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Nicht immer gelingt die Aufzucht eines Delfin-Babys


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Meeresakrobaten/12. Januar 2015
Übersetzung eines Teils des Artikels „Breeding dolphins a complicated undertaking for zoos, aquariums“ von Toni Briscoe (Chicago Tribune)

Drei Delfin-Geburten waren für Dezember 2014 im Brookfield Zoo/Illinois(USA) angekündigt.

Neugeborenes Delfin-Baby  (Photo by Sarasota Dolphin Research Program, taken under National Marine Fisheries Service Scientific Research Permit)

Neugeborenes Delfin-Baby
(Photo by Sarasota Dolphin Research Program, taken under National Marine Fisheries Service Scientific Research Permit)

Dieses tolle Ereignis veranlasste viele Mitarbeiter des in den Zoo integrierten Delfinariums, ihren Urlaub so zu legen, dass sie auf jeden Fall im Dezember bei der Betreuung der Delfine dabei sein konnten.

Doch ihr Eifer wurde leider enttäuscht. Zwei der Delfin-Kälber starben.

Der traurige Vorfall zeigt, wie unberechenbar die Natur ist. Im Freiland werden Delfin-Kälber deshalb erst in den Bestand aufgenommen, wenn sie ein Jahr alt sind. Dann sind sie aus dem Gröbsten heraus.

Unerfahrene Mütter

Was ist im Brookfield Zoo geschehen? In einem Fall wurde ein sieben Tage altes männliches Delfin-Baby von seiner neunjährigen Mutter Allison nicht mehr versorgt. Sie verließ es zeitweise und so konnte das Kalb nicht im Sog seiner Mutter schwimmen. Das kostete dem kleinen Delfin sehr viel Energie und schließlich das Leben. Die Mitarbeiter des Brookfield Zoos bemerkten zwar das geänderte Verhalten der Mutter, konnten jedoch nicht eingreifen.

Bei Allisons Baby handelte es sich um das achte Kalb, das im Delfinarium seit 1999 auf die Welt kam. Drei Tiere überlebten nicht, einschließlich eines männlichen Kalbs, das unmittelbar nach der Geburt am 5. Dezember 2014 starb. Es war der Sohn der elfjährigen Noelani.

20 Mitarbeiter gehören zu der Truppe im Zoo, die die Geburt und die Aufzucht eines Delfin-Babys überwachen. Jeweils vier davon beobachten die Tiere dabei rund um die Uhr. Alle sechs Stunden wird das Baby untersucht.

Eine hohe Neugeborenen-Sterblichkeit innerhalb der ersten 30 Tage ist jedoch nichts Ungewöhnliches bei Müttern wie Allison und Noelani, die zum ersten Mal gebären.

Nicklo ganz links (Photo by Sarasota Dolphin Research Program, taken under National Marine Fisheries Service Scientific Research Permit)

Delfine aus der Sarasota Bay (Photo by Sarasota Dolphin Research Program, taken under National Marine Fisheries Service Scientific Research Permit)

42 Prozent der Delfin-Babys überleben nicht

„Keiner möchte ein Delfin-Baby sterben sehen. Doch leider kommt das auch in der Natur vor. Einige überleben, viele tun es nicht“, erläutert Randall Wells von der Chicago Zoological Society.

44 Jahre lang studierte Randall Wells die ortstreuen Delfine der Sarasota Bay (Florida). Er konnte beobachten, dass 42 Prozent der Babys von erstgebärenden Müttern das erste Lebensjahr nicht überlebten. Sie starben, weil sie sich zum Beispiel in Angel- und Fischereigeräten verhedderten, weil sie von anderen Delfinen angegriffen oder von ihren Müttern vernachlässigt wurden.

Zwar sind Delfine, die in Delfnarien geboren werden, nicht den Gefahren ausgesetzt, die es in freier Wildbahn gibt. Trotzdem sterben auch hier Delfin-Babys. Der Hauptgrund sind unerfahrene Mütter oder Probleme beim Aufnehmen der Muttermilch.

Allie hat ihr drittes Baby zur Welt gebracht

Obwohl Allison und Noelani ihre Babys verloren haben, sind die Mitarbeiter des Delfinariums optimistisch, dass sie sich das nächste Mal um ihre Kälber kümmern werden. Sie können nämlich zurzeit beobachten, wie die 27-jährige Allie das am 16. Dezember 2014 geborene weibliche Jungtier aufzieht. Es ist übrigens ihr drittes Kalb. Und bei ihr klappe die Fürsorge optimal, sagen die Delfinarium-Mitarbeiter.
(Quelle: Chicago Tribune)

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