Vita

Delfine beobachten

Wie bereits in Teil 1 meiner Vita erzählt, hatte ich 1995 meine erste „Freiland-Delfin-Begegnung“ in Griechenland. Und zwar beobachtete ich rund um die Nördlichen Sporaden bei einigen Ausfahrten die bekannteste Delfin-Art – den Großen Tümmler.

2017 war ich erneut in Griechenland. Dort lernte ich den Biologen Theodoros Mouratidis kennen. Und auf einer Ausfahrt war ich von Gemeinen Delfinen umgeben …

In Griechenland, 1995 (Foto: Rüdiger Hengl)

Kaum noch Gemeine Delfine

In den 1990er-Jahren waren im Mittelmeer auch noch viele Gemeine Delfine anzutreffen. Doch mittlerweile ist das herrliche Tier mit der typischen „Sanduhrzeichnung“ aus dem Mittelmeer fast verschwunden.

In Kroatien gibt es nur noch 200 Große Tümmler

Einen Großen Tümmler sah ich Jahre später auch in Kroatien. Er gehörte zu einer ortsansässigen Gruppe von ca. 200 Individuen, die in der Adria heimisch sind.

Wal-Party in der Johnstone Strait

Ein ganz spektakuläres Erlebnis mit dem größten Vertreter der Delfine – dem Orca (der auch Schwertwal genannt wird) – hatte ich dann 2003 in Kanada. Es war schon etwas Besonderes, von Telegraph Cove (Vancouver Island/Kanada) aus auf der bekannten „Gikumi“ mit zwei äußerst engagierten Orca-Kennern – nämlich Jim Borrowman und Jackie – unterwegs zu sein. Ihnen habe ich mein Wissen über die verschiedenen Orca-Pods um Vancouver Island zu verdanken und mit ihnen habe ich im September 2003 einen wundervollen Tag in der Johnstone Strait erlebt, an dem eine regelrechte Wal-Party stattfand … Mehr dazu auch unter: „Wale – so weit das Auge reicht“.

Mit Samir auf Delfinsuche (Foto: S. Gugeler)

Im Land der Pharaonen und Delfine

An Ostern 2010 lernte ich dann eine Unterart des Großen Tümmlers – den Tursiops aduncus – im Roten Meer kennen. Ich war sogar bei den Delfinen im Wasser!!!

Die Delfine, die uns während unserer Ausfahrten über einen längeren Zeitraum begleiteten, sind etwas kleiner als ihre Verwandten im Atlantik. Werden Letztgenannte bis zu 4 Meter lang, bringen es die ägyptischen Artgenossen gerade mal auf 2,50 Meter. Außerdem haben die „kleinen Großen Tümmler“ im Roten Meer eine weiße Schnauzenspitze und die erwachsenen Tiere sind – ähnlich wie die Atlantischen Fleckendelfine – am Bauch gesprenkelt.

Auch Jungtiere konnte ich vom Schiff aus beobachten. Die Baby-Delfine flitzten so schnell durchs Wasser, dass man mit den Augen kaum hinterher kam. Und während ich die Delfine beobachtete, hatte ich den Eindruck, dass ich gleichzeitig von ihnen betrachtet wurde.

Samir und Melanie führen bereits seit mehreren Jahren Delfin-Touren von Hurghada aus durch. Der sympathische Ägypter ist bei seinen Delfin-Touren sehr darauf bedacht, den Delfinen nicht zu nahe auf die Pelle zu rücken und nicht zu lange in ihrem Revier zu bleiben.

Im Land der Pharaonen und Delfine habe ich wunderbare Kultur- und Natur-Erlebnisse gehabt, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde …

Susanne Gugeler

Grindwal in den Gewässern vor Teneriffa (Foto: Susanne Gugeler)

Teneriffa

Im April 2011 lernte ich dann die großen Grindwale kennen. Vor Teneriffa aus kann man sie sehr gut beobachten.

Während eines Ausflugs in ihr Reich, bekam ich das Unterwasser-Ballett eines Einzeltieres zu sehen. Grandios!!! Mehr dazu in Auf der Insel der Glückseligen.

Irland

Im August 2012 hatte ich in Irland ein Erlebnis der besonderen Art. Ich wurde Zeugin der letzten Stunden eines sterbenden Finnwals. Aber auch viele schöne Momente hatte ich mit quicklebendigen Gemeinen Delfinen und dem berühmten Fungi aus Dingle. Mehr dazu findest du unter Quicklebendige Delfine und ein sterbender Wal.

Andalusien und Gibraltar

In Südspanien in der Meerenge von Gibraltar und im Hafen von Gibraltar hatte ich 2018 tolle Begegnungen mit Gemeinen Delfinen, Großen Tümmlern und Streifendelfinen. Rüdiger war bereits zwei Jahre vorher dort und hatte das große Glück, Orcas dabei zu beobachten, wie sie ganz nah an Fischerboote schwammen, um dort Thunfische vom Angelhaken zu stibitzen.

Orca und Fischerboote
(Foto: Rüdiger Hengl)

Ligurien

Seit 2001 fahre ich ein-, zweimal im Jahr nach Italien ans Ligurische Meer. Dort habe ich Silvia kennengelernt und in ihr eine wundervolle Freundin gefunden.

Silvia arbeitete bis 2007 bei einem Whale-Watching-Unternehmen in San Remo. Ich durfte tatkräftig bei der Einrichtung der Kinder-Ecke auf dem Whale-Watching-Boot DIANA II mithelfen und die Bord-Bibliothek mit ausstatten. Es hat riesig Spaß gemacht. Aber am meisten Freude machten mir die Ausfahrten von San Remo oder auch von Imperia aus.

Acht verschiedene Wal- und Delfin-Arten gibt es im Ligurischen Meer. Für sie wurde sogar ein Walschutzgebiet eingerichtet. Mehr dazu in meinen Erlebnisberichten rund ums Ligurische Meer (einfach in der Suchleiste Ligurien eingeben).

Nach vierjähriger Pause hatte ich im Mai 2022 erneut die Möglichkeit, die Streifendelfine (und Mondfische) im Ligurischen Meer zu beobachten.

Berichte aus nah und fern

Am liebsten würde ich ja die ganze Welt bereisen, um die etwa 30 verschiedenen Delfin-Arten in ihrer Heimat zu besuchen. Doch dies ist aus zeitlichen und finanziellen Gründen leider nicht möglich. Umso mehr freue ich mich über die vielen Berichte von anderen Delfin- und Wal-Beobachtern, die ihre Reiseerlebnisse per Text und Fotos den MEERESAKROBATEN zur Verfügung gestellt haben.

Immer auf Delfin-Suche (Foto: Frank Blache)

Stellvertretend für alle erwähnen möchte ich hier Frank Blache, der sich bereits seit 1995 immer wieder in die faszinierende Welt der Wale und Delfine begibt. Frank war auf allen Kontinenten – einschließlich Nordpolargebiet und Antarktis – und konnte bis heute 20 verschiedene Wal- und Delfinarten in freier Wildbahn beobachten. Vom kleinen Schweinswal bis zum größten Lebewesen unseres Planeten, dem Blauwal.

Sammelstücke

Da ich leider nicht das ganze Jahr über Delfine besuchen kann, erfreue ich mich tagtäglich an meiner riesengroßen Delfin-Sammlung zu Hause. Mittlerweile kann ich die einzelnen Exemplare und Bücher gar nicht mehr zählen. Es sind auf jeden Fall mehrere 100!!!