Delfine schwimmen in ihren eigenen Fäkalien


Bei den Delfinen, die in einem privaten Swimmingpool im Villenviertel von Hurghada gehalten werden (siehe MA-Meldung vom 18. September 2010), handelt es sich offenbar um zwei weibliche und zwei männliche Große Tümmler. Die Tiere sind zwischen zwei und drei Metern lang.

Die ägyptische Umweltschutzorganisation HEPCA hat sich eingeschaltet und sich am 15. September, zusammen mit Delfin-Experten, Zugang zum Swimmingpool verschafft. Sie haben das Becken ausgemessen. Die vier Meeressäuger leben dort auf einer Fläche von 9 mal 9 Metern, die Tiefe des Pools beträgt 4 Meter. Der Pool fasst 324 Kubikmeter Wasser. Das sind nur etwas über ein Zehntel des Raumes, der Großen Tümmlern laut dem „Brazilian Institute for the Environmental and Natural Renewable Resources“ zustehe, konstatierten die Mitarbeiter von HEPCA.

Die Delfine schwimmen in ihren eigenen Fäkalien
Neben dem viel zu kleinen Becken bemängelten die Tierschützer auch die Wasserqualität. Die Sichtweite betrage gerade mal 20 Zentimeter. Sie vermuten, dass das Filtersystem die große Menge an Fäkalien, die von den Tieren produziert wird, nicht bewältigen kann.

Die Delfine stammen aus Japan
Dem Team von HEPCA wurde mitgeteilt, dass die Tiere aus Japan stammen (eine Kontaktperson aus Hurghada gab den MEERESAKROBATEN vorgestern die gleiche Information). Die Tiere sind offenbar für ein im Bau befindliches Delfinarium in der Gegend um Hurghada vorgesehen und sollen dort die Hauptattraktion werden. Laut ägyptischer Richtlinien ist die Haltung von Delfinen in Becken erlaubt. Sie müssen lediglich mindestens 105 Tage lang in Quarantäne verbringen, bis sie in eine öffentliche Institution gebracht werden dürfen. Ansonsten gibt es in ägypten keine Gesetzgebung, die den Umgang mit Delfinen regelt.

Leider haben die Leute von HEPCA nicht die Einsicht in alle Dokumente erhalten, sodass nicht bekannt ist, ob die Tiere in Japan wild gefangen wurden oder ob sie bereits an Menschen gewöhnt sind. In Umlauf gebrachte Gerüchte, dass die Delfine aus dem Roten Meer stammen würden, sind jedoch falsch. Da der Umgang mit Delfinen in ägypten nur lückenhaft geregelt ist, kommt es zu solch tragischen Situationen wie die gegenwärtige, bedauern die HEPCA-Mitarbeiter.

Delfin-Haltung wird in dieser Region abgelehnt
Die Organisation HEPCA und die Provinz Red Sea Governorate sind strikt gegen das Einführen und die Gefangenhaltung von Delfinen und werden sich gegen den Handel mit Delfinen einsetzen. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor in der Red Sea Governorate. Allein im Jahr 2005 verbrachten 2,7 Millionen Touristen ihren Urlaub in dieser Region am Roten Meer. Rund 19 Millionen übernachtungen wurden hier verzeichnet. Die Einnahmen der Hotels betrugen in dieser Periode 2 Mrd. ‚¬. Der Verwaltung des Red Sea Governoate liegt es sehr am Herzen, dass das Ansehen dieser beliebten Urlaubsregion nicht beschädigt wird; sie lehnt daher die Delfinhaltung in dieser Region strikt ab.


Delfine im Roten Meer (Foto: Delfine Rotes Meer)

Delfin-Beobachtungen auf offenem Meer
HEPCA hofft nun auf einen Erlass, der den Bau eines neuen Delfinariums in Hurghada unmöglich macht, und weist außerdem darauf hin, dass es von Hurghada aus viele Möglichkeiten gibt, wild lebenden Delfinen im offenen Meer zu begegnen. Die Organisation nennt als Beispiel das Samadai Reef mit dem Delfin-Schutzgebiet „Dolphin House“. (Anmerkung MEERESAKROBATEN: Ich selbst hatte im April diesen Jahres zweimal die Gelegenheit, bei Ausfahrten mit der Organisation SimSim die Großen Tümmlern im Roten Meer (eine Unterart des gemeinen Großen Tümmlers) zu beobachten. Das waren unvergessliche Momente. Mehr dazu unter „Im Land der Pharaonen und Delfine“ und im Film „Delfine im Roten Meer“.)

Verbesserung der Haltungsbedingungen gefordert
HEPCA bedauert sehr, dass im Moment nicht viel für die Delfine getan werden kann, da es sich um einen recht komplizierten Fall handle. Das Einzige, was im Moment möglich sei, wäre zu erwirken, dass die Haltungsbedingungen, was die Wasserqualität und die Größe des Beckens angeht, für den Verlauf der 105 Quarantänetage verbessert werden. Allerdings gibt die Organisation zu bedenken, dass eine Umsiedlung der Tiere in ein größeres Becken wieder mit viel Stress für die Tiere verbunden wäre und eine derartige Maßnahme sie wahrscheinlich noch weiter schwächen würde. Solange nicht bekannt sei, ob es sich um Wildfänge oder um dressierte Delfine handle, könne man auch über eine Freilassung nicht diskutieren. Eine Entlassung ins Rote Meer käme sowieso nicht in Frage, da die Delfine nicht aus diesem Gebiet stammten und sie die dort lebende Art gefährden könnten. Falls es sich um dressierte Delfine handelt, könne man diese auch nicht auswildern, da sie nicht fähig wären, ohne menschliche Hilfe zu überleben. Es geht nun also darum, die Zeit der Quarantäne so optimal wie möglich für die Tiere zu gestalten.

Stimmungsmache nützt den Tieren wenig
HEPCA wendet sich gegen jede emotionale Stimmungsmache. Sie würde der Gesundheit der vier Delfine nicht dienen. Die Organisation arbeitet weiter daran, dass das Image von Hurghada wieder verbessert wird und es kein Delfinarium in dieser Gegend geben wird. Sie will in Kontakt mit den betreffenden Autoritäten und mit internationalen Verbänden bleiben, um das Problem zu lösen und dafür zu sorgen, dass sich ein derartiger Skandal nicht wiederholen wird. Wer über diesen Fall auf dem Laufenden bleiben will, kann sich bei HEPCA für die Zusendung eines Newsletters anmelden.

Auch wenn HEPCA emotionale Stimmungsmache ablehnt, so halten es die MEERESAKROBATEN für angebracht, sich in dieser Angelegenheit an die deutschen sowie ägyptischen Botschaften zu wenden. Es ist wichtig und bestimmt auch hilfreich, wenn deutsche Touristen ihren Unmut über derartig schlechte Haltungsbedingungen für Delfine kundtun.

Hier die Adressen:
Deutsche Botschaft Kairo
2, Sharia Berlin (off Sharia Hassan Sabri)
Zamalek – Kairo 11211
ägypten
Tel. (0020 2) 27 27 28 20 00
Fax (0020 2) 27 28 21 59
E-Mail info@kairo.diplo.de

ägyptische Botschaft
Berlin
Stauffenberg Str. 6-7
10785 Berlin
Tel. 030 477 54 70
Fax 030 477 10 49
E-Mail embassy@egyptian-embassy.de

ägyptisches Generalkonsulat
Frankfurt
Eysseneckstr. 34
60322 Frankfurt/M.
Tel. 069 955 13 410
Fax 069 597 21 31

ägyptische Presseabteilung Berlin
Kurfürstendamm 152,
10709 Berlin
Tel. 030-895 41 903,
Fax 030-895 41 911

ägyptisches Generalkonsulat
Hamburg
Harvestehuder Weg 47 20149 Hamburg
Tel. 040 410 10 31
Fax 040 410 61 15

3 Kommentare

  1. hi, i am living in hurghada and i saw the dolphins in this villa.please stop this nonsence immediately.dolfins is one of the most beautyfully animals in the sea.let them free!!!!!!!!!!!!!!!

    this people are so stupid and so breanless!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    u will see if u dont let them free the tourists will stop to visit egypt and by the way i dont believe that this dolfins from japan tell me how they brought them from japan to egypt???????? i am surethis dolfins are from the red sea because the goverment do everything for money.tht is the true.

    geschrieben von Mandy
    1. Hi Mandy!
      The dolphins have been brought over here from Japan. This is fact. They were brought via cargo plane in the middle of August.
      Therefore they are NOT native to the Red Sea. For more informations you can look at HEPCA.

      geschrieben von Susanne
  2. FREE THE DOLPHINSSSS!!!! THEY DESERVE A PROPER LIFE!! STOP THIS CRUELTY AND PLEASE FIND SOMETHING BETTER TO DO IN LIFE THAN TO TORTURE ANIMALS AND TAKING ADVANTAGE OF THEIR WEAKNESSES AND SILENCE! ENOUGH IS ENOUGH!

    geschrieben von Rana Mahmoud

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