Berichte

Die Delfine am Persischen Golf


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Meeresakrobaten, 13. April 2013

Jürgen Ortmüller vom WDSF/Hagen ist bis heute die Beweise schuldig geblieben für
1. „unter katastrophalen Bedingungen“ gehaltene Delfine in der Dolphin Bay/Dubai,
2. „pechschwarze“ und „in der Sonne verbrannte“ Delfine in der Dolphin Bay/Dubai.

Ortmüller hatte Anfang April derartige Schlagzeilen auf Facebook und in Pressemitteilungen verbreitet … Siehe dazu meinen Beitrag Verbrannte Delfine in Dubai?

Unglaubwürdige „Tierschützer“

Ich finde es kontraproduktiv, wenn sogenannte „Delfinschützer“ sich hanebüchener Horrormärchen bedienen, um Aufmerksamkeit bei den Medien zu erhaschen, ihre Behauptungen jedoch mit keinerlei Beweisen untermauern können. Sie machen sich so nur unglaubwürdig und ihre Aktionen dienen nicht einem einzigen wirklich bedrohten Delfin.

Großzügige Einrichtung

Nach meinen Recherchen werden die Großen Tümmler in der Dolphin Bay am Persischen Golf gut gehalten. Die zum Luxushotel Atlantis gehörende Einrichtung ist sehr großzügig angelegt. (Das Areal umfasst 4,5 Hektar – das entspricht ungefähr viereinhalb Fußballfeldern.) Es stehen viele Betreuer und auch Tierärzte zur Verfügung. Dem Delfin-Begegnungszentrum ist sogar eine Klinik angeschlossen, in der auch gestrandete Delfine aus dem Persischen Golf behandelt werden können. Das sind jedenfalls die Informationen, die ich von der Website der Dolphin Bay sowie von einigen Touristen, die den MEERESAKROBATEN ihre persönlichen Eindrücke übermittelten, erhalten habe.

Wildfänge

Damit hier kein falscher Eindruck über meine Einstellung zur Dolphin Bay in Dubai sowie zur Delfinhaltung an sich entsteht: Ich bin gegen Wildfänge und hoffe, dass die Dolphin Bay in Zukunft auf den Import von Wildfängen verzichten wird (ein diesbezügliches Schreiben habe ich bereits an die Betreiber der Delfin-Einrichtung gesendet).

2007 wurden für die nach eigenen Angaben weltweit größte Delfinanlage 28 Wildfänge von den Solomon Islands importiert. Der Handel war offenbar laut Washingtoner Artenschtzübereinkommen – CITES – legal. Einige Tiere starben bereits im ersten Jahr.

Derzeit schwimmen in der Dolphin Bay 22 Wildfänge (Tursiops aduncus) sowie zwei Nachzuchten (Jazmine und Butterlily).

Von einem Informanten habe ich gehört, dass die Wildfänge aus dem sogenannten Dolphin Drive in Taiji/Japan importiert worden seien. Allerdings ist das eher unwahrscheinlich. In der Aufstellung der Delfinarien-Datenbank Ceta Base habe ich jedenfalls keinen Export von Taiji aus auf die Salomonen oder nach Dubai in die Dolphin Bay entdecken können. 2008 gingen von Taiji aus lediglich 4 Große Tümmler ins Delfinarium von Dubai. Das ist aber eine andere Einrichtung, die mit der zum Luxushotel Atlantis gehörenden Dolphin Bay nichts zu tun hat!

Schreiben an die Dolphin Bay

Leider bekam ich bis heute keine Antwort von der Dolphin Bay, ob das Delfin-Begegnungszentrum in Zukunft ohne Wildfänge auskommen will und dafür ausschließlich auf eigene Nachzuchten setzen wird.

Es wäre meiner Meinung nach ganz im Sinne des Delfinschutzes, wenn möglichst viele Delfin-Freunde an Dolphin Bay schrieben (dolphinbay@atlantisthepalm.com). In den – möglichst individuell und höflich abgefassten – Mails könnt ihr die Verantwortlichen auffordern, in Zukunft auf Wildfänge zu verzichten.

Hier meine Idee für eine kurze Aufforderung, keine Wildfänge mehr zu importieren (bitte noch individuell abwandeln):

Please don’t catch dolphins in the wild. Don’t support the brutal Dolphin Drive in Taiji/Japan or in the Solomon Islands.

DANKE für eure Unterstützung!

3 Kommentare

  1. Ich bin im Tierschutz aktiv und war selbst dort und hatte den Eindruck, dass die Tiere dort ordentlich gehalten und versorgt werden. Die Anlage ist wirklich großzügig und ich hatte keinen Grund daran zu zweifeln, dass dort auch verletzten und gestrandeten Delfinen geholfen wird.
    Man war sehr bemüht darum, den Besuchern klarzumachen, dass Delfine und Wale geschützt werden müssen. Die Tiere, die ich zu sehen bekam, waren in einem – soweit ich das beurteilen kann – guten gesundheitlichen Zustand.

    Dass für dieses Anliegen Wildfänge genutzt werden/wurden, ist allerdings etwas, woran ich durchaus zu knabbern habe. Das ist etwas, worauf die Dolphin Bay in Zukunft unbedingt verzichten muss.

    geschrieben von Jenny
    1. Vielen Dank, Jenny! Eindrücke aus erster Hand sind für mich besonders wertvoll. Wegen der Wildfänge habe ich an Dolphin Bay geschrieben, aber leider keine Antwort erhalten. Doch das muss nichts bedeuten. Ich denke, wenn noch mehr Besucher der Dolphin Bay und Delfin-Freunde die Betreiber der Anlage bitten, künftig auf Wildfänge zu verzichten, wird das durchaus Wirkung zeigen. Außerdem gibt es weltweit mittlerweile so viele Nachzuchten, dass bald kein Delfinarium mehr auf Wildfänge zurückgreifen muss. Ich denke jedoch, dass die Tötung von Delfinen auf den Salomonen (von dort stammen die Delfine der Dolphin Bay) und in Taiji (dort werden Jahr für Jahr mehrere Hundert Delfine getötet, ein kleiner Teil wird als Lebendfang an asiatische Vergnügungsstätten verkauft) nicht aufhören wird. Sowohl auf den Salomonen als auch in Japan haben Delfine einen ganz anderen Stellenwert als bei uns. Sie werden dort als Ressourcen des Meeres betrachtet.

      geschrieben von Susanne
  2. Auch wenn ich die Dolphin Bay mit sehr gemischten Gefühlen sehe – zum Einen Wildfänge, zum Anderen eine riesen Anlage mit entsprechender personeller und technischer Ausstattung – bin ich der Meinung, dass der WDSF gUG sich mit seiner Kampagne keinen Gefallen getan hat.
    Im Gegenteil: Dadurch, dass er mit unhaltbaren Beschuldigungen gegen die Einrichtung vorgeht, diskreditiert er nicht nur den berechtigten Delfinschutz, sondern setzt sich selbst auch dem Risiko von Schadenersatzforderungen in mindestens 6-stelliger Höhe aus – was im Falle eines Prozesses wohl für den WDSF gUG genauso wie für Herrn Ortmüller persönlich das finanzielle Aus bedeuten würde. Allein das Prozesskostenrisiko ist in einem solchen Falle schlicht ruinös.

    An der Dolphin Bay Delfinhaltung gibt es durchaus berechtigte Kritikpunkte, die man auch benennen und ansprechen sollte.
    Aber es ist nicht nur eine Frage des Anstandes, hier unbedingt bei den gesicherten Fakten zu bleiben. Und damit hat der Steuerberater Herr Ortmüller anscheinend zunehmend seine Probleme.

    geschrieben von Norbert

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