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Wie jeder zum „Selfie“ werden kann


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17. Juli 2016, zum 15-jährigen Bestehen der Meeresakrobaten

FINN und die Plastiktüte (Foto: S. Gugeler)

FINN entsorgt eine Plastiktüte. (Foto: S. Gugeler)

Zum 15-jährigen Bestehen der MEERESAKROBATEN möchte ich euch hier 15 Möglichkeiten vorstellen, was jeder einzelne – ohne allzu großen Aufwand – für die Umwelt und somit auch direkt oder indirekt für die Delfine tun kann.

Vielleicht habt ihr ja Lust, zum „Umwelt-Selfie“ (im Sinne von: Es ist nur das gemacht, was selbst getan wird) zu werden. Die Liste darf gerne ergänzt werden. ;o)

1. Möglichkeit: Ein NEIN am Ladentisch bedeutet ein JA für die Umwelt. Verzichtet auf Plastiktüten!

2. Möglichkeit: Plastiktüten gehören in den Abfalleimer und nicht in die Natur. Hebt Plastiktüten vom Boden auf, wenn ihr unterwegs welche entdeckt. Werft sie anschließend in den nächsten Abfalleimer. Die Tierwelt in Flüssen, Seen und schließlich im Meer dankt es euch. Siehe dazu auch folgenden Artikel: FINN und die Plastiktüte.

3. Möglichkeit: Schützt Delfine vor angeblichen Delfin-Schützern, die Unwahrheiten erzählen! Unterstützt wissenschaftlich geführte Delfinarien, in denen Forschung betrieben wird und die dem Bildungsauftrag gerecht werden.

Manche Aktivisten wollen, dass die beiden Delfinarien in Nürnberg und Duisburg geschlossen werden, nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Dazu bedienen sie sich oft unlauterer Methoden, wie Falschmeldungen oder hanebüchener Behauptungen, welche vor allem im sozialen Netzwerk die Runde machen.

Mit laienhaften Ferndiagnosen oder „Dr.-Google-Wissen“ greifen solche Menschen Tierärzte und Delfin-Experten an und wollen diesen die Gesunderhaltung der Tiere verwehren. Sie verbreiten im Internet und anderen Medien ein medizinisches Halbwissen, vor dem jedem Fachmann und jeder Fachfrau graust. Jede medikamentöse Behandlung von Delfinen in Deutschland wird von ihnen infrage gestellt.

Im "Blauen Salon", Nürnberg (Foto: Rüdiger Hengl)

Im „Blauen Salon“, Nürnberg (Foto: Rüdiger Hengl)

Leider werden mit dem Skandalisieren der Delfinhaltung viele Spendenwillige im sozialen Netzwerk erreicht. Wahrer Delfinschutz, der den gefährdeten Meeressäugern in den Ozeanen dienlich wäre, bleibt dabei auf der Strecke.

4. Möglichkeit: Wer ein wissenschaftlich geführtes Delfinarium in der Umgebung seines Wohnortes besucht, ist u.a.

  • a) seinen Lieblingstieren ganz nah,
  • b) verschmutzt weniger die Umwelt, da er kein Flugzeug und kein Whale-Watching-Boot besteigen muss,
  • c) lernt viel über die Tiere und deren Probleme im offenen Meer,
  • d) lernt, wie man Tieren helfen kann.

5. Möglichkeit: Schaut euch die Anbieter, die zu Whale- und Dolphin-Watching-Touren einladen, ganz genau an. Ihr könnt euch schon vorab im Internet erkundigen, ob das Unternehmen Richtlinien zur Beobachtung der wilden Tiere einhält. Oder fragt einfach in einer Mail nach. Tipps zu Dolphin- und/oder Whale-Watching-Touren gibt es hier.

6. Möglichkeit: Helft den Taiji-Delfinen! Das ist allerdings nicht so einfach. Mülltrennung und Müllvermeidung sind dagegen ein Kinderspiel.

In Japan ist die Jagd auf Delfine erlaubt. Daher bringt es nicht viel, ganz Japan zu verurteilen, weil in einem kleinen Fischerort mehrere Hundert Delfine aus sieben verschiedenen Arten getötet werden.

Dieser für uns grausam anmutende Umgang mit intelligenten Meeressäugetieren ist in einer langen Tradition verhaftet.

Auch wenn ich keine oder nur eine vorgefertigte Antwort erhalte, schreibe ich immer wieder an die japanische Botschaft in Berlin. Denn dort hat man sensible Fühler für die Einschätzung des eigenen Landes im Ausland. Diese Chance sollte man nutzen.

Roter Umschlag  für Japan (Foto: Susanne Gugeler)

Roter Umschlag für Japan (Foto: Susanne Gugeler)

Mein Schreiben vom 21. Februar 2016 an den aktuell berufenen Diplomaten könnt ihr gerne für eure Mail – in etwas abgeänderter Form – verwenden. Ich habe es übrigens handschriftlich verfasst und als Brief versendet. Meiner Meinung nach geht eine Mail eher unter als ein handgeschriebener Brief.

7. Möglichkeit: Immer am dritten Montag im Juli (also morgen wieder) wird in Japan der Marine Day gefeiert. Das ist ein Ereignis, bei dem die Japaner das Meer für seine Gaben huldigen. Eine gute Gelegenheit, der Regierung von Japan mitzuteilen, dass Delfine leben sollen und nicht geschlachtet werden dürfen.

Hiroshi Moriyama ist hier der richtige Ansprechpartner. Er steht zurzeit an der Spitze des Ministeriums für Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Die Adresse des Ministeriums lautet:

Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries
1-2-1,Kasumigaseki,Chiyoda-ku,Tokyo 100-8950,Japan
E-Mail-Adresse: https://www.contact.maff.go.jp/maff/form/114e.html

8. Möglichkeit: Ein persönliches Schreiben könnt ihr auch an den Minister der Färöer Inseln senden, wenn euch das Wohl der Grindwale (sie gehören auch zu den Delfinartigen) am Herzen liegt.

Wie ihr bestimmt wisst, werden auf den Färöer Inseln Grindwal-Schulen, die sich in der Nähe der Küste aufhalten, an Land getrieben und dort werden dann alle Tiere (inklusive trächtige Weibchen und Babys) mit Haken und Messern grausam getötet.

Auch die Färinger berufen sich – ähnlich wie die japanischen Jäger – auf ihre Tradition. Die letzte Schlachtung fand am 6. Juli 2016 in Hvannasund statt. 43 Grindwale wurden von den Inselbewohnern getötet.

Adressen, an die ihr euch wenden könnt, findet ihr unter der Rubrik SOS – Färöer Inseln.

9. Möglichkeit: Verzichtet, so gut es geht, auf den Verzehr von Thunfisch. Delfine schwimmen oft im Verband mit Thunfischen und geraten zusammen mit diesen in Netze, in denen sie dann ersticken.

Ein hübscher Kaffee-Becher (Foto: Susanne Gugeler)

Ein hübscher Kaffee-Becher
(Foto: Susanne Gugeler)

Stoffbeutel statt Plastiktüte (Foto: Susanne Gugeler)

Stoffbeutel statt Plastiktüte
(Foto: Susanne Gugeler)

10. Möglichkeit: Keiner muss auf den morgendlichen Kaffee verzichten. Aber auf den täglichen Papp- oder Plastikbecher muss man nicht bestehen. Wie wäre es mit einem hübschen Thermobecher aus Edelstahl mit Delfinmotiv? Er ist jeden Tag verwendbar und schont die Umwelt.

11. Möglichkeit: Fische werden nicht nur für Delfine knapp, sondern auch für den Menschen. Mit einem Fisch-Führer – z.B. vom WWF – wisst ihr, welchen Fisch man mit gutem Gewissen kaufen und essen kann.

12. Möglichkeit: Mit dem WWF-Beifangrechner könnt ihr sehen, wie viele Meereswesen zusammen mit dem von euch gekauften Fisch mitgefangen wurden. Das regt zum Nach- und Umdenken an.

13. Möglichkeit: Essen macht Spaß, Kochen auch. Immer daran denken, dass der Deckel auf dem Topf beim Energie-Sparen hilft.

14. Möglichkeit: Was oben reinkommt, muss unten wieder raus. Toilettenpapier muss doch nicht strahlend weiß sein, oder? Wie wäre es mit recyceltem Papier? Es verbraucht bei der Herstellung weniger Energie und Wasser.

15. Möglichkeit: Last but not least: Benutzt euren eigenen gesunden Menschenverstand, wenn es darum geht, Ordnung in die vielen Werbeangebote zu bringen oder zwischen seriösen und nicht unterstützenswerten Delfin-Organisationen zu unterscheiden.

Ein Kommentar

  1. Ein kleiner Tipp zum Thema „Rote Briefumschläge für Japan“:
    Hier muss man ggf. beachten, dass man evtl. etwas mehr Porto draufkleben muss, da die Briefsortiermaschinen wohl manchmal Probleme mit bunten Umschlägen haben:
    http://www.papier-und-mehr.de/briefumschlaege/beratung/farbige_briefumschlaege_richtig_frankieren.html
    Es wäre kontraproduktiv, wenn der Botschafter für die Briefe Nachporto löhnen müsste…

    Wenn ich mal eine Plastiktüte habe (was nicht so oft vorkommt), nutze ich sie übrigens mehrfach und sie endet dann bei mir als Mülltüte für anderen Müll

    geschrieben von Oliver

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