Deutsche Fischer sollen Wale schützen


Wie am 8. Juli 2010 berichtet, wollen die Fischer im Korallendreieck mehr für den Umweltschutz tun und dafür sorgen, dass es nicht mehr so viel Beifang gibt.

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Schweinswal (Foto: Verena Pecsy)

Auch in Deutschland sollen die Fischer zu Walfreunden werden. „Toter Wal – böser Fischer, dagegen wollen wir anarbeiten“, sagt Claus Müller, Leiter des Ostsee-Info-Centers (OIC). Er möchte – gemeinsam mit den Fischern – die Eckernförde Bucht zu einem schweinswalfreundlichen Revier machen.

Die meisten Totfunde deuten darauf hin, dass die Tiere durch Fangnetze zu Schaden gekommen sind. Allein 25 waren es im letzten Jahr. Damit sich die Schweinswale nicht mehr in den Fangnetzen verheddern und elendig darin zugrunde gehen, aber auch damit sich die Fischer nicht über einen Image-Verlust ärgern müssen, will Müller das Problem nun gemeinsam mit den Fischern anpacken.

Das Projekt „Schweinswalfreundliche Bucht“ fand auch beim Ideenwettbewerb „Lust op dat Meer“ des Innenministeriums Gehör. Es gibt von dort 20.000 Euro als Anschubfinanzierung.

„Wir wollen die Fischer mit ins Boot holen. Der Ansatz ist, selbst zu handeln und nicht erst auf Regulierungen zu warten“, so sieht es das Konzept von Müller vor.

Mit akustischen Signalen an den Netzen – sogenannten Pingern – könnten die Schweinswale von den Netzen abgehalten werden. Ein anderes Mittel wäre der Einsatz von neuen Netztypen. Müller will das Vorgehen mit den Fischern besprechen. „Wir wollen keine Vorgaben machen, sondern zusammen eine freiwillige Vereinbarung entwickeln, um auf Dauer die Todesraten zu reduzieren“, erklärt er.

Zunächst soll mit zwei teilnehmenden Fischerbetrieben gestartet werden. 2011 sollen bereits vier Haupt- und Nebenerwerbsfischer eingebunden werden. Mit einem Logo („Schweinswalfreundlicher Fischereibetrieb“) können dann die teilnehmenden Fischer für ihr Engagement werben. Müller sieht dadurch eine Image-Verbesserung für den Fischereibetrieb an sich und zusätzlich einen positiven Effekt für den Tourismus, bei dem Walschutz ganz oben steht.

Das Ostsee-Info-Center (OIC) wird den Schweinswal verstärkt zum Thema machen. Ein Modell sowie Pinger und Netzmodelle werden zu sehen sein. Es soll Vorträge geben und eine Geografie-Studentin begleitet mit ihrer Diplomarbeit das Ausstellungskonzept. Eine Lauschstation ermöglicht es den Besuchern, über Unterwassermikrofone Schweinswale auf eine Entfernung bis zu 800 Metern zu hören.

Langfristige Hoffnung Müllers ist es, dass das Eckernförder Projekt Schule macht und die ganze schleswig-holsteinische Ostseeküste schweinswalfreundlich wird.
(Quelle: Kieler Nachrichten)

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