Private Space ist beleidigt


Nachdem die Wetterverhältnisse dafür gesorgt hatten, dass die „Fischer“ von Taiji ein paar Tage lang keine Delfine jagen konnten, haben sie vorgestern erneut zugeschlagen und einen Pod von über 100 Tieren in die „Todesbucht“ getrieben. 43 Tiere wurden sofort getötet, 6 wurden in das Hafengehege transportiert, 36 wurden gestern bestialisch geschlachtet und ca. 25 Tiere wurden zurück ins Meer gescheucht. Eines von den freigelassenen Delfinen war offenbar ein Baby, dessen Mutter zuvor geschlachtet wurde …

Rupert Imhoff – der sich zurzeit in Taiji aufhält – hat zwei Filme gedreht, die zeigen, wie bestialisch die „Fischer“ in Taiji mit den Delfinen umgehen. Zum einen treiben sie Holzpflöcke in die Blaslöcher der hochsensiblen Meeressäuger, damit nicht so viel Blut fließt, zum anderen binden sie die Delfine an deren Schwanzflossen an die Boote. Da sie keine Möglichkeit haben, zum Luftholen an die Wasseroberfläche zu gelangen, sterben sie auf dem Weg ins Schlachthaus einen erbärmlichen Erstickungstod …

„Cove Guardian“ Scott West musste sich von einer japanischen Journalistin anhören, dass die „Fischer“ (Scott nennt sie Mörder) von Taiji sehr gestresst seien, da die „Cove Guardians“ sie nicht aus den Augen ließen und blutige Szenen an die öffentlichkeit brächten. Scott empfahl den Delfinfängern, einfach den Job zu wechseln, dann hätten sie keinen Stress mehr. Auch missfiel es der Journalistin, dass man sich über „Private Space“ im Film THE COVE lustig mache und dass er deshalb sehr verletzt sei (zur Erklärung: „Private Space“ erhielt seinen Namen von Ric O’Barry, da er immer dort auftauchte, wo auch der Delfinschützer seine Runden drehte, und ihm das Fotografieren verbieten wollte. Seine einzigen Worte, die er Ric entgegenschleuderte, waren „Private Space“. Damit wollte er deutlich machen, dass Ric sich auf privatem Grund befände, wo das Fotografieren verboten wäre. Dies stimmte allerdings nicht, dann Ric O’Barry und seine Crew hielten sich auf öffentlichem Gelände auf).

Kaum zu fassen, dass ein Mensch, der das grausame Töten der Delfine unterstützt, Gefühle hat und sich verletzt fühlen kann …
(Quelle: Sea Shepherd Conservation Society)

Noch bis zum 8. Dezember findet in Boston die Delfin-Trainer-Konferenz IMATA (International Marine Animal Trainers‘ Association) statt (siehe dazu auch MEERESAKROBATEN-News vom 16. November 2010 und 25. November 2010). Offenbar wurde gestern dort auch das sogenannte Drive Fishery (das Töten von Delfinen in Taiji) zum Thema gemacht. Siehe IMATA-News. 350 Teilnehmer zählt die 38. Konferenz, darunter befindet sich auch ein Trainer aus Kobe/Japan, wohin im Oktober zwei Delfine aus dem Drive Fishery gebracht wurden!!!

6 Kommentare

  1. Rüdiger, ich beneide dich fast um deine Fähigkeit, dieses Gemetzel einfach hinzunehmen und es an dir vorbeigehen zu lassen. So lebt es sich sicherlich leichter. Ich kann das nicht…und ich will das auch irgendwie nicht. Ich hoffe, niemand geht bei diesem auswegslos scheinenden Kampf "vor die Hunde". Nun ja, die Delfine tun es leider sowieso. Ich meine jetzt die Beobachter, für die ich tiefsten Respekt empfinde und vor deren Einsatz ich mich verbeuge. Weggucken wäre einfacher, das zeigt die Geschichte der Menschheit leider zu deutlich. Doch kann man dann noch in den Spiegel schauen?

    geschrieben von Doris
  2. Liebe Doris,

    so leid es mir tut, aber da hilft auch alles Jammern nichts. Ich erinnere nur an meine Anmerkung von 28.10 hier an dieser Stelle: "Man kann die japanischen Fischer von Taiji nicht stoppen. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, bei dem der delfinliebende "Don Quijote" schließlich selbst "vor die Hunde" geht. Wie heißt doch sinngemäß der Spruch? "Gott gebe mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.""

    geschrieben von Rüdiger
    1. Lieber Rüdiger,

      na ja, so ganz stimmt das ja auch nicht, dass sich nichts geändert hätte. Die japanischen Botschafter müssen sich über viele Zuschriften ärgern oder zumindest wundern, die sogenannten Fischer aus Taiji haben offenbar großen Stress, das Polizeiaufkommen an der Bucht ist recht hoch. Die "Gräueltäter" werden zumindest nicht in Ruhe gelassen und haben große Unannehmlichkeiten, da ihr Tun nun an die öffentlichkeit kommt. Dass sich auf die Schnelle nichts ändern wird, ist mir schon klar. Vielleicht erleben wir es auch nicht mehr, dass Taiji einmal zur beliebtesten Whale-Watching-Bucht der Welt wird, aber da setze ich einfach deinem Zitat ein mindestens genauso bekanntes entgegen: "Was zuletzt stirbt, ist die Hoffnung".
      Ich finde es jedenfalls toll, was Scott West, seine Tochter und die anderen "Cove Guardians" in Japan leisten. Ihre Präsenz bewirkt auf jeden Fall etwas in den Köpfen einiger Japaner. Und aus einem kleinen Schneeball kann eine Lawine werden …

      geschrieben von Susanne
  3. Man könnte verzweifeln. Keine Maßnahme, keine Aktion, kein Bitten und Flehen, keine Drohung und kein Appell scheint diese Menschen zur Vernunft zu bringen. Was bleibt uns noch?

    geschrieben von Doris
  4. Achja.Und was diesen Private Space-Heini angeht:

    Hoffentlich ertrinkt er in seinem Meer aus Tränen.Dann versteht er noch bis zum letzten Augenblick, wie es den Delfinen geht, die durchs Meer gezogen werden und nicht mehr atmen können.

    geschrieben von Martin
  5. Da bin ich mal gespannt, was dieser Sklaventreiber….öhm, ich meinte Delfin"trainer", zu sagen hat.Weil Human scheint er nicvht zu sein, wenn er Delfine aus dem Dolphindrive trainiert.

    geschrieben von Martin

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