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Aktuelles über Delfinschutz und Delfinhaltung


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Symposium, Teil 2

Als Delfinfreundin haben mich vor allem die Vorträge interessiert, die über die Wale und Delfine Südamerikas informierten. Ein Vortrag war den Delfinen in Chile gewidmet.

Dr. Sonja Heinrich   (Foto: Rüdiger Hengl)

Dr. Sonja Heinrich
(Foto: Rüdiger Hengl)

* Conservation research of Chilean dolphins and other marine creatures in southern Chile
Referentin: Dr. Sonja Heinrich (UK), Sea Mammal Research Unit/University of St Andrews & YAQU PACHA – Chile

Die Meeresbiologin berichtete über die (fast) unberührten Fjorde und Inseln Südchiles sowie durch Lachszuchten und Muschelfarmen bedrohte Chile-Delfine.

Die Chile-Delfine sind extrem standorttreu. Sie bevorzugen Gewässer mit Brackwasser-Einfluss, die nicht mehr als 500 Meter von der Küste entfernt und nicht tiefer als 25 Meter sind. Wird ein Fjord mit Lachskäfigen oder Muschelfarmen zugebaut, so können die Delfine, die mit 1,60 Metern Körperlänge zu den kleinsten Zahnwalen zählen, nicht einfach ins Meer oder in eine Nachbarbucht ausweichen. Sie müssen sich – wegen ihrer Standorttreue – mit den menschlichen Einflüssen arrangieren.

Sonja Heinrich und ihre Kollegen beraten die Behörden bei der Aufstellung von Küstennutzungsplänen und der Schaffung mariner Nutzungspläne.

YAQU PACHA konnte mithilfe von vielen Unterstützern den Forschern in Chile einen Geländewagen und ein Boot zur Verfügung stellen. Mithilfe dieser Fahrzeuge können die Experten im unwegsamen Gelände schneller an die Brennpunkte der Delfin-Habitate gelangen.

4 Kommentare

  1. Danke für diesen sachlichen Bericht!
    Ich finde es wirklich wichtig, zu differenzieren: Einem Delphin in einem deutschen Delphinarium geht es heute echt gut.
    Wahrscheinlich hat er eine höhere Lebenserwartung als im Freiland. Neben den genannten Hai-angriffen u. a. Unbilden kommen ja noch die harten Kämpfe innerhalb der Delphingruppen dazu: Halbstarke und ausgewachsene Bullen können andere Tümmler verprügeln oder sogar töten.
    Das ist eine normale Verhaltensweise. Das Leben im Freiland ist für Delphine kein Zuckerschlecken.
    http://scienceblogs.de/meertext/2014/01/12/delphin-verhaltensforschung-2-von-schwammtauchern-und-kindsmoerdern/
    Delphinhaltung an anderen Orten und zu anderen Zeiten ist sicherlich weniger gut, aber man muss jeweils den Einzelfall beurteilen.

    Die Tierschutzextremisten sagen auch an keine Stelle, was ihr Ziel ist:
    Würde die Delphinhaltung in Deutschland verboten, was würde dann mit den Tieren passieren?
    Würden sie getötet oder verkauft?
    Auswildern kann man sie nicht, die meisten sind Nachzuchten aus Zoos.

    Und sie verkennen den Wert eines Delphins im Zoo: Er ist ein Meeresbotschafter und arbeitet jeden Tag für den Schutz der frei lebenden Wale und den Ozeanschutz. Die didaktisch aufbereiteten Programme der deutschen Delphinarien greifen genau diese Themen auf. Und zumindest ein Teil der Besucher wird so für diese Themen sensibilisiert.

    geschrieben von Bettina Wurche
    1. Vielen Dank für Ihre Einschätzung, die ich voll und ganz teile!

      geschrieben von Susanne
  2. Delfine werden nicht nur von Seelowen zerkratzt (eher selten) sonden in aller Regel von ihren Artgenossen. Diese sogenannten „Rake-Marks“ (viele parallele Kratzer) findet man bei allen Großen Tümmlern, aber auch bei Orcas und anderen Zahnwalen; deren Fehlen ist ein sicheres Zeichen dafür, dass das Tier schon längere Zeit keinen Kontakt mehr zu Artgenossen hatte.

    Von sogenannten Delfinschützern werden diese „Rake-Marks“ gerne als Zeichen gedeutet, dass Tiere „gemobbt“ würden – das Gegenteil ist der Fall: Solange diese Schrammen nicht überhand nehmen, sind sie ein Zeichen dafür, dass in dem Pod alles in Ordnung ist. Das Fehlen (oder zu wenige Kratzer) würde bedeuten, dass ein Tier den Rest der Gruppe konsequent meidet, bzw. gemieden wird.

    Im Übrigen sind Delfine in Delfinarien eher wenig verschrammt, da es durch vernünftiges Gruppenmanagement inzwischen möglich ist, relativ harmonische Gruppen zu bilden. Wer beim Whale-Watching einmal genau hinsieht, wird erschrocken sein, wie stark wild lebende Tiere oftmals mit Rake-Marks übersät sind. Die Delfinkuh (samt Kalb) die ich im Frühjahr beim Whale-Watching auf Teneriffa beobachten durfte, hätte in einem Delfinarium mit Sicherheit eine Welle der Empörung ausgelöst. Laut der anwesenden Wissenschaftler des EAAM (von denen etliche an wilden Populationen forschen), war sie aber für ein wild lebendes Tier keineswegs auffällig.

    Im Freiwasser sind halt keine Tierpfleger zur Stelle, um Kämpfe und Rangeleien zu schlichten, oder Streihähne in anderen Anlagen unterzubringen. So, wie in Nürnberg mit Arni geschehen – der hat jetzt seine eigenen Kühe und braucht sich nicht mehr mit Moby und Noah zu fetzen – was er ohnehin weder durfte, noch konnte – dank des absperrbaren Mehr-Becken-Systems der Lagune.

    geschrieben von Norbert
    1. Vielen Dank für deine Ergänzungen zu den „Rake-Marks“, Norbert! Deine Beiträge sind immer eine große Bereicherung für die MEERESAKROBATEN! Schade, dass du letztes Wochenende nicht dabei warst …

      geschrieben von Susanne

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