Berichte

Herbe Verluste bei den ortstreuen Port-River-Delfinen


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MEERESAKROBATEN/8. März 2015
Übersetzung eines Teils des Delfin-Tagebuchs von Marianna Boorman

Es ist immer wieder erfrischend und informativ, Marianna Boormans Blog-Einträge über die etwa 40 ortstreuen Delfine von Port River/Australien zu lesen.

Sparkle und ihr totes Kalb (Foto: Marianna Boorman)

Sparkle und ihr totes Kalb
(Foto: Marianna Boorman)

In einem früheren MEERESAKROBATEN-Beitrag habe ich bereits ein paar von Mariannas Delfin-Freunden vorgestellt.

Nachdem Anfang dieses Jahres so viel passiert ist innerhalb der kleinen Delfin-Gruppe, möchte ich erneut über die Großen Tümmler, die ganz in der Nähe der Großstadt Adelaide leben, berichten.

Herbe Verluste

Sowohl im Januar als auch im Februar musste die Delfin-Gruppe leider herbe Verluste hinnehmen. Am 16. Januar 2015 wurde die Delfin-Mutter Sparkle dabei beobachtet, wie sie ihr totes Baby vor sich hin trieb. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich von ihrem Neugeborenen trennen konnte. Unterstützt wurde sie in ihrer Trauer von sieben weiteren Delfinen des Pods. Dazu gibt es ein sehr schönes Video von Marianna.

Sparkle hat insgesamt acht Junge zur Welt gebracht. Ihr erstes Baby starb im Alter von sechs Monaten und auch das achte Kalb hat sie nun verloren. Die anderen Tiere überlebten zumindest bis zur Entwöhnung.

Mouse mit ihrem Kalb Hunter (Foto: Marianna Boorman)

Mouse mit ihrem Kalb Hunter
(Foto: Marianna Boorman)

Groß war die Freude bei Marianna, als sie Anfang Februar Ripple mit ihrem ersten Kalb Marea beobachten konnte. Ripple ist neun Jahre alt. Sie ist die Tochter der berühmten Wave. Wave hatte die Fähigkeit, sich auf der Schwanzflosse (Fluke) surfend durchs Wasser zu bewegen. Wave gilt leider seit Oktober 2014 als vermisst.

Doch am 10. Februar wurde Ripple ohne ihr Baby gesehen. Marianna und ihre Kollegen befürchteten schon das Schlimmste. Und genau das war eingetreten: Am 13. Februar wurde der kleine Körper des toten Delfins gefunden.

Viele erstgeborene Delfine überleben nicht

Es ist nicht unüblich, dass die Erstgeborenen eines Delfin-Weibchens nicht überleben. Eine Theorie lautet, dass das daran liegen könnte, dass die Muttermilch zu sehr mit Umweltgiften belastet ist. Diese Gifte haben sich im Lauf der Zeit im mütterlichen Körper angesammelt und werden dann in konzentrierter Form an das Jungtier abgegeben. Mareas Kadaver, der inzwischen gefunden wurde, wird nun untersucht, um Aufschlüsse über die Todesursache zu erhalten.

Bronny wurde nur 13 Jahre alt

Der 10. Februar war in doppelter Hinsicht ein trauriger Tag. Nicht nur, dass Marea verschwunden war, es wurde außerdem der 13-jährige Bronny tot geborgen. Eine Woche, bevor Brunny gefunden wurde, hatten Beobachter Verletzungen auf Bronnys Rücken- und Schwanzflosse entdeckt. Ripple hatte somit ihren Bruder und ihr Kalb zur gleichen Zeit verloren. Auch bei Bronny wird eine Obduktion durchgeführt.

Marianna vermisst vor allem Bronny sehr. Sie erlebte diesen Delfin als sehr freundlich, verspielt und neugierig. Auf dem Foto rechts sieht man ihn, wie er ganz in der Nähe von Mariannas Sohn Michael schwimmt. Auch über Bronny hat Marianna einen sehr einfühlsamen Film ins Netz gestellt.

Der kleine Michael beobachtet Bronny.  (Foto: Marianna Boorman)

Der kleine Michael beobachtet Bronny.
(Foto: Marianna Boorman)

Baby mit deformiertem Oberkiefer

Doch es gibt zum Glück auch quietschfidelen Nachwuchs im Port River zu vermelden. So brachte Mouse Anfang Februar ihr Baby Hunter auf die Welt (siehe zweites Foto, links).

Hunter ist ein ganz besonderes Jungtier, denn es fällt durch einen deformierten Oberkiefer auf. Marianna hofft, dass diese Beeinträchtgung Hunter später nicht beim Fische-Jagen behindern wird. Mouse‘ beide ersten Kälber sind leider gestorben.

Auf Delfin-Babys achtgeben

Da Delfin-Babys die meiste Zeit an der Wasseroberfläche verbringen, mahnt Marianna alle Bootsführer daran zu denken, den Kleinen nicht näher als 150 Meter zu kommen und sehr umsichtig zu fahren. Die Babys brauchen noch sehr viel Ruhe. Einige Delfin-Freunde haben einen „Caution Calf Flyer“ mit Verhaltensregeln entworfen, der an Bootsfahrer und Delfin-Beobachter verteilt wird.
(Quelle: Dolphin Diary)

Lesetipps

* Marianna und die Delfine
* WAVE ist immer noch verschwunden
* 3 tote Babys in 3 Jahren
* Delfin-Mutter trauert um ihr Baby

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