Hans Peter Roth aus Taiji


Hans Peter Roth befindet sich wieder in Taiji. Der Journalist hat zusammen mit Ric O’Barry das Buch THE COVE („Die Bucht“) geschrieben, nachdem der Film im Kasten war. (Demnächst gibt es bei den MA eine Besprechung zu diesem Buch.)

Im BLOG der Wal- und Delfinschutz-Organisation WDCS/München schreibt er Folgendes: „Wir waren gerade an der kleinen Hatajiri-Bucht von Taiji, wo bisher jeden Herbst und Winter die grausamsten Delfinmassaker stattfanden, die man sich vorstellen kann. Wir, das sind Naoko, meine japanische Helferin (Name geändert) und ich. Diesmal aber ging es nicht darum, eine weitere Treibjagd und die brutale Tötung der empfindsamen, intelligenten Meeressäuger zu dokumentieren. Der Grund war weit erfreulicher: ein Interview mit der „Asahi Shimbun“, der zweitgrößten Zeitung Japans (und damit der Welt)!
Das hat es bisher nicht gegeben. Unvoreingenommenes Interesse japanischer Presseleute an dem, was hier geschieht. Bislang haben die Medien hier fast eisern geschwiegen zur Delfinschlächterei und zur massiven Quecksilberverseuchung des Delfinfleisches, die in jedem anderen modernen Industrieland ein Lebensmittelskandal erster Güte wäre. Mal abgesehen von sporadischen, Kommentar-ähnlichen Beiträgen, die stets Position für die Delfinjäger bezogen und sich über den „Kulturimperialismus“ der „westlichen Eindringlinge“ beschwerten, war dazu kaum etwas zu lesen oder sehen.

Ric O“™Barry hat es also richtig vorausgesehen. Der Streifen hat diesen Oscar wirklich verdient. Doch dies ist nicht das Happy-End, sondern bloß ein glücklicher Moment im Ringen, das weitergeht. Im Ringen um die Beendigung der brutalen und absolut sinnlosen Delfinjagd in Japan. Jetzt aber können die japanischen Medien nicht weiter schweigen. Zu groß ist das Ereignis der Oscar-Verleihung für die Japaner. Sie werden sich wundern und Fragen stellen. Endlich werden sie sich frei eine eigene Meinung bilden können über etwas, wovon sie bislang nichts oder höchstens sehr einseitige Informationen erfahren durften.
Das wird den Delfinfängern von Taiji nicht gefallen. Mir aber schon. Denn ich bin überzeugt, dass eine Mehrheit der japanischen Bevölkerung dieses buchstäbliche Treiben ablehnt, wenn sie davon erfährt. Da werden auch pauschale Rechtfertigungskeulen wie „japanische Tradition“ und „Kultur“ nicht mehr ausreichen. Ric O“™Barry bringt es im Film „Die Bucht“ auf den Punkt: „Wie kann die Delfinjagd eine japanische „šKultur“™ sein, wenn die Japaner nichts davon wissen?“
(Quelle: WDCS-Blog)

Lesetipp: „Das Dorf der Delfinjäger“

Ein Kommentar

  1. DAS könnte die Wende in dem grausamen Spektakel bringen. Wunderbar und sehr hoffnungstragend! Ich drück fest die Daumen.

    geschrieben von Doris

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