Berichte

Auf der Insel der Glückseligen


Themen:

Whale-Watching auf Teneriffa – ein Film, der mehr sagt als tausend Worte …

Meeresakrobaten-Bericht, 17. Mai 2011
(8 Kommentare)

Susanne Gugeler

Teneriffa: wild und schön … (Susanne Gugeler)

„Inseln der Glückseligen“ werden sie genannt, die sieben Inseln der Kanaren: Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Palma, La Gomera, Lanzarote und El Hierro.

Zusammen mit meinem Sohn (und Webmaster ;o))) habe ich im April 2011 die größte der sieben Inseln – Teneriffa – besucht. Während unseres einwöchigen Aufenthaltes hatten wir oft so etwas wie Glückseligkeit empfunden und das nicht nur bei der Begegnung mit den Walen und Delfinen im Atlantik, sondern auch beim Betrachten der wundervollen Natur im Landesinnern und beim Einatmen der gesunden Insel-Luft.

Exkursion in den rauen Norden

Obwohl wir uns während unseres Urlaubs die meiste Zeit im Süden der Insel aufgehalten haben (denn dort finden die Wal- und Delfin-Ausfahrten statt), haben wir an einem Tag zusammen mit der sympathischen Reiseleiterin Lucia auch eine Exkursion in den Westen und in den Norden der Insel unternommen.

Im Norden von Teneriffa ist es sehr viel rauer als im Süden. Von Nord nach Süd, von West nach Ost und von der Küste ins Bergland verändert sich die Landschaft alle paar Kilometer. Ein typisches Merkmal für eine Insel, die aus verschiedenen Vulkanausbrüchen entstanden ist.

Lava, Tuff und Asche, Geröllhänge, Pinienwälder, Felsenriffs, Schluchttäler – das sind die am meisten zu bewundernden Landschaften auf Teneriffa. Es gibt Baumheide und Lorbeerwälder, die von der Feuchtigkeit der meist in Wolken liegenden Geröllhänge profitieren. Weiter unten Richtung Süden sieht man Feigenkakteen, Palmen, Ginster, Agaven und Passionsblumen.

Susanne Gugeler

Am „Höllenberg“
(Foto: Susanne Gugeler)

Am Höllenberg

Lucia erklärt uns, dass der höchste Berg Spaniens, der 3.718 m hohe Teide, auch Höllenberg genannt wird. Die Ureinwohner – die Guanchen – waren der Meinung, in ihm herrsche der Teufel. Schließlich ist er (sowie kleinere Vulkane in seiner näheren Umgebung) schon mehrmals ausgebrochen. Im Teide-Nationalpark, den es seit 1954 gibt, wachsen Pflanzen, die ausschließlich in diesem in 2.000 m Höhe gelegenen Gebiet vorkommen: das Teide-Veilchen, der Rote Teide-Natterkopf oder die Teide-Skabiose. Der Park wurde 2007 zum Naturerbe der Menschheit erklärt.

Der aktuelleste Ausbruch eines Teide-Nebenkraters reicht ins Jahr 1909 zurück. Verheerend war der Ausbruch von 1706. Er war so gewaltig, dass seine Lavaströme Teile eines ganzen Dorfes – Garachico – zerstörten. Der Hauptvulkan Teide selbst ist schätzungsweise vor 1.100 oder 1.200 Jahren zum letzten Mal ausgebrochen. Das Alter des Vulkanberges wird mit 500.000 Jahren angegeben.

Auf etwa 2.500 m Höhe fährt eine Seilbahn zum Berggipfel (bis auf 3.500 m) hoch. Das Vergnügen kostet 25 Euro. Die haben wir uns gespart, denn die Aussicht von den den Berg umgebenden Felsformationen und Geröllhalden war beeindruckend genug.

Zwischen Ende Oktober und bis in den März/April hinein kann es hier oben Schnee geben. Bei unserem Besuch war der Teide jedoch schneefrei.

Susanne Gugeler

Der größte und älteste Drachenbaum der Welt
(Foto: Susanne Gugeler)

Der größte Drachenbaum der Welt

Es gibt nicht nur die Legende vom Höllenberg, in dem der Teufel hausen soll, sondern es werden von Generation zu Generation auch Geschichten weitergereicht, die sich um den Drachenbaum ranken. Er wurde von den Guanchen geradezu vergöttert. Der rötliche Harzsaft wurde zur Herstellung von Heilsalben verwendet, außerdem mumifizierte man die Toten mit dieser zähen Flüssigkeit.

In Icod (Nordwesten der Insel) steht der größte und älteste Drachenbaum der Welt. Man schätzt sein Alter auf 400 bis 1.000 Jahre. Genau lässt sich sein Alter nicht bestimmen, da er in Wirklichkeit kein Baum, sondern eine Art Liliengewächs ist, das keine Jahresringe zur Altersbestimmung aufweist wie die Bäume. Seine Höhe beträgt ungefähr 17 Meter.

„Drachenbäume sehen aus wie riesengroße Broccoli-Gewächse“, erklärt uns Lucia. „Sie kommen außer auf den Kanarischen Inseln auch noch in Madeira, auf den Azoren und im Norden Afrikas vor.“

Susanne Gugeler

Kaktus auf Lavagestein
(Foto: Susanne Gugeler)

8 Kommentare

  1. Danke, liebe Susanne, dass du mich auf diese Weise an eurer wunderschönen, erlebnisvollen Reise teilnehmen lässt!

    Haste super gemacht – den Reisebericht!

    Liebe Grüße, auch an Simon und Rüdiger

    Sonja

    geschrieben von Sonja
    1. Vielen Dank, Sonja, für dein tolles Kompliment!!!

      geschrieben von Susanne
  2. Klasse Susanne! Alles Wesentliche, was man zu Teneriffa wissen muss, ist hier kurz, kompakt und sehr informativ zusammengefasst.

    geschrieben von Rüdiger
  3. Wieder mal ein wunderbarer Reisebericht, hatte vor diesem auch eher Bedenken dass auf Teneriffa "sanftes" Whale-Watching betrieben wird.

    Dank Dir wissen wir es nun besser und einem Besuch dieser Destination steht nichts mehr im Weg.

    Allerdings erfülle ich mir diesen Sommer erst mal einen anderen Traum…die Azoren.

    Danke Susanne, wünsche Dir und allen anderen Whale-Watchern hier einen schönen Sommer!

    Gruss

    Sonja

    geschrieben von Sonja
  4. Da kann ich mich Simons Kommentar nur anschließen:

    ein toller und interessanter Bericht!

    Hätte nicht gedacht, dass Teneriffa mit über eine

    Million Teilnehmer an Walbeobachtungsausflügen an

    der Weltspitze (vor den USA und Kanada) liegt.

    geschrieben von Frank Blache
    1. Vielen herzlichen Dank für eure lieben Kommentare!!!
      Susanne

      geschrieben von Susanne
  5. Ein sehr schöner Bericht! Danke! Ich habe gleich an zwei Stellen dauf verwiesen.

    Gruß

    Michael

    geschrieben von Michael Mittelst&aum
  6. Ein wunderschöner Bericht über unseren tollen Urlaub! Wie immer super geschrieben und mit sehr vielen interessanten Fakten versehen.

    Hat Spass gemacht, zu lesen und nochmal in den Erinnerungen zu schwelgen :o)

    geschrieben von Si mon

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