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Warnung für Schweinswale


Zum Fernseh-Beitrag „Warnung für Schweinswale“ in „W wie Wissen“ am 10. November 2013 um 17 Uhr im Ersten.

Schweinswale sind die einzigen Wale, die ständig in deutschen Gewässern anzutreffen sind. Sie gehören – wie ihre Verwandten, die Delfine – zu den Zahnwalen und orientieren sich in trüben Gewässern mit ihrem Echolotsinn (Sonarsinn).

Schweinswal (Foto: V. Pecsy)

Schweinswal (Foto: V. Pecsy)

Vom Aussterben bedroht

Der Bestand der Schweinswale ist bedroht. Schätzungen zufolge ist zwischen 1994 und 2005 der Bestand an Schweinswalen in der westlichen Ostsee um die Hälfte zurückgegangen. In der östlichen Ostsee leben offenbar nur noch 600 Tiere.

An deutschen Stränden werden jährlich bis zu 150 verendete Schweinswale gefunden, die Netzabdrücke auf der Haut aufweisen. Experten befürchten, dass der Schweinswal allmählich ausgerottet wird. Bald wird die Zahl der als Beifang verendeten Tiere die Zahl der Nachkommen übersteigen.

Pinger können zum Verhängnis werden

Manche Fischer versuchen, mit akustischen Vergrämern – sogenannten Pingern – die Schweinswale von den Netzen fernzuhalten. Doch das gelingt nur selten. Die Schweinswale schalten nämlich ihren Echolotsinn aus, wenn sie die Töne der Pinger vernehmen. So können sie keine Hindernisse im Meer wahrnehmen und schwimmen direkt ins nächste Netz.

Ein neues Gerät soll Schweinswale „aufwecken“

Der Meeresbiologe Prof. Boris Culik aus Kiel hat nun ganz neue Pinger entwickelt. Diese sollen die Schweinswale quasi „aufwecken“ und sie dazu veranlassen, ihre Echoortung zu nutzen.

Mehrere Bojen wurden in der Ostsee mit diesen neuen Geräten ausgerüstet. Und bis jetzt zeichnet sich bereits ein erster Erfolg ab. Prof. Culik zeigt sich zufrieden: „Wir haben zwar die Daten noch nicht vollständig ausgewertet. Aber es sieht so aus, als würde das System funktionieren.“

Die neuen Pinger bringen die Schweinswale dazu, ihren Sonarsinn zu aktivieren. Die Tiere werden von den Geräuschen aber weder angelockt noch vertrieben.
(Quelle: W wie Wissen)

Lesetipps zum Thema Pinger

* Kritische Betrachtung zu einem ZDF-Beitrag
* Warum die Pinger-Aktion von Pro Wal nichts bringt
* Orca-Laute locken Grindwale an
* Wenn Schutz-Aktionen zur Gefahr für Delfine werden
* Die Meeres-Flüsterer
* Neues Schweinswal-Warngerät wird erprobt

2 Kommentare

  1. Wenn ich den W-wie-Wissen-Bericht richtig verstanden habe, war es bei den bisherigen Pingern so, dass die Schweinswale ihren Echolotsinn ausgeschaltet haben, wenn sie die Töne von Pingern wahrnahmen. Bei den neu entwickelten Pingern von Prof. Culik soll das nicht der Fall sein.

    Dazu habe ich folgende Fragen:

    Wie wirken „alte“ und „neue“ Pinger auf Grindwale, wie sie vor den Färöern vorkommen?

    Welche Art Pinger benutzten Morlok und Ortmüller?

    „Alte“ Echolotsinn-ausschaltende, „neue“ nach Professor-Culik-Art oder gar „super-visionäre“, von denen die Menschheit bisher nur träumt?

    geschrieben von Rüdiger
    1. Morlok und Ortmüller haben offenbar Pinger benützt, die Orca-Laute aussendeten. Die beiden "Wal- und Delfin-Experten" gingen davon aus, dass die Laute die Grindwale verscheuchen und von den Färöer Inseln fernhalten würden. Eine Studie aus Norwegen beweist jedoch genau das Gegenteil: Grindwale werden von Orca-Lauten angelockt. Mehr dazu unter http://www.plosone.org/...

      geschrieben von Susanne

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