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Warum die Pinger-Aktion von Pro Wal nichts bringt


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Jochen Zaeschmar/MEERESAKROBATEN, 4. September 2013 (Ergänzung am 11. November 2013)

Andreas Morlok – Geschäftsführer der Ein-Mann-Organisation Pro Wal – ist fleißig am Einsammeln von Spendengeldern.

Beispiel für einen akustischen Vergrämer (Pinger) (Foto: Susanne Gugeler)

Beispiel für einen akustischen Vergrämer (Pinger)
(Foto: Susanne Gugeler)

Sein Ziel: Er möchte mit dem Geld Pinger (das sind akustische Vergrämer, die beispielsweise Schweinswale von Fischernetzen fernhalten sollen) kaufen und diese in den Gewässern vor den Färöer Inseln versenken. Dort sollen sie dafür sorgen, dass Grindwale, die sich in der Nähe der Färöer Inseln aufhalten, nicht von den Inselbewohnern abgeschlachtet werden können.

Misserfolg

Morlok, der behauptet, bereits etliche Pinger vor den Färöer Inseln gesetzt zu haben, muss einen herben Misserfolg hinnehmen. Denn die Vergrämer haben nichts gebracht.

„Bis heute (Stand 14. August) sind bereits 1.085 Wale und Delfine auf den Färöer Inseln seit dem ersten Grind der Saison am 21. Juli getötet worden. In nur 24 Tagen dieser Saison stellt die aktuelle Todesbilanz für 2013 die Gesamttötungszahl der letzten Saison (713 Pilotwale) in den Schatten.“
(Zitat aus einem Beitrag der Münchner Wal- und Delfinschutzgesellschaft WDC)

Pinger haben nur eine geringe Reichweite

Jochen Zaeschmar von Whale Rescue ist Meereswissenschaftler. Er hat sich vor allem der Rettung von gestrandeten und sich in Netzen verhedderten Walen und Delfinen verschrieben.

Toter Delfin in Netz, LWL Münster  (Foto: Rüdiger Hengl)

Toter Delfin in Netz, LWL Münster
(Foto: Rüdiger Hengl)

Über den Einsatz von Pingern vor den Färöer Inseln schreibt Jochen Folgendes: Pinger werden vorrangig in der Fischerei und in der Aquakultur eingesetzt. Sie sollen den Beifang reduzieren. Die Vergrämer sind so konstruiert, dass sie in einem begrenzten Umfeld (zum Beispiel um Netze herum) wirken. Sie sind keinesfalls dafür ausgelegt, ein mehrere 1.000 Quadratkilometer umfassendes Gebiet abzudecken, wie man es um die Färöer Inseln herum vorfindet.

50 Meter zwischen Netz und Pinger ist der bestätigte erfolgreiche Abstand. Das geschätzte Ausmaß des Färöer Archipels beträgt 400 Kilometer!

Meerestiere können sich in Pinger-Leinen verheddern

Pinger müssen an einem Gegenstand befestigt werden. Das ist im Normalfall ein Netz oder eine Fangleine. Sie werden somit in einer bestimmten Position gehalten. Ohne Fixierung würden die Geräte durch Sturm, Meeresbewegung oder andere Einflüsse sehr schnell von ihrem Standort entfernt werden und hätten keinen Nutzen.

Alternativ können sie auch an einer Leine, die mit Gewichten versehen wird, installiert werden. In dieser Leine könnte sich jedoch alles mögliche Meeresgetier verheddern und gefährdet werden. Am Meeresgrund hätten die Pinger nur wenig Einfluss auf Grindwale, da diese sich sehr oft an der Wasseroberfläche aufhalten.

Geringe Lebensdauer der Batterien

Die Lebensdauer einer Batterie, die sich in den Pingern befindet, reicht zwischen ein paar Stunden und ein paar Monaten. Generell kann man sagen, dass Pinger, die Vergrämer-Batterien mit einer hohen Lebensdauer enthalten, nur eine geringe Reichweite (ca. 50 Meter) haben.

Grindwalfang auf den Färöer Inseln, LWL Münster (Foto: Rüdiger Hengl)

Grindwalfang auf den Färöer Inseln, LWL Münster (Foto: Rüdiger Hengl)

Unterschiedliches Hörempfinden

Ein Pinger kann nicht für alle Wal- und Delfinarten eingesetzt werden. Unterschiedliche Wal- und Delfinarten haben auch ein unterschiedlich empfindliches Gehör. Ein Pinger, der eine Art abschreckt, bewirkt bei einer anderen gar nichts.

Gewöhnungseffekt

Außerdem weiß man inzwischen auch, dass Pinger nur einen kurzen „Schreck-Effekt“ auslösen. Die Tiere gewöhnen sich schnell an das Geräusch und ignorieren es bald. Oft tritt sogar ein gegenteiliger Effekt – der sogenannte „Dinner-Bell-Effekt“ – ein.

Da die Pinger vor allem an Netzen angebracht werden, in denen sich eine potenzielle Beute der Wale und Delfine befindet, assoziieren die Waltiere das Geräusch der Pinger mit der Vorstellung, dass man hier leicht an Fische (quasi an einen gedeckten Tisch) gelangen kann. Die Pinger locken also Wale und Delfine unter Umständen an, anstatt sie zu vertreiben.

Keine Langzeitstudien

Über die Reaktion von Grindwalen auf Pinger liegen keine Langzeitstudien vor. Man weiß also nicht, wie sie auf die Störmanöver reagieren.

Nachtrag vom 29. September 2013: Es gibt allerdings eine Studie zur Reaktion von norwegischen Grindwalen auf abgespielte Töne von jagenden Orcas. Vielen Dank an Philipp J. Kroiß für diesen Hinweis!

Die für die akustischen Vergrämer verwendeten Töne waren Orca-Schreie. Sie bewirkten jedoch keine Abschreckung, sondern zogen die Grindwale regelrecht an. Da, wo Orcas sind, gibt es einen gedeckten Fisch-Tisch, wurde ihnen offenbar von den Pingern signalisiert. Auch von anderen Arten kennt man diesen sogenannten „Dinner-Bell-Effekt“. Du kannst die Ergebnisse der Studie unter Pilot Whales Attracted to Killer Whale Sounds nachlesen.

Gefährdungen

Es wurde herausgefunden, dass Pinger bei Delfinen Hörschäden anrichten können. Außerdem können Pinger Waltiere aus deren angestammtem Habitat vertreiben und ihnen somit ihre Nahrungsgrundlage entziehen.

Jochens Fazit

Pinger eignen sich nicht für den Einsatz vor den Färöer Inseln. Sie können sogar mehr Schaden anrichten als der sogenannte Grindarap (die Jagd auf Grindwale) selbst.

Produkte aus Walfleisch/LWL Münster (Foto: Rüdiger Hengl)

Produkte aus Walfleisch/LWL Münster
(Foto: Rüdiger Hengl)

Außerdem ist es durchaus vorstellbar, dass die Pinger ein Chaos unter den Grindwalen auslösen und sie gar in die „falsche“ Richtung schwimmen lassen, nämlich landeinwärts, statt hinaus aufs Meer. Die Pinger könnten sogar das Stranden der Meeressäuger bewirken …

Mehr über Pinger unter Cetacean Bycatch Rescue Center

Locken Pinger Grindwale an?

Man kann sich – was den Einsatz von Pingern angeht – noch einen weiteren negativen Effekt für die Grindwale vorstellen: Da es bis heute noch keine Langzeitstudien über die Reaktion von Grindwalen auf Pinger gibt, kann es durchaus sein, dass diese als Vergrämer gedachten Geräte einen nicht gewollten umgekehrten Effekt haben. Sie können genauso gut die Grindwale anlocken (siehe Ausführungen oben).

Ein Informant der MEERESAKROBATEN und Kenner der Färöer Inseln schreibt aktuell: „The oceans are boiling with pilot whales“. Übersetzt heißt das so viel wie: „Der Ozean kocht über vor lauter Grindwalen.“ Man kann nur hoffen, dass die Tiere nicht durch eine gut gemeinte, aber sinnlose Aktion angelockt wurden …

Enorme Kosten, aber kein Nutzen

Hier zeigt sich einmal mehr, blinder Aktionismus rettet keinen einzigen Delfin oder Wal, sondern zieht gutmütigen und uninformierten Spendern nur das Geld aus der Tasche. So veranschlagt Morlok für einen Pinger 125 Euro!!!

Nachtrag vom 11. November 2013: In der Fernsehsendung „W wie Wissen – Warnung für Schweinswale“ wurde am 10. November 2013 auf die Problematik von Pingern hingewiesen. Dort ging es um Schweinswale, die sich häufig in Fischernetzen verfangen und dort umkommen. Herkömmliche Pinger bringen die Schweinswale dazu, ihren Sonarsinn auszuschalten und sich ruhig zu verhalten. Ohne ihren Orientierungssinn schwimmen sie direkt in die nächste Falle, was unter Umständen ein Fischernetz sein kann, das nicht mit akustischen Vergrämern ausgerüstet ist. Es kommt auch vor, dass Schweinswale von den Pingern nicht verscheucht, sondern im Gegenteil von ihnen angelockt werden.

Mehr über die Jagd auf Grindwale siehe unter Globi lebt gefährlich sowie durch Eingabe des Stichworts Färöer Inseln in die MEERESAKROBATEN-Suchleiste.

Wie ein Pinger aussieht und funktioniert, kannst du im MEERESAKROBATEN-Beitrag Die Meeres-Flüsterer erfahren (im dort eingestellten Film wird der Pinger etwa an der Stelle 09:59 erklärt).

21 Kommentare

  1. Auf https://www.facebook.com/events/374758575942989/p… hat Morlok
    Spender gesucht für Vergrämergeräte für die Good Bye 2013 Aktion auf den Färöern. 1 Vergrämer soll 125 € kosten. 100 will er zum Einsatz bringen. Um welche Vergrämer es sich handelt, sagt er nicht. Nur dass ProWal die Wirksamkeit der Vergrämergeräte getestet habe. Er verweist darauf, dass damit in der Ukraine viele (wieviel sind das?) Delfine und Wale vor dem sicheren Tod gerettet wurden.

    Da hat man also (nach eigener Behautung, bewiesen ist das nicht) in der Ukraine also Delfine und Schweinswale vergrämt. Auf den Färöern geht es um Pilotwale. Morloks Argumentation ist genau so schlüssig, wie die desjenigen, der eine Katze verscheucht (wobei noch nicht mal bewiesen ist, dass er dies tat) und glaubt, dies mit Löwen und Tigern genauso zu können.

    100 Vergämer kosten 12500 €. Und die müssen durch den Zoll. Was ist da so üblich? Das kann man auf http://www.iloxx.de/net/iloxxag/hilfe/exporttipps… nachlesen.

    „Sie brauchen eine Handelsrechnung“, steht da. Hat Morlok die? Weiter steht dort „Ab einem Warenwert von 1.000 Euro benötigen Sie eine Ausfuhranmeldung.“ Hat Morlok die?
    Ich bezweifle das alles stark. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Morlok die Pinger am Zoll vorbeigeschmuggelt hat und offiziell wird er sie nicht auf die Färöer bringen können.

    Egal wie: Entweder hat Morlok überhaupt keine Pinger auf die Färöer gebracht oder aber er hat das, sollte er den Zollbestimmungen nicht genüge getan haben, illegal gemacht. Beides wäre verwerflich! Ganz abgesehen von der Umweltverschmutzung. Wo kämen wir hin, wenn jeder sein Zeug so einfach ins Meer wirft.

    Der Gipfel aber: Für Spender der Good Bye 2013 Aktion, schreibt Morlok http://www.walschutzaktionen.de/1894101.html , gibt es
    für zusätzliche 10 € eine Urkunde mit Glasrahmen. Die Urkunde würde von ProWal individuell auf diesem Generator http://www.onlinewahn.de/generator/index.htm gestaltet:

    Klickt man diesen Link an, erscheint eine Seite mit der Begrüßung: „Herzlich willkommen bei onlinewahn.de/generator. Die Fälscher-Werkstatt von Onlinewahn.“

    Onlinewahn und Fälscher!

    Wie passend. Wer jetzt immer noch nicht erkennt, wie er von ProWal zum Narren gehalten wird, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen.

    geschrieben von Rüdiger
  2. Die Küstenlänge der Färöer ist 1.117 km lang. Wieviele seiner Bastel-Keller-Pinger hat Morlok wann und wo versenkt? Welche Reichweite haben die Geräte, falls die Eigenbau-Basteleien überhaupt funktionieren? Nehmen wir mal an, sie hätten eine Reichweite von 50 m. Selbst wenn Morlok 100 Vergrämer versenkt hätte, was ich anzweifle, würde er damit maximal 10 km „kontrollieren“ können. Zudem müssten 100 Pinger ja auch transportiert und in der Menge sicher auch verzollt werden.

    Morlok kontrolliert also vielleicht 10 von 1.117 km. Das ist so absurd, dass es fast schon wieder witzig ist. Planker Aktionismus, bei dem Unwissenden das Geld aus der Tasche gezogen wird. Wo bleibt Morloks Rechenschaftsbericht? Vielleicht sollte man ihm mal eine Steuerprüfung ins Haus schicken?

    Aber das brauchen wir wohl gar nicht, denn langsam begehren auch Morloks Spender auf! So fragt eine Userin auf https://www.facebook.com/events/249637865157148/ (Zitat: „Was ist da los bei den Faroerer ich habe mindestens schon fünfmal nachgefragt was mit den Pingern ist es wurde gespendet ohne Ende und jetzt muss man tausendmal fragen, warum, weshalb wieso man gespendet hat das genau dieselbe Scheiße passiert wie vorher auch !!!“)

    Bis Mitte August sind nämlich bereits wieder über 1000 Wale und Delfine getötet worden.

    Morlok aber findet nur fadenscheinige Erklärungen und windet sich raus. (Zitat: „Wir konnten die Grindwale mehrere Monate von den Färöer-Inseln fernhalten! Fakt ist auch, dass wir nicht genügend Unterstützung fanden, um Pinger in ausreichender Zahl auf den Färöer-Inseln zu platzieren.“ ebenfalls auf https://www.facebook.com/events/249637865157148/)

    Selbst wenn Morlok doppelt oder dreimal so viel Pinger versenkt, wie er möglicherweise jetzt versenkt haben will, wird er mit solchen Aktionen auf den Färöern niemals etwas Positives für die Wale bewirken.

    Ich erinnere auch noch mal daran, dass Morloks Atlantik-Überquerung, für die er 2011/2012 ebenfalls Spendengelder eingesammelt hat, niemals stattfand. Man könnte schon fast ein System hinter Morloks Aktionen vermuten. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    geschrieben von Rüdiger
    1. Gibt es überhaupt einen Beleg, dass Herr Morlock jemals zusammen mit wenigstens einem "Pinger" auf den Färöer-Inseln war?

      Dass die beiden wohl bekannten Delfinarienhasser es ebenso hasse, Rechenschaft über die Verwendung der Spendendgelder abzulegen, war ja schon bekannt. Aber dass ganze "Aktionen" undokumentiert bleieben (Digitalkameras sind ja heutzutage sooo teuer), ist eine neue Qualität.

      geschrieben von Norbert
      1. @ Norbert

        Ja, so einen Beleg gibt es, allerdings nur von 2010.

        Auf diesem Film


        sieht man zwischen 4:00 und 5:45 wie Ortmüller (Morlok scheint neben ihm zu stehen) mit einer Angel "einen angeblichen Pinger badet". Man hört offensichtlich Orca-Scheie, welche die Grindwale verjagen sollen. Der Pinger soll dann an der Meeresoberfläche schwimmen oder Absinken. So genau weiß man das nciht. Jedenfalls macht das alles einen überaus "professionellen" Eindruck, so wie man es eben von Ortmüller und Morlok kennt.!

        geschrieben von Rüdiger
  3. Heute wurden erneut Grindwale auf den Färöer Inseln gefangen. Doch selbst darin sieht Herr Morlok von Pro Wal einen Erfolg. Schließlich hätte die Jagd in diesem Jahr später angefangen als sonst und das sei seinen Pingern zu verdanken, die in den Monaten zuvor die Grindwale von den Küsten ferngehalten hätten. Mal abgesehen davon, dass Morloks "Wunder-Pinger" ihre Kraft verloren zu haben scheinen, schließlich werden zurzeit mehr denn je Tiere getötet, möchte ich noch eine Überlegung zu seinem doch sehr eigenwilligen Folgeschluss zum Jagdbeginn auf den Färöer Inseln anbringen:

    Lokale Fischer berichten nämlich, dass der verspätete Grindwalfang damit zusammenhänge, dass dieses Jahr die Gewässer um die Färöer regelrecht mit Makrelen überflutet waren. Makrelen verscheuchen die Tintenfische (Kalmare), die die Hauptnahrung der Pilotwale sind. Wale schwimmen immer der Nahrung hinterher. Aber irgendwann ziehen die Schwärme wieder weiter. Und das ist auch der Grund, warum augenblicklich die Färöer Inseln so fischreich sind und Island weniger. Das Bewegungsmuster (Pattern) hat sich anscheinend durch den Klimawandel verschoben.

    Jeder kann selbst entscheiden, welcher Grund für ihn plausibler erscheint …

    geschrieben von Susanne
  4. Auf seiner Facebook-Seite schreibt Morlok: „Erstaunlich ist, dass all diese Personen, die diese Behauptungen und Unterstellungen aufstellen, überhaupt nicht wissen, wo und was für Vergrämergeräte wir (wer denn?) zur Vertreibung der Grindwale auf den Färöer-Inseln einsetzen! Dennoch verbreiten sie diese eigenen Theorien, Unwahrheiten und Unterstellungen.“

    Ich werde den Gedanken nicht los, dass Morlok selbst fragwürdige Theorien und Unwahrheiten verbreitet, wenn er behauptet, seine Pinger würden auch nur ansatzweise irgendetwas Positives für die Grindwale bewirken.

    Wenn Morloks recht hätte, wie kommt es dann, dass in dieser Saison (Stand: 14.8.2013) bereits 1.085 Wale und Delfine getötet wurden? (Quelle: http://www.wdcs-de.org/news.php?select=1494)

    Ich sehe in Morloks Gebaren nur blinden Aktionismus mit dem offensichlich versucht werden soll, „unwissenden Zujublern“ das Geld aus der Tasche zu ziehen, einen ähnlichen Aktionismus wie 2011/2012, als Morlok mit einem Ruderboot den Atlantik überqueren wollte. Etliche „Unterstützer“ haben seinerzeit Geld gespendet – eine Atlantik-Überquerung durch Morlok aber fand nie statt.

    Ich als Spender würde mich getäuscht und um mein Geld betrogen fühlen.

    Wer sagt denn, dass es mit der diesjährigen Pinger-Aktion nicht genau so ist? Nach wie vor ist Morlok den Beweis schuldig geblieben, dass seine selbst gebastelten Hobby-Keller-Pinger auch nur einem einzigen Wal helfen oder geholfen haben. Die Wal-Tötungszahlen auf den Färöern jedenfalls sprechen eine deutlich andere Sprache. Morlok hat noch nicht mal den Beweis erbracht, dass er tatsächlich dort war und auch wirklich Pinger versenkt hat. Das einzige, was meiner Meinung nach versenkt wurde, ist das Geld ahnungsloser Spender.

    geschrieben von Rüdiger
  5. "Allerdings sehen wir beide diese Einrichtungen, wie sie in Deutschland geführt werden, als fundamental wichtige Forschungsstandorte in Sachen Delfin- und Walschutz."

    Sischer dat, zu Forschungszwecken – wenn dabei nicht so viel Profit gemacht werden würde, könnte man das als halbgares Argument noch durchgehen lassen, aber da wird nicht geforscht, da wird Reibach gemacht. Demzufolge kein Wunder, dass die Aktionen von anderen schlevcht gemacht werden. Überdies sehr schlechter Stil, sich selbst profilieren zu wollen, indem man andere herabsetzt.

    geschrieben von Daniela
    1. Alle Erkenntnisse, die wir über Große Tümmler haben stammen aus wissenschaftlich geführten Zoos. Viele solcher Einrichtungen haben auf ihrem Areal auch noch SOS-Stationen, in denen gestrandete oder verletzte Tiere aufgenommen und gesund gepflegt werden, bevor sie wieder ins Meer gebracht werden (siehe Harderwijk/Holland).

      Profit wird in Zoos keiner gemacht. Laut Zoo-Fachmann Jürg Meier (siehe "Handbuch Zoo") zahlt jeder Zoo drauf. Gewinne werden woanders gemacht …

      Auch gut gemeinte Aktionen können den Tieren schaden. Mit unüberlegtem Aktionismus kann man keinen Delfin retten – das soll in meinem Beitrag ausgedrückt werden. Meiner Meinung nach profiliert sich Pro Wal mit dieser (Jochens und meiner Meinung nach sinnlosen) Aktion, um an Spendengelder zu kommen.

      geschrieben von Susanne
    2. "wenn dabei nicht so viel Profit gemacht werden würde" – Platter geht's ja wohl kaum!

      Sie verbinden da zwei Dinge, die absolut nichts miteinander zu tun haben. Gute Forschung kann in einer profitablen Einrichtung genauso gut stattfinden, wie in einer defizitären! Nur dass es in (halbwegs) profitablen Einrichtungen den Tieren oft genug sogar besser geht, als in Anlagen, in denen der Rotstift regiert.

      Selbst in Connyland – das seine Delfine ohne jeden Zweifel aus vorrangig kommerziellen Beweggründen hält und denen diese Attraktion auch gute Einnahmen beschert – bietet seit mehreren Jahren einem längerfristigen Forschungsprojekt hervorragende Arbeitsmöglichkeiten. Der Biologe wird dabei von einer deutschen Uni bezahlt, an der er auch (über Delfine) promoviert.

      Je nach Ziel des Forschungsvorhabens können manchmal kommerzielle Delfinhaltungen (bei denen die Tiere sehr stark auf Menschen geprägt sind und damit besonders gut für kognitive Tests etc. geeignet sind) sogar bessere Bedingungen bieten, als vorrangig wissenschaftlich geführte Einrichtungen. Diese sind wiederum erste Wahl, wenn es um Forschungen geht, die sich z.B. mit der Interaktion zwischen den Tieren beschäftigt.

      Im Übrigen will sich hier niemand "profilieren, indem er andere herabsetzt" – Aber es wird doch erlaubt sein, auf die negativen Folgen stümperhafter Aktionen aufmerksam zu machen. Dass Herr Morlock die zahlreichen Informationsmöglichkeiten nicht nutzt, können Sie uns ja wohl nicht anlasten. Und wenn er dann den Tieren mit seinem (hoffentlich) gut gemeinten Aktionismus mehr schadet, als nutzt, wird man das wohl ansprechen müssen – allein schon, damit sich so ein Blödsinn nicht wiederholt!

      geschrieben von Norbert
  6. Was geht nur in so manch einem Kopf wie euren vor? Ihr zieht über Herr Morlock herunter, schämt Ihr euch eigentlich nicht?? Auch eure Argumente sind zum Teil nicht auf dem neuesten Stand.

    geschrieben von Lisbeth
    1. Welches Argument von den Meeresakrobaten ist nicht auf dem neusten Stand, Lisbeth? Bitte nennen, auch wir lernen gerne dazu! Warum sollen wir uns schämen, wenn wir aufklären (und warnen) wollen?

      geschrieben von Susanne
    2. Nur weil jemand *gegen* etwas ist, ist er deshalb noch lange nicht über jeden moralischen Zweifel erhaben.

      In meiner persönlichen Meinung haben die Unterstützer von ProWal und dem WDSF mindestens genauso viele (oder wenige) Gründe "sich zu schämen", wie die Befürworter einer verantwortungsbewussten und wissenschaftlich gestützten Delfinhaltung.
      Auch ProWal und der WDSF vertreten letztlich nicht mehr als eine durchaus umstrittene persönliche Meinung jeweils einer einzelnen Person – die es zudem nicht einmal für erforderlich hält, über den Verbleib der vereinnahmten Spendengelder nachprüfbar Rechenschaft abzulegen.

      geschrieben von Norbert
  7. "So, wie sich die Sache darstellt, hat Herr Morlock mit seiner völlig inkompetenten Aktion die Grindwale den Färöer Walschlächtern regelrecht vor die Messer gelockt. Vielleicht werden im nächsten Jahr die Färöer Walschlächter selbst Pinger ausbringen, nachdem ihnen Herr Morlock eindrucksvoll demonstriert hat, dass man die Tiere damit anlocken kann." Vielen Dank, auch im Namen der weit über 1000 abgeschlachteten Wale, Herr Morlock!

    geschrieben von Donald
  8. Auch ein völliger meeresbiologischer Laie, wie Herr Morlock sollte ein paar Dinge inzwischen mitbekommen haben:

    1. So ziemlich alle Delfine sind extrem neugierig und schauen sich alles aus der Nähe an, was neu und ungewöhnlich ist. Also haben auch Pinger zunächst einmal eine Lockwirkung.
    2. Die Pinger funktionieren im Zusammenhang mit Netzen unter Anderem dadurch, dass sie die Tiere darauf aufmerksam machen "dass da was ist" – was dazu führt, dass sie – wenn sie sich nicht wegen der Lautstärke abwenden – die Umgebung des Pingers mit ihrem Sonar absuchen und in aller Regel dann auch das Netz entdecken und als Gefahr identifizieren. Pinger sind bewusst NICHT so konstruiert, dass sie die Tiere weiträumig vergrämen!
    3. Wie bereits im Artikel erwähnt, sind die Pinger jeweils für eine bestimmte Delfinart optimiert. Ein Pinger, der Schweinswale verscheucht, kann für Grindwale (anderes Hörspektrum) durchaus ein interessantes Spielzeug sein.
    4. Wie man Grindwale wirksam von den Färöer-Inseln fern hält, hat Sea Shepherd vor ein paar Jahren gezeigt: Von Unterwasser-Lautsprechern wiedergegebene "Unterhaltungen" zwischen Orcas wirken auf diese tatsächlich weiträumig abschreckend! Solche Bojen sind aber nicht im Handel erhältlich, erfordern Fachwissen und sind wohl auch ziemlich teuer.

    So, wie sich die Sache darstellt, hat Herr Morlock mit seiner völlig inkompetenten Aktion die Grindwale den Färöer Walschlächtern regelrecht vor die Messer gelockt. Vielleicht werden im nächsten Jahr die Färöer Walschlächter selbst Pinger ausbringen, nachdem ihnen Herr Morlock eindrucksvoll demonstriert hat, dass man die Tiere damit anlocken kann.

    "Gut gemeint" ist eben allzu oft das Gegenteil von "gut gemacht" und der Schaden für die Tiere in diesem Fall immens!
    Vielen Dank, auch im Namen der weit über 1000 abgeschlachteten Wale, Herr Morlock!

    geschrieben von Norbert
  9. Ohne zu wissen welche Art von geräten verwendet werden und auch ohne zu wissen, wie sie eingesetzt werden ist der ganze obige Text einfach nichts als ein wirres Draufhauen. warum können manche Leute nicht einfach eigestehen, das ohne die ProWal-pinger es nich viel schlimmer gelaufen wäre und warum tut von diesen Leuten niemand wirklich etwas um das Abschlachten zu beenden??? weil es ihnen nur darum geht von der eigenen Blamage mit den Delphinariumszahlen abzulenken und ProWal als effektivstem Delphinariumsgegner in Deutschland in schlechtes Licht zustellen. Schade, das solche Leute nicht einfach mal etwas sinnvoles tun können…

    geschrieben von Nadine
    1. Ich finde es unverschämt von Ihnen, Nadine, von "wirrem Draufhauen" zu reden, wenn Ihnen die Argumente fehlen! Wie kommen Sie außerdem dazu, zu behaupten, dass es ohne die Pinger von Herrn Morlok schlimmer gekommen wäre? Wo sind Ihre Beweise? WDC/München schreibt, dass innerhalb von zwei Monaten so viele Grindwale getötet wurden wie das ganze vergangene Jahr über nicht.

      "Diese Leute" tun sehr wohl etwas gegen das Abschlachten von Walen. Sie tönen nur nicht lautstark in der Gegend herum und triumphieren mit Schein-Erfolgen wie es vor allem zwei Ein-Mann-Organisationen tun.

      Was meinen Sie mit "eigener Blamage mit den Delphinariumszahlen"??????? Meinen Sie damit, dass es schlimm ist, zu beobachten, wie ein Delfinarium nach dem anderen z.B. in Asien oder Russland aus dem Boden gestampft wird? Das ist tatsächlich schlimm. Den Menschen dort ist es nämlich piepegal, ob Sie sich vor dem Nürnberger Tiergarten oder vor dem Duisburger Zoo die Füße wund stehen und gegen wissenschaftlich geführte und in Europa hoch angesehene Einrichtungen protestieren. Sie bauen trotzdem ein Delfinarium nach dem anderen.

      Wieso ist Pro Wal für Sie der "effektivste" Delfinariumsgegner in Deutschland? Was bedeutet für Sie "effektiv"? Dass Tiere, die in Nürnberg oder Duisburg hervorragend untergebracht sind, in ein Delfinarium im Ausland verfrachtet werden, wo der Tierschutzgedanke evtl. im Vergleich zu Deutschland unterentwickelt ist? Oder meinen Sie mit "effektiv", dass Herr Morlok, als Müllmann verkleidet, ein Kaugummipapier fotografiert und mit diesem "Beweisfoto" den Tiergarten in Nürnberg anprangert, eine Müllhalde zu sein (siehe meinen Beitrag http://www.meeresakrobaten.de/2013/06/delfin-muel…? Wenn dem so ist, dann ist jegliche Diskussion mit Ihnen zweck- und sinnlos.

      geschrieben von Susanne
    2. Weder ich, noch Susanne haben irgendwelche "Aktien" in Delfinarien. Allerdings sehen wir beide diese Einrichtungen, wie sie in Deutschland geführt werden, als fundamental wichtige Forschungsstandorte in Sachen Delfin- und Walschutz.

      Außerdem tun sowohl Duisburg, als auch Nürnberg weit mehr gegen die "Abschlachtung von Delfinen", als Herr Morlock & Co. jemals zuwege gebracht haben und zuwege bringen werden. Allein die von Nürnberg und Duisburg aufgebaute und laufend personell, wie finanziell unterstützte YakuPacha e.V. hat inzwischen weit mehr Walen und Delfinen das Überleben in freier Wildbahn gesichert, als es Herr Morlock und Herr Ortmüller je schaffen werden. Nämlich, indem sie vor Ort langfristige Forschungsprojekte, Bildungs- und Informationskampagnen und nicht zuletzt auch politisches Lobbying betreiben.

      Auch die EEAM e.V. als wissenschaftliche Plattform in der Erforschung von Meeressäugern (gegründet in Nürnberg 1972) ist inzwischen zu der führenden Organisation in Sachen Delfinforschung geworden. Nicht zuletzt aus den Erfahrungen der wissenschaftlichen Delfinhaltung und der Pflege und Wiederauswildeung überlebenfähiger gestrandeter Tiere konnte durch diese Organisation ein ständiger wissenschftlicher Wissensaustausch über die Grenzen Europas hinaus etabliert werden, welcher inzwischen die Grundlage jedes vernünftig und effektiv geführten Schutzprojektes geworden ist.

      Ist zwar alles nicht so pressewirksam, wie das Fotografieren einzelner Zigarettenkippen im Tiergarten Nürnberg, aber in Sachen Wal- und Delfinschutz unendlich viel effektiver. Sie sehen, wir (und die deutschen Delfinarien) tun schon sehr viel mehr für den Delfinschutz, als ProWal es mangels Sachkenntnis jemals vermag.

      Und über die Besucherzahlen der deutschen Delfinarien brauchen Sie sich auch nicht zu sorgen: Diese liegen bereits jetzt an der Kapazitätsgrenze.

      geschrieben von Norbert
  10. Was ist eigentlich aus den Spendengeldern geworden, die Morlok für eine geplante und niemals realisierte Aktion eingesammelt hat, bei der er mit einem Ruderboot den Atlantik überqueren wollte? (iehe u.a.:

    geschrieben von Rüdiger

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