Berichte

10 kritische Beiträge zu Delfinbefreiern und Delfinariumsgegnern


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Im 10. Jubiläumsjahr (2011) der MEERESAKROBATEN bin ich am Sichten aktueller und älterer Beiträge. Dabei beleuchte ich jeden Monat immer einen neuen Schwerpunkt.

Lagune in Antibes/Frankreich

Für September habe ich mir das leidige Thema „Delfinarien in Deutschland“ vorgenommen. „Leidig“ nicht deshalb, weil Noah, Sunny & Co. in Nürnberg oder Duisburg leiden würden (die Delfine haben an beiden Standorten eine gute Allround-Betreuung), sondern weil einige Delfinariumsgegner nicht mit sich reden lassen und immer wieder falsche Behauptungen in die Welt setzen. Sind diese außerdem noch in eine spektakuläre Schlagzeile verpackt (z.B. „Moby wird zwangsernährt“), geht ein Aufschrei durchs Internet. Allzu leichtgläubige User klicken sich die Finger wund, wenn es eine Möglichkeit gibt, „gegen“ die Delfin-Lagune in Nürnberg oder das Delfinarium in Duisburg abzustimmen.

So ein Klick ist denkbar einfach und kostet nicht einmal eine Sekunde der Lebenszeit. Sich dagegen über das Thema allumfassende Gedanken zu machen, bedarf da schon etwas mehr Muse und Recherche-Tätigkeit.

Ich habe mir im Lauf von 10 Jahren öfter mal die Mühe gemacht, einige dieser Behauptungen und Unwahrheiten, die vor allem von zwei „Einmann-Organisationen“ verbreitet werden, unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis kannst du in folgenden Beiträgen lesen.

Delfin mit Luftring

Falls du irgendwelche Ungereimtheiten feststellst, lasse es mich bitte wissen. Die MEERESAKROBATEN bieten seit neuestem einen Faktencheck an, in dem jeder Besucher seine Richtigstellung (mit Quellenhinweisen oder sonstigen Belegen) einstellen kann.

Aber auch dein Kommentar ist willkommen – solange er höflich bleibt und sich nicht an den Beschimpfungen orientiert, die nach Erscheinen meines Beitrags „Unter den Delfinen“ auf mich niederprasselten. Fangen wir die Liste doch gleich mit besagtem Artikel an.

1. Unter den Delfinen
Am 30. Juli 2011 wurde die Delfin-Lagune in Nürnberg offiziell eröffnet. Ich war dort. Was ich alles erlebt habe, erfährst du in diesem Beitrag.

2. Nürnberg schneidet gut ab
In ihrer aktuellen Kampagne fordert die Whale and Dolphin Conservation Society, dass alle Delfinarien in der EU ihren Betrieb einstellen sollen. Auch wenn ich strikt gegen den Import von Wildfängen und gegen die Degradierung von Delfinen zu Clowns bin, so denke ich andererseits, dass es sich die WDCS da etwas einfach macht. Bei Delfinarien gibt es (wie übrigens in der gesamten Zootierhaltung) nämlich qualitativ große Unterschiede …

3. Der beste Freund des Menschen
Zum Tag des Hundes habe ich hier einen Vergleich zwischen der Haltung eines Hundes und der optimalen Haltung von Delfinen gewagt. Es wird so viel von “nicht artgerecht” und “Tierquälerei” geredet, wenn vermeintliche Tierschützer ihre Meinung kundtun. Dabei wird immer nur auf öffentliche Einrichtungen gezeigt, vor allem auf die Betreiber von Zoos. Doch wie sieht es in deutschen Haushalten aus? Schließlich leben dort über fünf Millionen Hunde.

Trainerin mit Delfin

4. Die Rechnung geht nicht auf
Ich empfehle allen Delfin-Freunden, sich nicht allzu schnell von allzu oberflächlich aufbereiteten “Fast-Food-Informationen” mancher Delfinariumsgegner beeinflussen zu lassen und vor lauter Aktivismus das Kind mit dem Bade auszuschütten. Die Rechnung „Besucht kein Delfinarium in Deutschland = Kein Delfin wird mehr in Taiji/Japan getötet“ geht nicht auf. Es würde doch auch keiner auf die Idee kommen, hier Hunde zu verbieten, weil diese in China oder Korea gegessen werden. Der Folgeschluss “wenn in Deutschland keine Hunde mehr gezüchtet werden, werden sie auch nicht mehr in Asien gegessen” würde mehr als hinken …

5. Biophilie – unsere Sehnsucht nach dem Lebendigen
Warum wollen die Menschen den Meeressäugern so nahe sein? Sie besteigen dafür Umwelt verpestende Flugzeuge und schaukelnde Boote, auf denen ihnen übel wird – nur um für wenige Minuten einen abtauchenden Pottwal oder ein paar flinke Delfine zu beobachten und zu fotografieren. Die Antwort lautet: BIOPHILIE.

6. Wildfänge in deutschen Delfinarien?
Hat die Forderung “Einfuhrverbot für Wildfänge nach Deutschland”, die einige “Delfinschutz-Experten” sowie Zoohaltungsgegner an die Bundesregierung stellen, überhaupt noch Bestand oder ist sie nicht längst überholt?

7. Delfine in Deutschland
Ausgewachsene Große Tümmler haben in Delfinarien eine relativ hohe Lebenserwartung. Neugeborene Delfine dagegen sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt.

8. Delfinbefreiung – ein Kommentar
Andreas Morlok, den ich während der IWC-Tagung im Juni 2003 in Berlin kennengelernt habe, setzt sich seit vielen Jahren unermüdlich für den Walschutz ein. Doch von seiner 2007 in Angriff genommenen Aktion “Wir schließen das Nürnberger Delfin-Gefängnis” und den darauf folgenden Unternehmungen gegen die deutschen Delfinarien möchte ich mich vehement distanzieren. Warum, erfährst du in diesem Beitrag.

Delfin-Lagune in Nürnberg

9. Delfinen begegnen
Delfine kommen in allen Weltmeeren vor. Doch nicht jeder hat die Möglichkeit, die sympathischen Zahnwale in ihrem natürlichen Lebensraum zu besuchen. Daher gehört das “Objekt der Begierde” – der immer lächelnde Meeressäuger – in vielen Tiergärten und Vergnügungsparks zum Publikumsmagneten. Aber auch Whale-Watching-Touren laufen nicht so, wie sie eigentlich sollten. Denn wehe, es zeigt sich während der Ausfahrt kein Delfin oder Wal … da können manche Gäste an Bord ganz schön ungemütlich werden.

10. Pro und contra Marineland
Hier erfährst du, wie ich zum Marineland in Antibes/Südfrankreich stehe.

Fazit

Jeder muss selbst wissen, ob er für Zootierhaltung ist oder nicht. Ich selbst war schon immer ein Fan von Tiergärten und ich besuche ab und zu auch die Delfine in Nürnberg. Vor allem die Unterwasser-Panoramascheibe hat es mir angetan. Durch diese kann man die Großen Tümmler, die Seelöwen und die Manatis ganz nah erleben. Gut finde ich auch, dass die Delfine viel beschäftigt werden und somit ihrem Bewegungsdrang Genüge getan wird.

Noch lieber besuche ich die Delfine jedoch im offenen Meer. Dazu gibt es viele Eindrücke auf meiner Website (unter „Berichte“). Sehr schöne Fotos sind in 10 Jahren Ligurisches Meer entstanden. An der Italienischen Riviera kannst du vor allem Streifendelfine, Finnwale und Pottwale beobachten.

8 Kommentare

  1. Es könnte einen grausen angesichts der hier dargestellten Punkte!!!

    Die Vergleiche bzw. Verweise auf die Themen Hundehaltung, Umwelt usw.  gehen derart am Thema vorbei bzw. lenken von dem an sich schwachen Argumenten für eine Delfin-Gefangenhaltung ab, dass man sich schon fragt, worin eigentliche die Tierliebe bzw. Empahtie der Autorin für Delfine und evtl. andere Tiere in Gefangenschaft besteht?

    Aber gut, manche Sätze wie "… ich bin ein Fan von Tiergärten …" oder "… ihrem Bewegungsdrang Genüge getan …" zeigt, wes Geist die Autorin befallen hat – und dies, owohl sie offenbar Delfine in Freiheit gesehen hat!!!

    Es gibt leider zuviele Menschen, die ein Leben lang einem Irrtum unterliegen und im besten Gewissen mit diesem leben und handeln – die Fähigkeit zur Erkennntnis, Differenzierung und echten empathischen Gefühlen sind Güter, die nicht jedem gegeben sind! Leider!

    geschrieben von HaJü
    1. Bevor es dich weiter graust HaJü, schlage ich vor, du besuchst meine Website einfach nicht mehr ;o))
      Dass du mir die Gabe der Empathie absprichst, zeigt deutlich, dass du mich nicht kennst, und hier nur Allgemeinplätze und Vorurteile von dir gibst, die du ja eigentlich ablehnst (siehe Wolf-Blog) … Ich spreche dir im Gegenzug die Gabe ab, in die Zukunft und in fremde Menschen zu blicken. Letzteres können wenigstens Delfine – wenn auch nur, um eine Organ-Innenschau zu betreiben.

      geschrieben von Susanne
  2. Die elementarsten Grundbedürfnisse werden den Tieren im Delfinarium nicht vorenthalten. Siehe dazu bitte auch "Die fünf Freiheiten" unter http://www.meeresakrobaten.de/...

    Nicht alle Delfine tauchen 500 m tief. Es gibt auch Populationen, die sich in Küstennähe, in seichtem Wasser aufhalten. Das Durchschnittsalter von Delfinen ist ungefähr 25. Moby in Nürnberg ist bereits doppelt so alt …
    Auch Delfine im Meer lehnen toten Fisch nicht ab. Sie nähern sich gerne Fischernetzen und schnappen sich die in den Maschen verendeten Tiere. So kommen sie an eine Energie schonende Nahrung.
    Delfine setzen ihr Echolot nur ein, wenn sie auf Jagd gehen oder wenn sie etwas Unbekanntes untersuchen wollen. Letzteres tun sie auch in einem Delfinarium, wenn zum Beispiel ein Mensch zu ihnen ins Becken steigt. Für die Jagd brauchen die Delfine ihr Echolot in einem Delfinarium nicht.

    geschrieben von Susanne
    1. "Die
      fünf Freiheiten" gibt es unter dem angegebenen Link nicht. Die
      durchschnittliche Lebenserwartung freilebender Delfine kann man nur
      mit der durchschnittlichen Lebenserwartung von in Gefangenschaft
      lebenden Delfinen vergleichen. Nicht mit einem Ausnahmedelfin, dessen
      genaues Alter übrigens nicht wirklich bekannt ist – er hat leider
      keine Geburtsurkunde.

      Wie
      hoch die durchschnittliche Lebenserwartung von freilebenden Delfinen
      ist, weiß auch nicht wirklich jemand. Mit Zunahme der Fischerei und
      der Umweltverschmutzung ist sie sicherlich in den letzten Jahrzehnten
      gesunken.

      Die
      durchschnittliche Lebenserwartung von Delfinen in Nürnberg ist
      jedenfalls deutlich geringer als 25 Jahre – trotz des
      vergleichsweise hohen Alters von Moby.

      Die
      Höhe des Alters ist aber nicht ausschlaggebend. Die Qualität ist
      viel wichtiger.

      Ich
      bitte Dich, Dir einmal vorzustellen, dass wir tatsächlich einmal auf
      Außerirdische stoßen und die dann aufgrund ihrer Überlegenheit,
      meinen das Recht zu haben, mit uns all das zu machen, was wir mit
      Tieren tun.

      Menschen
      haben kein Recht wildlebende Tiere einzufangen und sie einzusperren.
      Menschen haben auch kein Recht Haustiere schlecht zu halten sei es
      Massentierhaltung oder die Einzelhaltung von z.B. Wellensittichen.

      geschrieben von Peter Friedlich
      1. Hier ist der komplette Link&nbsp ;http://www.meeresakrobaten.de/2011/07/nuernberg-schneidet-gut-ab/
        Ich weiß nicht, warum er abgeschnitten wurde …

        geschrieben von Susanne
        1. Danke.

          "MEERESAKROBATEN: Wie sieht es da mit den anderen Zootieren aus? Die normalen Verhaltensweisen können auch von ihnen nicht ausgelebt werden. Siehe Punkt “Natürliches Verhalten"

          Ja, es ist doch schonmal eine wichtige Erkenntnis, dass von vielen Zootieren die normalen Verhaltensweisen nicht ausgelebt werden können. Aber ist das eine Rechtfertigung weitere Tierarten in Zoos zu bringen, die dann eben auch ihre normalen Verhaltensweisen nicht ausleben können? Was ist das für eine Logik?
          Müsste es da nicht umgekehrt sein, dass man sich dafür einsetzt, diese Tiere alle nicht mehr in Zoos gehalten werden? Wie fühlt sich ein Mensch, der siene normalen Verhaltensweisen nicht mehr ausleben kann? Oder was ist mit deinem Vergleich mit den Hunden? Genau da kritisierst du doch, dass es auch Hunde gibt, das eben nicht können. Es gibt aber auch da viele Menschen, die dagegen angehen.

          geschrieben von Peter Friedlich
        2. @Peter Friedlich
          Sicher ist Sausannes Argumentation nicht sonderlich geschickt – das Leid einer Tierart rechtfertigt nicht das Leiden anderer Tiere. Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass viele der oben angeführten Beiträge schon älter sind.

          Allerdings sollte man auch zur Kenntnis nehmen, dass sich gerade in der Delfinhaltung in Deutschland in den letzten Jahren sehr viel getan hat (z.B. Bau und Inbertriebnahme der Lagune in Nürnberg, Modernisierung der Anlage in Duisburg) so dass die Großen Tümmler dort inzwischen recht komfortabel leben können.
          Aus der Naturbeobachtung weiss man, dass gerade Große Tümmler kaum angeborene "Standard-Lebensweisen" haben, sondern sich einem enormen Spektrum von Gegebenheiten anpassen können und dies auch tun – Wichtig ist dabei wohl vorrangig ein möglichst bequemer Zugang zu Futter.

          Ob das Futter nun in schlammigen, flachen Flussmündungen daher kommt, oder bereits tot an Angelleinen hängt, oder aus den Netzen einer Fischzucht heraus gepult werden muss – Fast immer finden sich Große Tümmler, die sich darauf einstellen und diese Futterquelle besetzen – und dabei sehr oft sesshaft werden.

          Da man die Delfinsprache noch nicht gut genug kennt, um die Viecher direkt fragen zu können, hat man über einen längeren Zeitraum den Cortisolgehalt im Speichel gemessen, um daraus die Stressbelastung zur messen und fundierte Rückschlüsse auf das Wohlbefinden der Tiere ziehen zu können.
          Die Untersuchung ist zwar erst teilweise ausgewertet, es ist aber jetzt schon ersichtlich, dass die Tümmler wenig bis gar nichts an ihrer All-inclusive-Unterbringung auszusetzen haben. Die Stressbelastung ihrer Pfleger gibt da weit mehr Anlass zur Sorge.
          Diese Ergebnisse decken sich auch mit den übrigen Beobachtungen: Die Tiere sind neugierig, verspielt, zeigen wenig bis keine Agression, machen bei den Trainings bereitwillig und engagiert mit und sind – ihrem Alter entsprechend (Moby ist inzwischen 53 – was etwa einem 75 – 85 jährigen Menschen entsprechen dürfte) gesund.

          Wo also erkennen SIe hier eine Misshandlung oder nicht artgerechte Haltung?
          Darin, dass sich die Tiere inzwischen gut vermehren? Oder darin, dass sie deutlich älter werden, als in der Natur? – Oder darin, dass sie eine tatsächlich hundeähnliche (man kann auch ohne Weiteres Vergleiche zu Pferden ziehen) Beziehung zu ihren Pflegern aufbauen?

          Dass es außerhalb Deutschlands neben einigen sehr vorbildlichen auch zahllose Delfinhaltungen mit katastrophalen und keinesfalls akzetablen Standards gibt (vor Allem auch außerhalb der EU), bestreitet hier niemand.
          Den dort gehaltenen Tieren ist aber ganz sicher nicht geholfen, wenn man (aus Bequemlichkeit?) just die Einrichtungen bekämpft, an denen es am wenigsten auszusetzen gibt.

          geschrieben von Norbert
      2. @Peter Friedlich

        Ach ja? "Die durchschnittliche Lebenserwartung von Delfinen in Nürnberg ist jedenfalls deutlich geringer als 25 Jahre"
        Wahrscheinlich deshalb leben in Nürnberg momentan allein drei Delfine, die deutlich älter als 25 Jahre sind und sich bester Gesundheit erfreuen (na gut … bei Moby "dem Alter entsprechend").

        Der Rest sind übrigens allesamt Nachzuchten …

        Und wenn ich Ihre Einwände lese, muss ich wohl davon ausgehen, dass Sie entweder strikter Veganer oder ziemlich inkonsequent sind.

        geschrieben von Norbert

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