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Junger Delfin in der Lagune
(Foto: Oliver Schmid)

Stimmungsmache der Tierrechtler

Die Stimmungsmache im Bereich der Tierrechte vereint hier beides, denn mächtige Lobbyvertreter von millionenschweren Spendenorganisationen beeinflussen hier die Politiker ebenso wie Teile der Bevölkerung mit emotional verklärten Ideologien und den Versprechen, man würde eine bestimmte Wählerklientel dadurch für sich gewinnen.

Das wohl krasseste Beispiel solcher Fehlentscheidungen lieferte dieses Jahr Kanada. Insgesamt schon ein Land, das durch Tierquälerei und unnötige Ausbeutung der Natur auffällt. Mit dem kürzlich verabschiedeten Gesetz zur Delfinhaltung hat die Politik in Kanada erneut ihre Unfähigkeit bewiesen, Zusammenhänge im Umwelt- und Artenschutz zu begreifen.

Stattdessen war der gesamte politische Prozess dadurch geprägt, dass man allein auf Tierrechtsideologen hörte, deren einziges Ziel es ist, sämtliche Waltiere in Menschenhand durch einen Zuchtstopp aussterben zu lassen.

Verschlechterte Bedingungen in der Nachzucht

Weder erlangen dadurch irgendwelche Tiere ihre Freiheit oder einen natürlicheren Lebensraum zurück, noch verbessern sich deren Lebensbedingungen. Im Gegenteil, im Fall der erfolgreich im kanadischen Marineland gezüchteten Belugawale verschlechtern sich nun die Bedingungen.

Egal wie sehr man die Haltung dieser Tiere ablehnt, muss sich eigentlich jedem vernünftig denkenden und handelnden Menschen hier offenbaren, dass man einer artgerechten Haltung, wie auch immer diese aussehen mag, nicht nähergekommen ist, sondern sich noch weiter davon entfernt hat.

Schwarzmeer-Tümmler
(Foto: Benjamin Schulz)

„Extinktionisten“

Diese Ideologen, allen voran Naomi Rose und Lori Marino, die in Kanada federführend bei der Lobbyarbeit gegen Marineland und das Vancouver Aquarium waren, werden passenderweise als „Extinktionisten“ bezeichnet, da sie bereits mehrfach öffentlich geäußert haben, die Tiere bzw. ganze Tierarten müssen halt eben aussterben, wenn eine Rettung ohne Nachzucht nicht mehr möglich ist.

Ein abscheuliches Gedankengut, das sich auch hierzulande einige „Delfinschützer“ zu eigen gemacht haben und tatsächlich die größte Bedrohung für das Überleben sämtlicher Tiere darstellt – noch vor dem Klimawandel, dem Plastikmüll oder der Überfischung.

Wer das bezweifelt, sollte mal Folgendes überlegen: Wenn einem das Aussterben von Arten egal ist und man es als akzeptabel betrachtet, gibt es keinen Grund mehr, sich überhaupt um irgendwelche Umweltprobleme zu kümmern.

Vermenschlichte Vorstellung von Freiheit

Die Tierrechtsideologie stumpft ab, wertet eine idealistische, vermenschlichte Vorstellung von Freiheit höher als das Leben selbst und wäre an Frevel wohl nur gleichzustellen mit Tierärzten, die einen Hund wegen eines Schnupfens einschläfern.

Meiner Meinung nach ist dies nichts weiter als grobe Fahrlässigkeit im Angesicht des großen Artensterbens, unterlassene Hilfeleistung sowie bloße Verachtung nicht menschlichen Lebens.

Auch in Kanada leiden darunter nicht nur die Belugas, sondern im Marineland auch fünf Exemplare des stark bedrohten Schwarzmeer-Tümmlers (siehe Foto oben links). Eine Schande für die Politik und die Medien in Kanada, die sich auf dieses Schmierentheater eingelassen haben, vielleicht auch, um von ihren großen Umweltsünden abzulenken.

Auf der nächsten Seite erwartet euch ein Fazit von Benjamin.

4 Kommentare

  1. Vielen Dank für eure Beiträge, Norbert, Oliver und Rüdiger!

    geschrieben von Susanne
  2. Viele Arten stehen heute leider am Rand des Aussterbens, sodass ausgeklügelte, internationale Zuchtprogramme von Zoos oft die letzte Chance für diese Spezies darstellt.
    Leider gibt es aber auch viele Arten, die sich einfach nicht für die Haltung im Zoo eignen. Gerade für Großwale bräuchte man immens große Anlagen.
    Mittel- und langfristig gilt es hingegen, zu versuchen, den Planeten wieder in einen solchen Zustand zu versetzen, dass sich die Arten auch ohne menschliche Hilfe wieder halten können, denn oft sind es ja wir Menschen, die diese Tiere erst in diese Situation gebracht haben.

    geschrieben von Oliver
  3. Ein hervorragender Artikel, der den ganzen Wahnsinn der sogenannten „Tierrechtsbewegung“ auf den Punkt bringt.

    Wieso ist es nicht möglich, wenigstens diejenigen gefährdeten Arten (z.B. Flussdelfine) in Zoos nachzuzüchten, die einigermaßen leicht zu halten sind, um im Falle eines Falles eine Möglichkeit der Wiederbesiedlung zu sichern?
    Und zwar möglichst bevor die Population „near extinct“ ist und der Genpool möglicherweise schon zu klein für eine gesunde Zuchtlinie.

    Wurde mit anderen Tierarten schon überaus erfolgreich durchexerziert (z.B. Prewalski-Wildpferde*)

    Die Verlogenheit einiger „Tierschutzorganisationen“ ist echt schwer zu toppen.
    __________________
    * Für die korrekte Schreibweise wird keine Haftung übernommen.

    geschrieben von Norbert
  4. Ein hochinteressanter Vortrag, den – so sehe ich es – Tierrechtler wohl gar nicht lesen.
    Meiner Ansicht nach ist Menschen, die nur vorgefertigte Parolen wie „Artgerecht ist nur das Meer“ skandieren können, ein inhaltsreicher 10.000-Zeichen-Text einfach zu lang, um ihn – vom Umfang her – in Gänze erfassen zu können.
    Ganz abgesehen davon spreche ich ihnen aber auch die Fähigkeit ab, wissenschaftliche Texte inhaltlich überhaupt verstehen zu können. Wie ich darauf komme? Schaut euch doch mal deren Kommentare, beispielsweise hier in FB an, die sagen doch alles.
    Für Benjamin „Drei Daumen hoch!!!

    geschrieben von Rüdiger Hengl

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