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Sind betreute Meeresbuchten real?


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Benjamin mit Großem Tümmler
(Foto: Benjamin Schulz)

Biologen-Blog von Benjamin Schulz, Teil 32
2. November 2020

Hallo liebe Meeresakrobatenfans!
In diesem Beitrag möchte ich mich den betreuten Meeresbuchten der Tierrechtsindustrie widmen.

Wie sieht es bei denen eigentlich aus jetzt in der Coronakrise? Nun, es wird ein desolates Bild abgegeben.

Aber das kann man sicher nicht an der Coronakrise festmachen, denn davor sah es schon für alle Tierrechtsprojekte düster aus.

Keines der in Europa geplanten und beworbenen Projekte ist weitergekommen, trotz großspuriger Versprechungen und hartnäckiger politischer Kampagnen.

Im Gegenteil: Selbst die Delfine aus dem Zoo Barcelona, dessen Stadtvertreter bislang glühende Befürworter der Meeresbuchtenidee waren und sich mit Tierrechtsgruppen quasi schon verbrüdert hatten, sind erst vor Kurzem endgültig ausgezogen. Ihre neue Heimat ist der Attica Zoo in Athen.

Beleidigungen gegen Zuchtbuchkoordinator

Keine Chance hatte dagegen die „große Hoffnung“ der Delfinariengegner in Europa: das Aegean Marine Life Sanctuary (AMLS) auf der griechischen Insel Lipsi.

Finnland
(Foto: S. Gugeler)

Wohl als Frustreaktion darauf, aber trotzdem inakzeptabel, ließen die Projektantreiber wüste Anschuldigungen und Beleidigungen gegen den Zuchtbuchkoordinator des EEP auf ihrer Facebookseite folgen.

Dort bezeichnete man ihn u.a. auch völlig sachfremd als „Rassisten“, der die Griechen nicht leiden kann.

Wie weltfremd dieser Vorwurf ist, zeigt schon die Tatsache, dass die Delfine aber trotzdem nach Athen kamen.

Die Delfine aus Tampere

Wer sich etwas auskennt mit der Geschichte solcher Projekte in europäischen Gewässern, wird sich vielleicht erinnern: Schon die Delfine aus dem finnischen Delfinarium in Tampere sollten in genau dieses „Sanctuary“ in der Ägäis. Und schon damals warteten die eigentlich willigen Politiker jahrelang auf eine Fertigstellung, bis alle Fristen abliefen und immer noch nur eine Wellblechhütte auf der Insel stand.

Und davor sollten schon die Delfine aus dem Heide Park dorthin, die dann aber dank tatkräftiger Unterstützung im Tiergarten Nürnberg eine Unterbringung fanden und von dort später weiter transferiert wurden, um eine dauerhafte neue Bleibe in anderen Delfinarien zu bekommen.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

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