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Lektüre: Der Ruf der rosa Delfine


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Meeresakrobaten, 10. März 2021

Der Ruf der rosa Delfine
(Foto: Susanne Gugeler)

Nach längerer Zeit habe ich mal wieder ein Buch über Delfine gelesen: „Der Ruf der rosa Delfine“ von Sy Montgomery. Der Untertitel lautet: „Wie die schlauen Säugetiere uns in die letzten Geheimnisse des bedrohten Amazonas einweihen“.

Autorin ist in Flussdelfine vernarrt

Die in Frankfurt am Main geborene und in New Hampshire lebende Naturforscherin und Autorin widmet sich voller Hingabe den Amazonas-Flussdelfinen. Sie will sie unbedingt aufspüren und viel über sie erfahren. Das gelingt ihr auch zusammen mit Ortsansässigen, die das Wassersäugetier gut kennen und genau wissen, wo man es am besten antreffen kann.

Rosa Rücken

Sy Montgomery ist entzückt von den rosa Rücken der Delfine. Doch sie nähert sich deren Lebensraum auch mit großer Wehmut. Denn die Naturfreundin erkennt die Schizophrenie, wenn eine Unmenge an Bäumen gefällt wird, um Pflanzen für die Produktion von Biokraftstoffen anzubauen – ein Mittel zur Bekämpfung der globalen Erwärmung.

Schöne Zeichnungen im Inhalt
(Foto: Susanne Gugeler)

Informationen aus dem Duisburger Zoo

Ihre Informationen erhält die Autorin nicht nur aus freier Wildbahn, sondern auch aus dem Duisburger Zoo, in dem von 1975 bis 2020 ein bzw. zwei Botos (so werden die Flussdelfine auch genannt) gehalten wurden.

(Anmerkung Meeresakrobaten: Beide Tiere erreichten ein sehr hohes Lebensalter. 2006 starb Apure mit 40 Jahren, 2020 starb „Baby“ mit 46 Jahren.)

Geheimnisvolles Encante

Viele Seiten des Buchs werden den Legenden um den Flussdelfin gewidmet. Der Leser erfährt von den Meeresmenschen von Encante (einem unter Wasser liegenden Ort) und dass Botos sich als Menschen verkleiden können, um junge Frauen zu bezirzen.

Dieser Ausflug ins Mystische hat mir nicht so gut gefallen. Da muss man meiner Meinung nach in Südamerika leben, um die Geschichten über die Botos verstehen und nachvollziehen zu können (siehe auch Flussdelfine im Rio Negro).

Der Ruf der rosa Delfine
(Foto: Susanne Gugeler)

Was mir gut gefallen hat, ist, dass in das Buch schöne Zeichnungen von Tieren und auch Karten eingefügt sind. Letztere sorgen dafür, dass man in der verzweigten Flusslandschaft des Amazonas nicht die Orientierung verliert.

Delfine waren immer in Gruppen unterwegs

Die Autorin beobachtete auf ihren Reisen, dass die Amazonasdelfine immer in Gruppen auftraten. In der Literatur liest man meist nur von einem Tier oder einer Mutter-Kalb-Verbindung. Doch Sy Montgomery sah bis zu 15 Tiere auf einmal.

Delfin reagiert auf Klopfgeräusche

Die Naturfreundin versuchte Kontakt mit den Tieren aufzunehmen, indem sie an die Bordwand des Beobachtungsbootes klopfte. Ein Delfin antwortete ihr darauf mit einer großen ausgestoßenen Luftblase, die laut platzte. Es klang offenbar wie ein gewaltiger Rülpser.

Dieser „Dialog“ – bestehend aus Klopfzeichen und Rülpser – wiederholte sich einige Male, bis die Delfine wieder weiterzogen.

Für Menschen, die mystischen Lesestoff lieben

Wie ich bereits oben angedeutet habe, ist meine Meinung zwiespältig, was die Empfehlung des Buchs anbelangt. Mir sind einfach zu viele mystische Elemente enthalten. Was mir gut gefällt, ist die Delfin-Begeisterung der Autorin. Diese überträgt sich auf den Leser.

Das Buch kostet 24 Euro. Die ISBN-Nummer lautet: 978-3-95910-294-0.

Lesestipps

* Amazonas-Flussdelfin „Baby“ ist tot
* Flussdelfine im Rio Negro

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