Island und die Wale


Das Europäische Parlament fordert Island, als Bedingung für die Mitgliedschaft in der EU, zu einem Ende des Walfanges auf.


Schädelteil eines Großen Tümmlers, gefunden an der Südost-Küste von Island
(Foto: Wolfgang Lechner)

Am 17. Juni haben die Spitzen der europäischen Regierungen offiziell entschieden, Beitrittsverhandlungen mit Island aufzunehmen. Der Verlauf und das Ergebnis der Gespräche hängen von einer Reihe von Bedingungen ab, die in einem Verhandlungsrahmen festgelegt werden. Das Europäische Parlament verabschiedete am 7. Juli einen unverbindlichen Beschluss für den Verhandlungsbeginn, besteht aber darauf, dass Island alle Walfangaktivitäten einstellt und seine Einschränkungen bei der Internationalen Walfangkommission zurückzieht.

Jedoch hat sich der isländische Fischerei-Minister Jon Bjarnason dafür ausgesprochen, sich solchen Forderungen zu widersetzen. Er teilte dem Isländischen Parlament mit: „Wir beugen uns keinerlei Drohungen“.
(Quelle: WDCS/München)

Wolfgang Lechner (er hat für die Meeresakrobaten den interessanten Beitrag „Knochenjob im Skelett-Kabinett“ beigesteuert) ist in diesen Tagen von einem mehrwöchigen Aufenthalt in Island zurückgekehrt. Dort wurde ihm von einem Einheimischen mitgeteilt, dass 70 Prozent der Inselbewohner für den Walfang seien … Die Eintrittsverhandlungen in die EU werden also kein Zuckerschlecken werden.

Es geht auch anders
Auf hna.de wird Sara Ratão vorgestellt. Sie ist Meeresbiologin auf Island und beobachtet Wale sowie Seevögel. 16 Walarten sind in isländischen Gewässern heimisch. Dazu gehören Schweinswale, Zwergwale und Buckelwale. Sara erläutert ihren Job: „Ich erforsche Wale und Meeresvögel. Mich interessiert, wie sie miteinander umgehen. Und ob bestimmte Vögel sich immer dort aufhalten, wo bestimmte Wale auftauchen. Wenn ich an den Walbeobachtungs-Fahrten teilnehme, notiere ich mir immer, welchen Wal ich wo gesichtet habe und welche Seevögel ihn begleiteten.“

Ein Kommentar

  1. Wenigstens der Standpunkt des Europäischen Parlamentes ist der richtige. Hoffentlich bleiben sie standhaft!

    geschrieben von Doris

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