Flussdelfine sterben für Fischköder


Die Amazonas-Flussdelfine sind stark bedroht. Sie werden immer häufiger für Fischköder harpuniert. Das fetthaltige Fleisch dient dazu, den begehrten Wels Calophysus macropterus anzulocken, der bei manchen Südamerikanern auf der Lieblingsspeiseliste ganz oben steht.


Flussdelfine sind sehr zutraulich.
(Foto: Ursula und Günther Hillesheim)

Vor allem die Menschen in Kolumbien essen gerne diese große Wels-Art, die dort Piracatinga genannt wird. Die brasilianischen Fischer kommen dieser Vorliebe nach, indem sie immer mehr Welse fangen und nach Kolumbien exportieren. In den letzten Jahren hat sich der Export verdreifacht. 50 Cent bringt 1 Kilogramm Wels den Fischern ein.

Ein getöteter Flussdelfin reicht aus, um 500 Kilogramm Piracatinga zu fangen. Und die Flussdelfine sind eine leichte Beute für die Fischer, denn sie sind recht zutraulich und kommen neugierig an die Boote …

Die Wissenschaftlerin Vera da Silva berichtet, dass die Jagd auf Köderfleisch zur Haupttodesursache der Flussdelfine geworden sei. „Wir untersuchten eine Fläche von 11.000 Hektar. In den letzten 17 Jahren ist die Population des Amazonasdelfin um 7 % pro Jahr gesunken. Jedes Jahr sterben rund 15.000 dieser einzigartigen Tiere“, teilt die Expertin des Amazonas-Forschungsinstituts mit.

Mehr zu diesem Thema unter spiegel.de und latina-press.com.

Lesetipp: „Flussdelfine am Rio Negro“

1 Kommentare

  1. Schlimm, wie weit die Menschen immer wieder gehen. Sie vergöttern die Tiere auf der einen Seite und schlachten sie auf der anderen Seite dann trotzdem ab. Das Verhalten der Menschheit, ob arm oder reich, ist einfach nur traurig.

    geschrieben von Doris

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