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Sind Meeresbuchten eine Farce?


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Panoramascheibe im Nürnberger Tiergarten
(Foto: Rüdiger Hengl)

Delfine haben ein Recht auf Leben

Sehen so also vielleicht die Rechte der Delfine aus, die Gruppierungen wie das WSP propagieren?

Wenn keine Meeresbuchten rechtzeitig zur Verfügung stehen, sollen Tiere also besser getötet werden?

Artikel 1 der Cetacean Rights Declaration sagt da etwas ganz anderes: Delfine haben ein Recht auf Leben.

Und in den Meeresbuchten und den verbleibenden Delfinarien ansonsten Zuchtstopps für alle? Da spricht Artikel 2 wiederum dagegen. Denn die Maßnahmen zur Durchsetzung eines Zuchtstopps hätten eine grausame Behandlung der Tiere zur Folge.

Aktivisten stufen schließlich jegliche Trennung, Transport und Behandlung der Tiere mit Hormonen als grausam ein, und das seit Jahrzehnten konstant in allen Kampagnen.

Es wäre ziemlich schamlos, wenn sie jetzt behaupten würden, solche Maßnahmen wären im Rahmen der Beendigung der Haltung plötzlich akzeptabel.

Darüber hinaus finden die bemängelten Praktiken in Delfinarien immer nur im Rahmen eines verantwortungsvollen Zuchtmanagements statt, d.h. so selten wie möglich und immer zeitlich begrenzt.

Ein Zuchtverbot, wie es die Aktivisten fordern, bringt die Tiere bis ans Lebensende in eine unnatürliche und qualvolle Situation mit endloser Trennung oder massiver chemischer Verhütung.

Zuchtstopp ermöglicht kein Ausleben der Kultur

Auch werben alle Aktivisten bei ihren Projekten damit, dass die Tiere endlich wieder natürliche Verhaltensweisen zeigen könnten. Auch Artikel 6 sagt richtigerweise, wie wichtig es für die Delfine ist, ihre Kultur zu akzeptieren und sie nicht zu stören.

Ein Zuchtstopp passt damit wieder gar nicht zusammen. Denn zur Kultur der Delfine gehören vor allem auch die Fortpflanzung innerhalb der sozialen Gruppe, Aufzucht von Jungtieren und Weitergabe ihrer Kultur an die nächste Generation!

Die Rechte für Delfine: bei vielen Meeresbuchtprojekten spielen sie anscheinend keine Rolle und das obwohl die Erfinderin dieser Rechte selbst fast überall die Hände im Spiel hat.

Also bleiben hier nur zwei Ziele übrig: das Aussterbenlassen der in Menschenhand aufgezogenen Delfine sowie die systematische Abzocke von gutgläubigen Tierfreunden.

9 Kommentare

  1. sehr gut geschriebener Artikel. Erschreckend was für Lügner, Abzocker und Tierhasser diese vermeintlichen Tierrechtler tatsächlich sind.

    geschrieben von Britta
  2. Noch ein Nachtrag meinerseits:
    Fast noch gefährlicher als plumpem Fake-News finde ich, wenn – aus journalistischer Unkenntnis oder mit Absicht – durch die Art der Berichterstattung Dinge suggeriert werden, die nicht stimmen, auch wenn die Aussagen im Bericht zutreffen. Denn das ist besonders perfide. Ein Beispiel: „In Taiji werden jährlich tausende Delfine grausam abgeschlachtet. Besonders schöne Tiere werden gefangen und in Delfinarien in aller Welt verkauft. In Nürnberg leben derzeit sieben Delfine.“ Obwohl beide Aussagen korrekt sind, führt die Nennung der beiden Fakten unmittelbar aufeinander dazu, dass die Leute, wenn man sie hinterher fragt, davon ausgehen, dass diese sieben Delfine aus Taiji stammen.

    Auch zum Thema Spendenorganisationen habe ich noch eine interessante Untersuchung der Stiftung Warentest gefunden. Demnach mangelt es den meisten Tierschutzorganisationen an Transparenz, was mit den Spendengeldern passiert. Viele Organisationen haben gar nicht geantwortet, andere geben viel zu viel Geld für die Selbstverwaltung und für (Eigen-)Werbung aus, anstatt mit den Spenden tatsächlich den Tieren bzw. der Umwelt zu helfen:
    https://www.test.de/Spenden-Diesen-Organisationen-koennen-Sie-trauen-4633447-0/

    geschrieben von Oliver
  3. Dass da was gewaltig neben der Spur läuft, weiss ich schon ziemlich lange. Dass sich sogenannte „Tierrechtler“ mit einer derartigen kriminellen Energie die eigenen Taschen vollstopfen, war mir allerdings neu.

    Es ist nur todtraurig, dass dabei die Interessen der Tiere offenbar überhaupt keine Rolle mehr spielen. So ist das offenbar im „postfaktischen Zeitalter“.

    Bleibt nur zu hoffen, dass echte Argumente und wissenschaftliche Fakten bald wieder eine größere Rolle spielen. Wohin Propaganda und Lügen führen können hatten wir im 20. Jahrhundert nur allzu drastisch erleben müssen. Gerade in Europa.

    geschrieben von Norbert
    1. Ich sehe die größte Schwierigkeit darin, dass ein Verschwörungstheoretiker in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten kann als ein Wissenschaftler während seines ganzen Berufslebens widerlegen kann.
      Wissenschaftliches Arbeiten ist ein Knochenjob. Theorien müssen entwickelt und durch aufwendige Recherchen und langwierige Experimente überprüft werden. Ein „Fake-News-Verbreiter“ hat es da viel einfacher, denn er muss seine Behauptungen nicht beweisen, sondern nur lautstark genug auftreten.
      Beispiel Klimawandel. Ein unglaublich komplexes Thema mit unzähligen Parametern, deren Zusammenhänge seit Jahrzehnten von zehntausenden Wissenschaftlern der ganzen Welt untersucht werden. Die Publikationen darüber füllen halbe Bibliotheken. Und dennoch ist es einem gewissen Präsidenten, dessen Name nicht genannt zu werden braucht, „gelungen“, mit einem einzigen Satz die ganze Forschungsaergebnisse zu „widerlegen“: ES GIBT KEINEN KLIMAWANDEL, er ist nur eine Erfindung der Chinesen. Und wenn es doch einen KLimawandel geben sollte, hat der Mensch keine Schuld daran.
      Wenn jemand dieser Aussage widerspricht, ruft man ganz einfach ganz laut „Lügenpresse! Lügenpresse!“. Und wenn man dann auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse verweist, bekommt man als Antwort, dass diese Publikationen allesamt gefälscht sind und dass diese gezielt von [*hier eine Organisation eigener Wahl einsetzen*] initiiert und bezahlt worden sind. Studierte Wissenschaftler sind in deren Augen wahlweise „Fachidioten“ oder „naive, gekaufte Systemlinge“.

      Nun frag ich euch: wie soll man mit Leuten mit einer solchen Einstellung diskutieren?

      geschrieben von Oliver
    2. Mit diesen Leuten braucht man auch garnicht zu diskutieren. Viel wichtiger ist, dazu beizutragen, dass ihre Thesen als das entlarvt werden, was sie sind und ihnen kein Gehör mehr geschenkt wird.

      geschrieben von Dani
      1. Dani, ich stimme dir zu, man braucht mit den Extremisten nicht zu diskutieren, sondern man muss öffentlich über deren Forderungen und Vorstellungen diskutieren.

        geschrieben von Benjamin
    3. Hallo Norbert,

      Ich hoffe genau wie, dass die Vernunft schnell wieder die Kontrolle übernimmt in den meisten Bereichen. Nur leider befürchte ich das Gegenteil, denn die Menschheit ist insgesamt eine emotionale Spezies und denkt nicht logisch. Das können nur die wenigsten weil jemand es einem beibringen muss.

      geschrieben von Benjamin
  4. Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht mit den vielen Hintergrundinfos und Deinen unermüdlichen Einsatz für die Delfine. Ich würde mir wünschen, dass die maßgeblichen Stellen Deine Analyse auch zu lesen bekommen. Meinst Du, dass die ENtscheidung des Zuchtstopps in Frankreich angesichts dieser Argumente nochmal überdacht wird?

    geschrieben von Oliver
    1. Hallo Oliver,

      nein ich denke nicht das irgendwelche Argumente in Frankreich bei den jetzigen Politikern ein Umdenken bewirken können. Der Zuchtstopp widerspricht aber sowohl europäischem als auch bereits bestehendem französischem Recht. Dies wird auf viele Jahre die Justiz beschäftigen während die Delfine unter der Situation leiden.

      geschrieben von Benjamin

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