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Sportliche Sensationen – nicht nur in Vancouver


Pressemitteilung des WWF:
Wenn heute die Olympischen Winterspiele in Vancouver beginnen, blickt die Welt gebannt nach Kanada und fiebert sportlichen Sensationen entgegen. Doch bei aller Bewunderung für die menschlichen Athleten, im Vergleich zu den Höchstleistungen im Tierreich verblasst der Glanz manch einer Goldmedaille: Pottwale tauchen bis zu 2.500 Meter tief, Gletscherflöhe produzieren ihr eigenes Frostschutzmittel, der Amur-Tiger trotzt Temperaturen von bis zu 45 Grad unter Null und ein Schneeleopard kann 16 Meter weit springen.

„All diese rekordverdächtigen Leistungen und Fähigkeiten sind evolutionär als Folge der Anpassung an einen bestimmten Lebensraum entstanden“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. „Extreme Lebensräume, wie etwa Arktis und Antarktis, die Tiefsee oder das Hochgebirge, erfordern extreme Fähigkeiten.“ Diese Vielfalt gälte es, so der WWF, zu bewahren. Denn Klimawandel, Lebensraumzerstörung und Wilderei machten auch vor den extremsten ökosystemen des Planeten nicht halt.

Schneeleopard (Panthera uncia) – Das Dach der Welt ist sein Revier

Der Schneeleopard streift durch die Hochgebirge Zentralasiens vom Himalaya bis zum Altai. Vor Gletscherspalten und Steilhängen muss er sich nicht fürchten: Der Schneeleopard ist unter den Säugern der Weltmeister des Weitsprungs und kann mit einem Satz bis zu 16 Meter Distanz überwinden. Gefährlich wird den Großkatzen vor allem der Mensch. Die illegale Jagd hat die Bestände erheblich dezimiert.

Polarfuchs (Alopex lagopus)

Funktionswäsche, lange Unterhosen oder dicke Ski-Jacken – das alles hat der Polarfuchs nicht nötig. Unter den Landsäugern hat er nämlich das am besten isolierende Fell. Kein Wunder, denn er ist in der Tundra und dem Packeis des Arktischen Ozeans zu Hause. Auch modisch ist er stets „en vogue“: Der Polarfuchs ist der einzige unter den weltweit 23 Fuchsarten, der die Fellfarbe mit den Jahreszeiten wechselt.

Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri)

Die größte Art aus der Familie der Pinguine kann eine Höhe von bis zu 1,30 Metern erreichen und bringt schon mal 50 Kilogramm auf die Waage. Der Kaiserpinguin ist das einzige Wirbeltier, das im antarktischen Inlandeis über Monate hinweg verweilen kann. Die extremen Wetterbedingungen dort erfordern selbstredend extreme Anpassungsfähigkeiten. Die Tiere trotzen nicht nur eisigen Winden, sie können auch drei Monate ohne Nahrung auskommen. Um an ihre Brutplätze zu gelangen watscheln sie mitunter 200 Kilometer über das Eis.

Pottwal (Physeter catodon)

Kein Säugetier taucht tiefer als der riesige Pottwal, der in allen Ozeanen der Erde zu Hause ist und sich – vornehmlich im Sommer – auch gerne im Südpolarmeer aufhält. Er kann bis zu 2.500 Meter tief tauchen (Anmerkung MA: In der Fachliteratur ist sogar von 3.000 Metern die Rede) und dabei die Luft über eine Stunde anhalten.

Amur-Tiger (Panthera tigris altaica)

Der Amurtiger ist auch unter dem Namen „Sibirischer Tiger“ bekannt, obwohl er niemals in Sibirien vorkam. Seine Heimat ist stattdessen der Russische Ferne Osten und Nordchina. Er ist die größte lebende Katzenart auf der Erde und an die extremen Umweltbedingungen in seinem Lebensraum bestens angepasst. So kann er, durch das dichte Haarkleid seines Winterfells geschützt, Temperaturen von bis zu minus 45 °C trotzen.

Rentiere (Rangifer tarandus)

Bei den olympischen Winterspielen in Vancouver werden 5.000 Athleten und Offizielle sowie noch einmal rund 10.000 Medienvertreter erwartet. In solch lächerlichen Dimensionen lassen sich Rentiere gar nicht erfassen. Zwischen 50.000 und 500.000 Individuen kann eine regionale Herde umfassen. Auf ihren Wanderungen durch die Taigawälder und Tundren legen die Tiere rund 5.000 Kilometer im Jahr zurück. Unter Druck kann die Hirschart sogar bis zu 10 km/h schnell schwimmen.

Gletscherfloh (Desoria saltans)

Sein eigenes Frostschutzmittel produziert der Gletscherfloh mithilfe unterschiedlicher Zuckerarten. Das ermöglicht ihm ein Überleben bei Temperaturen, die uns Menschen selbst mit Glühwein und Sitzheizung zu schaffen machen: 15 bis 20 Grad Celsius unter Null sind kein Problem für den Winzling. Dafür können Temperaturen von über 12 Grad Celsius für Gletscherflöhe bereits tödlich sein.

Eisbär (Ursus maritimus)

Der größte je gemessene Bär war ein Eisbär: 1.002 Kilogramm brachte er auf die Waage. Bei einer Länge von 3,65 Meter. Damit hält er den Rekord als das größte, lebende Landraubtier auf der Erde. Die beeindruckenden Maße machen den weißen Riesen zum unangefochtenen König der Arktis. Doch in Zeiten des Klimawandels, wenn das Meereis zurückgeht, fehlt ihm die Nahrung, die er zum Überleben braucht. Das sind die Robben in der Arktis.
(Quelle: WWF)

2 Kommentare

  1. Schön, dass "meine" Pottwalfluke gerade am 12.2. hier auftaucht ;-)

    Jedes Land hat in irgendeiner Weise "Deck am Stecken". Da könnte man in keines mehr fahren und über keines mehr was im TV gucken.

    geschrieben von Doris
  2. Und letztere, die Robben, sind der Grund, warum diese Olympiade in Vancouver für mich gestorben ist. Ich werde mich nicht vor die Glotze setzen und diesen Schlächtern auch nur 1 Cent an mir verdienen lassen. Da les ich doch lieber solche Sachen wie diese hier, ist auch garantiert ohne doping.

    geschrieben von Tom

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