Kein Walfleisch für japanische Beamte


Kurz nachdem die japanischen Walfangschiffe Richtung Antarktis aufgebrochen sind, warnt die japanische Fischerei-Behörde ihre Mitarbeiter davor, Walfleisch als Geschenk anzunehmen.

Koji Hamada von der „Japanese Fisheries Agency“ maßregelte fünf Beamte, da sie zwischen 1999 und 2008 Walfleisch als Geschenk von den Walfängern angenommen hätten. Insgesamt handelt es sich um 25 Kilogramm Fleisch im Wert von 3.260 US-Dollar. Dieses Verhalten zieme sich nicht für einen Beamten, so Hamada.


Altes Walfangschiff in der Antarktis (Foto: Frank Blache)

Die Mitarbeiter der Fischerei-Behörde befanden sich jeweils als Beobachter auf den Walfangschiffen und hätten nach der Rückkehr in den heimatlichen Hafen Walfleisch erhalten. „Es geht nicht darum, dass es sich um Walfleisch handelt, es geht darum, dass jegliche Geschenke in der öffentlichkeit als Bestechung gewertet werden könnten“, so Hamada.

Auf die Schliche kam die Fischerei-Behörde den fünf Beamten, nachdem GREENPEACE 2008 aufgedeckt hatte, dass sich Walfänger und Beamte an dem Fleisch gütlich taten, das aus einer von japanischen Steuerzahlern finanzierten Jagd stammte.

Laut Hamada wurde die Walfang-Organisation Kyodo Senpaku Kaisha sowie das Wal-Forschungs-Institut ICR aufgefordert, keine „Wal-Geschenke“ mehr zu machen.

Die Walfangsaison in der Antarktis dauert immer von Dezember bis Februar. Japanische Walfänger sind dann in der Antarktis – einem Walschutzgebiet! – unterwegs, um mehrere Hundert Zwergwale sowie andere Walarten zu töten. Dies geschieht im Namen der Wissenschaft. In Wirklichkeit bringt das Fleisch der erbeuteten Tiere den Walfängern viel Geld ein.

Ebenfalls unterwegs in die Antarktis sind Paul Watson und seine Crew. Sie wollen auch in dieser Walfangsaison so viele Wale wie möglich vor den Harpunen der Jäger retten.
(Quelle: Associated Press)

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Ein Kommentar

  1. Ich weiß gar nicht was die haben. Die offiziellen "Wissenschaftler" an Bord wollen doch was erforschen. War das denn in den letzten Jahren irgendwas anderes als die Qualität des Fleisches? :-(

    geschrieben von Doris

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