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Welchen Tieren geht es in Deutschland besser – Pferden oder Delfinen?


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Punkt 1: Um das Pferd kümmert sich der Mensch nur in seiner Freizeit

Während die Delfine in den beiden Zoos in Nürnberg und Duisburg eine Rundum-Betreuung genießen, kümmert sich der Reiter nur in der Freizeit um seinen Vierbeiner – also vorwiegend am Abend oder/und am Wochenende.

Sunny  (Foto: Tiergarten Nürnberg)

Auch Delfine sind sehr beliebt.
(Foto: Tiergarten Nürnberg)

Punkt 2: Pferde stehen die meiste Zeit in ihrer Box

Pferde sind sehr bewegungsfreudig. Aber 2/3 aller Pferde stehen die meiste Zeit unbeschäftigt in ihrer kleinen Box. Boxenhaltung kann Pferde krank machen. Viele Pferde leiden unter chronischen Verspannungen, Sehnen- und Muskelschäden.

Und wie sieht es bei den Delfinen in menschlicher Obhut aus?

Auch Delfine sind sehr bewegungsfreudig. Anders als viele Pferde in Deutschland werden sie jedoch nicht in eine enge Box gepfercht, sondern haben in einem Mehrbeckensystem sehr viel Freiraum. Außerdem wird mit den Delfinen in Duisburg und Nürnberg täglich ein Fitness-Programm absolviert, an dem sie freiwillig teilnehmen können.

Punkt 3: Viele Pferde haben nur eine geringe Lebenserwartung

Dr. Margit Zeitler-Feich, Pferde-Ethologin/TU München, sagte im o.g. Fernsehbeitrag, dass Pferde eigentlich 25 bis 30 Jahre „genutzt“ werden könnten. Laut Versicherungsstatistiken würden viele Pferde jedoch nur 10 bis 12 Jahre alt.

Nicht alle Pferde werden in einer Gruppe gehalten. (Foto: Rüdiger Hengl)

Dieses Pferd wird nicht in einer Gruppe gehalten.
(Foto: Rüdiger Hengl)

Und wie sieht es bei den Delfinen in menschlicher Obhut aus?

Die Lebenserwartung von Delfinen in zoologischen Anlagen ist in den letzten Jahrzehnten immens gestiegen. Siehe dazu auch den MEERESAKROBATEN-Beitrag Das Durchschnittsalter von Delfinen.

Punkt 4: Statt „Gruppen-Grasen“ Einzelhaft

Die Pferde-Expertin Dr. Margit Zeitler-Feich gab außerdem zu bedenken, dass viele Pferde ihre arttypischen Bedürfnisse (wie z.B. stundenlanger Auslauf in der Gruppe – statt stundenlanges Stehen in einer Box; Möglichkeit zum ganztägigen Knabbern – statt dreimal täglich Gabe von hochkonzentrierter Kost usw.) kaum stillen könnten. Sie würden deshalb krank und/oder verhaltensgestört.

Boxenschlagen, Ratschen an den Gitterstäben, Nagen von Holz kündigen – laut Zeitler-Feich – dauerhafte Verhaltensstörungen an.

Und wie sieht es bei den Delfinen in menschlicher Obhut aus?

Sie leben sowohl in Nürnberg als auch in Duisburg in Gruppen zusammen und können ihren Spieltrieb ausleben. Auch ihrer Neugier wird Rechnung getragen, indem sie immer wieder neues Spielzeug erhalten oder Unterhaltung durch die Tierpfleger bekommen.Seite 3

2 Kommentare

  1. Wer die Überlegungen der Meeresakrobaten gelesen hat, sollte unbedingt auch hier reinschauen:

    http://www.cavallo.de/training-fuers-pferd/die-angst-der-pferde-vor-dem-reiter.325700.233219.htm

    Ich bin erschüttert!

    geschrieben von Rüdiger Hengl
  2. Hallo,

    vielen Dank für diesen zutreffenden Kommentar! Ich habe vor wenigen Wochen diesen WDR-Beitrag über Pferde auch gesehen, und mir schossen die gleichen Gedanken durch den Kopf, die Sie hier aufgeschrieben haben.

    Herzliche Grüße aus dem Vogel- und NaturschutzTierpark Herborn,

    Wolfgang Rades

    geschrieben von Wolfgang Rades

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