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Ein Delfin mit Sommersprossen


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Meeresakrobaten, 19. September 2015
Fotos: Oliver Schmid, Illustration: Jörg Mazur

Chinesischer Weißer Delfin (Foto: Oliver Schmid)

Chinesischer Weißer Delfin
(Foto: Oliver Schmid)

„Gesprenkelte“ Delfine gefallen mir besonders gut. Deshalb bin ich ein großer Fan von Fleckendelfinen (die man auch Zügeldelfine nennt).

Oliver Schmid hat mir vor kurzem Fotos von einer weiteren Delfinart geschickt, die ebenfalls durch Punkte und Schattierungen auf der Haut auffällt. Doch noch mehr bekannt sind diese Delfine durch ihre rosa schimmernde Hautfarbe. Die Bilder sind in Singapur entstanden, wo Oliver im Februar 2015 seinen Urlaub verbracht hat.

Delfin ist stark gefährdet

In so klarem Wasser, wie Oliver die Chinesischen Weißen Delfine angetroffen hat, leben sie in freier Wildbahn nicht. Ihr Habitat – z.B. Hongkong – ist stark verschmutzt und leider kommen viele der Säugetiere im dreckigen Wasser der Stadt um.

Man trifft sie am ehesten in der Mündung des Perlflusses an. Dort haben sich einige Bootsunternehmen darauf spezialisiert, Ausfahrten zu den „Pink Dolphins“ anzubieten.

Viele tote Delfin-Babys

Laut Samuel Hung – Chef der Hong Kong Dolphin Society – treiben immer häufiger tote Delfin-Babys im Wasser. Wahrscheinlich ist die Muttermilch so stark vergiftet, dass die Neugeborenen keine Überlebenschance haben, zumal das Immunsystem bei jungen Delfinen allgemein noch nicht ausgereift ist.

Vielfältige Bedrohungen

Die weißen Delfine, die eher rosafarben sind, halten sich am liebsten in flachem Gewässer auf. Das wird ihnen zum Verhängnis, da sie durch die vorangetriebene Landgewinnung aus ihrem Habitat verjagt werden. Aber auch der Schiffsverkehr, die Überfischung und die Umweltverschmutzung setzen den Delfinen zu.

chinesischer-weisser-delfin

Steckbrief

Größe: 2,40 bis 2,70 Meter
Gewicht: 170 bis 260 Kilogramm
Nahrung: Fisch, Tintenfisch und Krebstiere
Vorkommen: Im östlichen Pazifik von Nordaustralien über Borneo und Sumatra bis Nordjapan. Die Tiere kann man in Küstennähe beobachten, bevorzugt in Mangrovensümpfen, Lagunen und Flussmündungen, aber auch in Bereichen von Riffen und Sand- sowie Schlammbänken. Gelegentlich schwimmen sie stromaufwärts in die Flüsse hinein.
Bestand: wird in der Nähe von Hongkong auf etwa 1.000 Tiere geschätzt

Benennung:
* Deutsch: Chinesischer Weißer Delfin, Chinesischer Buckeldelfin
* Wissenschaftlich: Sousa chinensis
* Englisch: Indo-Pacific Humpback Dolphin, Chinese White Dolphin

Chinesischer Weißer Delfin (Foto: Oliver Schmid)

Chinesischer Weißer Delfin
(Foto: Oliver Schmid)

Der Chinesische Weiße Delfin weist einen kräftigen, grau bis rosa gefärbten Körper auf. Er hat eine lange, schmale Schnauze. Die Flipper sind abgerundet. Sowohl die Form der Finne (mit länglichem Buckel) als auch die Körperfärbung der Tiere ist regional sehr unterschiedlich.

Vergleichbar mit Großen Tümmlern ist auch der Chinesische Weiße Delfin sehr verspielt und neugierig. Er agiert häufig an der Wasseroberfläche.

Delfin-Babys sind grau

Ihr Höchstalter beträgt wahrscheinlich 40 Jahre. Neugeborene Delfine sind noch grau, erst im Jugendalter färbt sich die Haut pink.

Da tote Delfine eine weiße Farbe aufweisen, geht man davon aus, dass die pinke Farbe von der Blutzirkulation herrührt.

Verwandte Delfine

Neben dem Chinesischen Weißen Delfin gibt es noch den Indischen Delfin (Sousa plumbea). Er lebt im westlichen und nördlichen Indischen Ozean sowie im Roten Meer.

2014 wurde bekannt gegeben, dass es noch eine weitere Buckeldelfin-Art gibt: nämlich den Australischen Buckeldelfin (Sousa sahulensis). Mehr dazu unter Wieder neue Delfinart entdeckt.

Der Chinesische Weiße Delfin wurde in IUCN-Liste als gefährdet aufgenommen.

Lesetipp

Das unheimliche Sterben der rosa Delfine

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