchguides begleitet, die stets auf die Sicherheit und das Wohlbefinden der Schnorchler achten.

Impressionen unter Wasser (Foto: SimSim-Reisen)

Delfinschule (Foto: SimSim-Reisen)

Hallo Taucher (Foto: SimSim-Reisen)

Mit den Delfinen schwimmen (Foto: Gugeler)

Bord-Verpflegung

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die hervorragende Verpflegung an Bord. Angefangen vom üppigen Frühstück (mit frischen Croissants!) über ein großes Mittagsbufett mit vielen warmen und kalten Gerichten, einschließlich süßen Stückchen zum Kaffee, bis hin zum Obstteller, der nachmittags herumgereicht wird: Wir sind rundherum bestens versorgt. Auch unterschiedliche Getränke stehen reichlich zur Verfügung. Wohltuend ist, dass kein Alkohol ausgeschenkt wird. So können alle mit klarem Kopf und allen Sinnen die Unterwasserwelt genießen …

Beeindruckende Unterwasserwelt – auch bei Ebbe

Auch vom „Sweet Home“ aus kann man in die Unterwasserwelt des Roten Meeres eintauchen und muss sich dabei nicht einmal den Kopf nass machen ;o) Bei Ebbe kann man sehr weit hinaus laufen und sieht dabei Fische, Seegurken, Seeigel und Korallen aus der „Ich-guck-von-oben-durchs-Wasser-Perspektive“.

Schön war es (Foto: S. Gugeler)

Schukran

Am Ende unseres Urlaubs bleibt mir nur noch zu sagen: „Schukran, Samir, schukran, Delfine! – Das war ein tolles Erlebnis!“ (Schukran ist arabisch und bedeutet: danke.) Und auch bei Erika und ihrem Team im „Sweet Home“ haben wir uns sehr wohl gefühlt. Mal sehen, wie lange wir es ohne flinke Delfine und heißen Wüstensand aushalten …

Weitere Informationen unter: Delfine Rotes Meer und Live dabei und mitten drin- Delfine im Roten Meer

3 Kommentare

  1. Jetzt muß ich ja noch mal schreiben. Okt.2012 war ich 1Woche auf Simsim-Delfin-Safari. Das ist das Größte. Wir waren eine tolle Gruppe, sind jetzt noch fast täglich in Verbindung und haben für Okt.2013 wieder SAFARI gebucht. Herzliche Grüsse!!!

    geschrieben von Uschi Ferger
  2. toller Bericht und wunderschöne Bilder. So habe ich das auch schon 2x erlebt im Okt./Nov. 2010+2011 allerdings in einem anderen Hotel. Das SWEET HOME habe ich mir auch schon mal im Internet angesehen, macht einen sehr guten Eindruck. Jetzt noch mal zu den Delfinen -Delfine und SAMIRsimsim ist eins-. Besser geht garnicht!!! Wenn ich gesund bleibe, bin ich im Herbst wieder dabei.

    geschrieben von Ursula Ferger
    1. Vielen Dank für das Kompliment, Ursula! Das Sweet Home kann ich wärmstens empfehlen. Du wirst dort sehr verwöhnt, und alles ist sehr familiär. Das Essen schmeckt wundervoll!

      Was Samir und die Delfine angeht, kann ich dir nur zustimmen! Ich drücke dir die Daumen, dass du im Herbst wieder bei den Delfinen sein kannst.

      geschrieben von Susanne

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