Grauwale vor russischen Küste massiv bedroht


Der russische Öl- und Gaskonzern Rosneft plant für nächste Woche seismische Untersuchungen vor der russischen Küste der Insel Sachalin.

Abtauchender Grauwal (Foto: Frank Blache)

Diese Untersuchungen haben gefährliche Auswirkungen für eine dort lebende Grauwalpopulation. Es existieren nur noch 130 Tiere in den Gewässern vor Sachalin, darunter etwa 30 zeugungsfähige Weibchen. Die Tiere halten sich in den Sommermonaten dort auf, um sich fortzupflanzen. Es ist das Hauptnahrungsgebiet der Grauwale.

Der WWF fordert den Öl- und Gaskonzern Rosneft sowie weitere an den Ölbohrungen beteiligte Firmen (Exxon, Shell, Gazprom, BP) auf, die Tests und die Bohrungen zumindest auf einen Termin außerhalb der Aufzuchtsaison der Wale zu verschieben. Du kannst dich an der Protestaktion auf der WWF-Website beteiligen.

„Grauwalkühe und ihre Kälber fressen nahe der Küste, aber der von Öl- und Gasförderung erzeugte Lärm verdrängt sie aus dem Gebiet“, sagt WWF Meeres- und Fischereiexperte Georg Scattolin. Die Grauwal-Mütter säugen in den nächsten Wochen vor der Küste Sachalins ihre Nachkommen und lehren sie alle wichtigen Verhaltensweisen, bevor sie sie in die Unabhängigkeit entlassen. Nach Messungen des WWF übersteigt der Lärmpegel durch die seismischen Test die Grenzwerte und erreicht mitunter über 130 Dezibel. Die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs liegt etwa bei diesem Wert, dies entspricht der Lautstärke eines Presslufthammers. „Nachweislich ändert das das Verhalten der Wale, die sich per Schallwellen orientieren und kommunizieren und äußerst sensibel auf Lärmbelastung reagieren“, so Scattolin.

„Ölkonzerne haben bereits unermesslichen Schaden an der Meereswelt angerichtet. In diesem Fall bedroht ein weiterer Ölkonzern den Fortbestand dieser imposanten Meeressäuger. Wir müssen rasch aktiv werden, da die Grauwale in den nächsten Tagen in ihrem Sommernahrungsgebiet nahe Sachalin eintreffen werden“, so Scattolin abschließend.
(Quellen: proplanta.de und WWF)

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