Berichte, Biologen-Blog

Die Himmelsakrobaten


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Einfache Kniffe

Nun wieder zum Thema: jeder kann den heimischen Vögeln mit vielen simplen Kniffen helfen. Vor allem Bäume, Sträucher und Hecken stehenlassen und keine Steinmauern um die Gärten bauen. So bringt auch die angebliche Wohltat einer kleinen Futterstation wirklich gar nichts. Stattdessen sollte man in naturbelassene Gärten möglichst unauffällig aus natürlichen Materialien Futterhäuser, Bade- und Trinkgelegenheiten einbauen.

Waterfun for a blackbird – Amsel nimmt ein Bad from Ben's Birdwatching on Vimeo.

Gefährliche Glasflächen

Natürlich kann man auch als Stadtmensch mit Balkon Futtergelegenheiten bieten. Diese werden gerade dort ja auch benötigt. Man sollte nur darauf achten, dass diese genügend Abstand zu spiegelnden Glasflächen haben, denn der Vogelschlag in Fenster ist ebenso eine tödliche Bedrohung.

Besitzt ein Haus viele große und freie Glasflächen, und sind durch diese die Häuser auch noch zu durchblicken, weil auf der gegenüberliegenden Seite ebenso Fenster sind ohne Wände und Türen dazwischen, ist das besonders kritisch. Man muss hier versuchen, Strukturen und Muster in die Fenster einzuarbeiten, damit Vögel sie als Hindernis wahrnehmen können. Das ist bei großen Flächen die einzige Möglichkeit. In kleineren Fenstern reichen durchaus auch schon einzelne Objekte oder die typischen Silhouetten-Bilder, selbst wenn diese nicht so wirken, wie die meisten glauben.

Amseln sind häufig Opfer von Fensterkollisionen

Übrigens sind Amseln die häufigsten Opfer von Fensterkollisionen, da sie wohl das kritischste Masse-Geschwindigkeitsverhältnis besitzen. Größere Vögel wie Tauben oder Krähen fliegen meist höher und wenn sie auffliegen, stoßen sie nur mit geringer Geschwindigkeit in Fenster. Das gibt Kopfschmerzen, aber mehr nicht. Auch kleinere Vögel wie Meisen oder Spatzen überleben häufiger Kollisionen, da ihre Masse oft zu gering ist, um sich selbst schwere Verletzungen zuzufügen.

Katzenbesitzer aufgepasst!

Katzenbesitzer sollten darauf achten, dass ihre Katzen keine Vögel wildern können, aber vor allem sollten sie darauf achten, dass ihre Tiere draußen nicht unkontrolliert Nachwuchs zeugen. Denn streunende Katzen sind tatsächlich eine große Plage für Vögel und haben ja nachgewiesenermaßen schon auf mehreren Kontinenten zum Aussterben Dutzender Arten beigetragen.

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen sehr ausführlichen Artikel über die gefiederten Freunde im Garten.
    Mein „Favorit“ sind neben den Spatzen (als Ulmer obligatorisch) in erster Linie Amseln. Ich mag es, wenn sie abends ihre wunderschönen Lieder singen. Das macht mich total entspannt und glücklich und ich kann mich dabei zugleich gut konzentrieren. Interessnt finde ich ja die Tatsache, dass Amseln noch vor rund 200 Jahren (fast) reine Waldbewohner waren und erst seidem immer mehr als „Kulturfolger“ in die Städte gekommen sind.
    Ich habe zu Hause auf dem Balkon einen kleinen „Teich“ (Plastkwanne mit Wasser), die von den Amseln sehr gerne als Badegelegenheit und auch zum Trinken angenommen wird. Eine Amsel habe ich immer wiedererkannt, denn sie hatte als Besonderheit am Flügel eine weiße Feder.

    geschrieben von Oliver
    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Oliver! Eine Amsel mit weißer Feder war auch mit bei der Zählung dabei, als ich bei „Wintervögel am Futterhaus“ mitgemacht hatte.

      geschrieben von Susanne
    2. Hallo Oliver und danke für deinen netten Kommentar!

      Interessant finde ich auch die Anpassung verschiedener Vogelarten als Kulturfolger.
      Bei Tauben und Spatzen ist das ja genauso.
      Die Spatzen sind bei uns nur selten zu sehen, aber gegenüber unserem Gelände gibt es eine lange Heckenreihe, wo die Spatzen immer brüten im Sommer. Da ist dann viel los, aber ich komme nie wirklich nah genug ran, um sie zu filmen.
      Die Ringeltauben kann ich mittlerweile an ihrer Stimme identifizieren, sie haben alle eine ganz eigene Tonlage. Wenn ich also morgens Rufe höre, weiß ich, ob das unser Paar ist oder das vom Nachbarn.

      geschrieben von Benjamin

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